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»Wahnsinnig spannendes Jahr« für Waginger Musikanten

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Waging am See. Von einem »wahnsinnig spannenden Jahr« 2012 sprach Claudia Huber, die Leiterin der Waginger Jugendkapelle, bei der Jahreshauptversammlung der Musikkapelle Waging im Gasthaus Wölkhammer. Ihr Mann und Kollege als Leiter der »alten« Kapelle, Helmut Huber, nannte 2012 »ein schönes Jahr mit ganz vielen Terminen«. Und Kassier Hans Hofmann schließlich hatte, statt der üblichen 150 Jahresbuchungen, deren 300 abzuarbeiten. Der Grund ist vor allem ein dreifacher: das Kinder-Musical »Paul, der Pinguin«, das Festival »Blech im Park« und die Romfahrt mit einem Standkonzert zum Geburtstag des Papstes.


Dazu kommen noch Dutzende »normaler« Termine sowohl für die Alten wie für die Jungen, insgesamt rund 50. Neuerdings ist mit der sogenannten »Kracherl-Musi« noch ein ganz junges Orchester dazu gekommen, das sich aus den aus Waging stammenden Teilnehmern des Schulprojektes »Bläserklasse« rekrutiert. So summiert sich die Anzahl der Proben für alle zusammen auf deutlich über 80. Lob gab es für die fleißigsten Musikanten: »Probenkönig« ist Otto Gubo, die meisten Stunden absolviert hat Albert Koch.

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Romfahrt »Erlebnis von ganz besonderer Klasse«

Claudia Huber sprach bei ihrem engagiert vorgetragenen Rückblick mit Nachdruck das Thema Geld an. Sie hat zusammengerechnet, dass für die Ausbildung eines Kindes in einem Instrument inklusive der Leihgebühren über drei Jahre hinweg von den Eltern ein Betrag von insgesamt rund 4000 Euro aufzuwenden sei – eine stolze Summe. Die Eltern, so Claudia Huber, verdienten allen Respekt für dieses Engagement, zu dem auch noch – mindestens – die vielfältigen Fahrdienste dazu kommen.

Vorsitzender Bernhard Sailer hatte gleich zu Beginn die Jugendkapelle gelobt, die zum Auftakt einige temperamentvolle Stücke gespielt hatte: Das seien »die Früchte guter Jugendarbeit«, lobte er und richtete seinen Dank an Claudia Huber. Die Liste der Termine, zu denen die Waginger Kapellen, alt und jung, gespielt hatten, ist lang: Frühjahrskonzert, Montagskonzerte, Jahrtag der Trachtler, kirchliche Feste, Hochzeiten, Heimatabende, Teilnahme am Musikfest in Leobendorf, bei der Erstkommunion, beim CSU-Abend mit Günther Beckstein, bei der Bergmesse auf der Alm, zusammen mit der Wössner Musi, Waldweihnacht und vieles andere mehr.

Vor allem aber sprach er die Fahrt nach Rom an, die für die ganze Musik »ein Erlebnis von ganz besonderer Klasse« gewesen sei. »Speziell die Jungen, aber auch die Alten haben davon Eindrücke mitgenommen, die sie ihr ganzes Leben nicht mehr vergessen werden. 20 Meter neben einem fährt da der Papst vorbei und begrüßt einen ganz persönlich.«

Für Claudia Huber war allerdings das Kinder-Musical ein noch deutlich größerer Aufwand, der allerdings auch von einem phänomenalen Erfolg gekrönt wurde: 900 Besucher kamen zu den beiden Aufführungen. Und wenn der Vorverkauf anfangs nicht so schleppend gelaufen wäre, hätte man sicherlich auch noch einen dritten Termin organisiert und den Saal im Kurhaus ein weiteres Mal voll gebracht.

Trotz großen Aufwands ein Minus in der Kasse

All diese Höhepunkte schlagen sich natürlich auch ganz nüchtern in Euro und Cent nieder. In einem umfangreichen Bericht schilderte Kassier Hans Hofmann eindrucksvolle fünfstellige Umsätze und äußerte bedauernd das Fazit, dass man ein Minus habe hinnehmen müssen. Die wichtigsten Gründe dafür: erhebliche Investitionen für den Unterhalt des Musikheims, die finanzielle Unterstützung der Bläserklasse und die Tatsache, dass das Blech-im-Park-Festival trotz des riesigen Aufwands ein Minus erzielt habe.

Claudia Huber äußerte angesichts des mehr als intensiven 2012er Jahres die Hoffnung, es möge im neuen Jahr ruhiger angehen. Aber danach sieht es nicht wirklich aus. Die Musikkapelle Waging ist Festkapelle beim großen Jubiläum des TSV im Juli. Dann gibt es heuer ein Konzert »Blasmusik um den Waginger See« zusammen mit drei benachbarten Kapellen. Natürlich steht wieder das Frühjahrskonzert an, Gottesdienste – unter anderem die Firmung mit Reinhard Kardinal Marx – sind zu gestalten...

Claudia Huber lud junge Interessenten zum Neueinstieg, jetzt sei eine Art Neuanfang, eine günstige Gelegenheit zum Anfangen. »Die Zukunft der Blechmusik ist momentan gesichert«, fasste die Musikmeisterin der Jugend zusammen. Das konnte Zweiter Bürgermeister Hans Kern nur bestätigen: Er lobte die »einzigartige Jugendarbeit« und den »Enthusiasmus« der Verantwortlichen. he