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Waging will beim Leader-Projekt dabei sein

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Waging am See. Auch die Marktgemeinde Waging ist an der Gründung einer Leader-Aktionsgruppe im nordöstlichen Landkreis Traunstein interessiert. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, dieser Aktionsgruppe für die Förderperiode 2014 bis 2020 beizutreten. Die Idee einer solchen neuen Leader-Aktionsgruppe (LAG) im nordöstlichen Landkreis Traunstein war bei Bürgermeister-Dienstbesprechungen im April und Juli entstanden. Bisher gibt es im Landkreis Traunstein die LAG Chiemgauer Alpen und die LAG Chiemgauer Seenplatte.


Eine solche Aktionsgruppe ist ein Zusammenschluss von Gemeinden mit dem Ziel, in gewissen Bereichen Förderungen zu erreichen. So erhofft sich auch die Gemeinde Waging über die LAG Fördermittel für Projekte, die zum jetzigen Zeitpunkt noch in keiner Weise bekannt oder gar konkretisiert sind. Bei der LAG Chiemgauer Seenplatte sind – diese Beispiele nannte Geschäftsleiter Franz Röckenwagner dem Gemeinderat – Projekte folgender Art realisiert worden: ein Wegekonzept, die Sanierung von Figuren der Baumburger Kirche und von Grabkreuzen, eine Machbarkeits-Studie für einen Moorlehrpfad, die Aktion »Jedem Kind ein Musikinstrument« oder auch die Gründung einer Obstpress-Genossenschaft. Die Höhe der Zuschüsse liegt demnach, je nach Projekt, zwischen 25 und 50 Prozent. Speziell sieht man für Waging gute Chancen auch im Zusammenhang mit der Bewerbung um die Schaffung einer Ökomodellregion, wie Bürgermeister Herbert Häusl meinte.

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Entwicklungskonzept erforderlich

Für eine Bewerbung als LAG ist ein regionales Entwicklungskonzept (REK) erforderlich, wie Geschäftsleiter Röckenwagner weiter ausführte, das die beabsichtigten Handlungsfelder benennt. Die Kosten für ein solches Konzept lagen zuletzt bei 20 000 bis 30 000 Euro pro LAG. Die laufenden Kosten einer LAG hängen vor allem vom Personalaufwand ab. Erfahrungsgemäß werden ein bis zwei Mitarbeiter für die Erledigung der anfallenden Aufgaben benötigt. Die Kostenaufteilung regelt die LAG, eine Umlegung ist nach Einwohnerzahl und/oder Fläche der Mitgliedsgemeinden möglich. Bei der bisherigen LAG Chiemgauer Alpen waren 1,5 Kräfte mit einem Bruttoaufwand von rund 100 000 Euro beschäftigt, wovon 50 Prozent gefördert werden.

Im neuen Förderzeitraum 2014 bis 2020 setzen die Förderrichtlinien für eine LAG mindestens 60 000 Einwohner beziehungsweise 500 Quadratkilometer voraus, wie Röckenwagner weiter ausführte. Es wurden deshalb neben den Gemeinden in der Region Waginger See/Salzachtal auch die angrenzenden Gemeinden im südlichen Landkreis Altötting angefragt. Mögliche Teilnehmer sind somit neben Waging die Städte Traunreut, Trostberg und Tittmoning sowie die Gemeinden Fridolfing, Kirchanschöring, Petting, Taching, Wonneberg, Palling, Tacherting und Engelsberg, im Landkreis Altötting die Gemeinden Kirchweidach, Feichten, Halsbach, Tyrlaching und Burgkirchen an der Alz.

Nordosten bisher weißer Fleck in Sachen Leader

Das nordöstliche Gebiet im Landkreis, so Röckenwagner, sei bisher in Sachen Leader ein großer weißer Fleck gewesen. Wenn jetzt die Gemeinden zugestimmt haben, werde der Prozess mit der Erstellung eines regionalen Entwicklungskonzeptes beginnen, in dem die möglichen Handlungsfelder möglichst breit gefasst festgelegt werden sollen.

Im Gemeinderat bestand Einigkeit darüber, dass man sich bei einem so großen Gebiet nicht ausgrenzen dürfe, wie Dritter Bürgermeister Christian Reiter meinte. Und Andreas Barmbichler sprach die Hoffnung aus, dass dabei auch Projekte im Tourismusbereich gefördert werden, was bisher eher selten der Fall gewesen sei. he

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