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»Wahrer Reichtum ergibt sich, wenn wir füreinander da sind«

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Sie erhielt von Dr. Alfred Kotter und Bärbel Ebner (rechts) den Rotary-Jugendpreis für soziales Engagement: Agnes Stockinger aus Traunstein. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Die Würdigung von bürgerlich-ehrenamtlichem Engagement steht in der Kommunalpolitik hoch im Kurs. Hat man doch längst erkannt, dass viele Bereiche in Sport, Kultur und dem gesellschaftlichen Zusammenleben nur über das Ehrenamt dauerhaft aufrecht erhalten werden können und funktionieren. Der Rotary Club Traunstein würdigte nun erstmals mit dem »Rotary-Jugendpreis für soziales Engagement« das ehrenamtliche Engagement junger Menschen bei einem Festakt im Rathaus. Die Veranstaltung wurde musikalisch gekonnt von der »After8 Brass Sektion« der Musikschule Traunstein untermalt.


»In vorbildlicher Art und Weise eingebracht«

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Bärbel Ebner, Präsidentin des Rotary Clubs Traunstein, betonte, dass man mit der Auszeichnung ein Zeichen für das Ehrenamt setzen wolle. Für den erstmals vergebenen Preis gab es 50 Nominierungen, darunter auch einige Gruppen. Das umfangreiche Interesse habe die Verantwortlichen überrascht und erfreut.

Oberbürgermeister Christian Kegel brach eine Lanze für junge Menschen, die sich nicht nur in sozialen Netzwerken virtuell aufhalten würden. »Sie haben sich in vorbildlicher Art und Weise eingebracht.« Er hoffe, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihren »wunderbaren Weg mit vielen Gleichgesinnten« weitergehen.

Schirmherr Siegfried Walch machte deutlich, dass man in Zeiten des wirtschaftlichen Erfolgs und Drucks auch die nicht vergessen dürfe, »die dieses Tempo nicht gehen können.« Weiter führte der Landrat aus: »Wahrer Reichtum ergibt sich, wenn wir füreinander da sind.« Es sei wichtig, soziales Engagement gesellschaftlich in den Mittelpunkt zu stellen.

Landtagspräsident a.D. Alois Glück sagte, zu einer guten Bürgerkultur gehöre auch eine gute Anerkennungskultur. Es sei wichtig, Zeichen zu setzen und jungen Menschen einen Anstoß zu geben. Man lebe in einem intakten Sozialstaat. »Aber menschlich wird die Gesellschaft erst durch die Zuwendung von Menschen.« Er machte deutlich, wie wichtig das Erlernen von sozialen Kompetenzen gerade für junge Menschen sei, und dies ließe sich eben nicht in der Theorie vermitteln.

Rotary-Präsidentin Ebner betonte, dass es für die Jury nicht einfach gewesen sei, die Preisträger zu ermitteln, da viele Bewerbungen ein hohes soziales Engagement gezeigt hätten. Für die sechs Preisträger gab es jeweils eine Urkunde, eine Stele und einen Geldpreis. Je einen Anerkennungspreis erhielten Lisa Gasteiger (Wössner Regenbogen, Engagement für Kinder und Senioren) aus Unterwössen, Christian Hasenknopf (Kirchengemeinde, Sport) aus Wonneberg und Cäcilia Hauber (Kirchengemeinde, BDKJ, Pfadfinder) aus Ruhpolding.

Bei den Hauptpreisträgern hielt Paralympics Sieger Martin Braxenthaler die Laudatio für den Arbeitskreis Anti Rassismus des Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg. Dieses Projekt und die Nachfolgearbeiten der Schüler hätten die Jury begeistert. Auch in der Folge hätten die Schüler viel für Randgruppen getan, wie beispielsweise das Engagement für Asylbewerber in der Unterbringung in Engelsberg.

»Es macht einfach Spaß!«

Peter Heider, Incoming-Präsident des Rotary Clubs, würdigte das Engagement von Anna Stadler aus Rabenden, die sich seit fünf Jahren in hohem Maße im Sportverein, der Katholischen Landjugend und als Jugendbeauftragte der Gemeinde einbringt.

Agnes Stockinger aus Traunstein gehörte ebenfalls zu den Hauptpreisträgern. Dr. Alfred Kotter, Jugenddienst-Beauftragter des Rotary Clubs Traunstein, nannte ihr Engagement in der DLRG, der Kirche, in der Stadtmusik und im Café International, wo sie sich um Migranten kümmert. In den vorbereitenden Gesprächen habe sie deutlich gemacht, warum sie sich unter anderem für andere Menschen sozial engagiert: »Es macht einfach Spaß!«

Weitere Bilder von dem Festakt im Rathaus sind unter www.traunsteiner-tagblatt.de veröffentlicht. awi