weather-image
25°

»Wahre Helden des Alltags« geehrt

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die inzwischen 18-jährige Constanze Richter aus Chieming wurde von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mit der Rettungsmedaille geehrt. Insgesamt wurden am Mittwoch in München 88 Lebensretter aus dem Freistaat Bayern ausgezeichnet. (Foto: dpa)
Bildtext einblenden
Freut sich über die Auszeichnung: Michael Stadler aus Seeon. (Fotos: Staatskanzlei)
Bildtext einblenden
Hermann Jelen aus Truchtlaching bekam die Christophorus-Medaille verliehen.
Bildtext einblenden
Rettete einen Mann aus einer brennenden Wohnung: Michael Englmeier aus Siegsdorf.

Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer verlieh am Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde in der Münchner Residenz die Bayerische Rettungsmedaille an 88 Lebensretter aus ganz Bayern. Außerdem überreichte er 52 Personen die Christophorus-Medaille. Aus unserer Region wurden Michael Englmeier aus Siegsdorf, Peter Matthes aus Vachendorf, Constanze Richter aus Chieming und Michael Stadler aus Seeon mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet. Hermann Jelen aus Truchtlaching bekam die Christophorus-Medaille verliehen.


»Bayern ist stark, weil die Menschen in unserem Land zusammenhalten und Verantwortung übernehmen«, sagte Seehofer. »Es kann jeden von uns treffen, überall und jederzeit. Lebensretter, die hinschauen, sich für andere einsetzen und dabei nicht selten ihr Leben riskieren, sind wahre Helden des Alltags und Vorbilder in unserer Gesellschaft.«

Anzeige

Ein solches Vorbild ist Michael Englmeier aus Siegsdorf. Er hat zusammen mit zwei anderen einen Mann in München aus seiner brennenden Wohnung gerettet. Dazu musste der Siegdorfer über die Brüstung auf den Balkon in den ersten Stock klettern, um in die Wohnung zu gelangen. Er schlug das Glas der Balkontüre ein und rettete am 25. Juni 2011 einen schwerverletzten Mann.

Peter Matthes aus Vachendorf hat zusammen mit einem anderen Mann am 28. Juli 2013 in der Weißbachschlucht bei Schneizlreuth einen 14-jährigen Buben und dessen Vater gerettet. Dieser Einsatz war äußerst schwierig, da das Wasser in Form einer Wasserwalze kreiste und somit die zu Rettenden einschloss. Das Ufer war rund zehn Meter entfernt und der Zugang nur über eine nasse und sehr glitschige, steile Felsplatte möglich.

Die damals 17-jährige Schülerin Constanze Richter hat am 12. Juni 2013 in Prien einen mit 20 Schülern besetzten Bus kurz vor einer vielbefahrenen Straße zum Stehen gebracht. Erschwerend kam hinzu, dass der bewusstlose Busfahrer mit dem Fuß auf das Gaspedal drückte.

Michael Stadler aus Seeon hat gemeinsam mit zwei anderen am 27. Januar 2013 in Obing einen Mann, der in den Griessee eingebrochen war, gerettet. Bei der Rettungstat brach auch ein Retter in das Eis ein.

Hermann Jelen hat am 16. Januar 2013 bei Altenmarkt einen Mann, der mit seinem Auto in einen knietiefen Bach gestürzt war, gerettet. Bei der Rettung war das Wasser des Baches bereits in das Fahrzeuginnere gedrungen, so dass der Verunglückte in letzter Minute gerettet werden konnte.

Wer jemanden unter besonders schwierigen Umständen aus Lebensgefahr rettet, erhält nach dem Gesetz über staatliche Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr eine öffentliche Belobigung und die Christophorus-Medaille. Mit der Bayerischen Rettungsmedaille wird ausgezeichnet, wer bei der Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr sogar sein eigenes Leben eingesetzt hat. Seit Schaffung der Bayerischen Rettungsmedaille im Jahr 1952 haben 3956 Personen diese Auszeichnung erhalten. Mit der Christophorus-Medaille, die erstmals 1983 vergeben wurde, sind bislang 1456 Personen geehrt worden.

Im Anschluss an die Feierstunde lud Ministerpräsident Seehofer die Lebensretter und die Geretteten zu einem Empfang ein.