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Waging: Nachmittag »ohne Spaßbremsen«

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Eine klimaverträgliche »Apfel-Palme« überreichten die Außerirdischen an Pfarrer Andreas Ager für sein geplantes »Palmarium«. (Foto: Eder)

Waging am See – Alle reden vom Klimawandel, auch der Waginger Pfarrer. Darum hatte er in den Pfarrgarten eingeladen, um dort die Bäume fällen und stattdessen Palmen pflanzen zu lassen.


Unter Beteiligung von Holzfällern, Gärtnern und Schaulustigen geschah dies schließlich auch. Die bisherigen Bäume wurden mit lautem Motorsägen-Getöse umgeschnitten, sodass genügend Platz war für eine Neubepflanzung. Da jedoch der Klimawandel – wohl deswegen, weil der amerikanische Präsident ihn kategorisch ignoriert, wie Pfarrer Andreas Ager meinte - noch nicht ganz so weit fortgeschritten war, musste die Pflanzung ins Innere verlegt werden.

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Wesentlich beteiligt an der Ausstattung des neuen »Palmariums« waren die außerirdischen Roboter vom Feichtner Fegerlverein, die bei ihrem Zug durch Waging am Pfarrhaus ausgiebig Station machten. Für das vom Pfarrer geplante »Palmarium« hatten sie – da sich die Aktion ja weit hinein ins Weltall herumgesprochen hatte – eine »Apfelpalme« aus dem Paradies mitgebracht, deren Früchte köstlich schmecken sollen und die für den Klimawandel bestens gerüstet sei. Verschiedene Palmen und andere Pflanzen waren von der Gärtnerei Graffehuber ins Pfarrhaus gebracht worden und zur Wahl gestanden, aber die Besucher applaudierten die »Apfelpalme« mit dem lautesten Klatschen an Platz eins.

Mit Weihwasser gegossen

Zudem sei diese, wie die Roboter versicherten, mit Weihwasser gegossen worden – was jedoch, wie sich bei näherem Nachfragen herausstellte, nicht ganz stimmte. Gemeint waren »geistige« Flüssigkeiten, was aufgrund eines Übersetzungsfehlers verwechselt worden war. Mit viel Beten, fleißig Gießen und viel Gottvertrauen würde die Palme eines Tages wunderbare Früchte bringen.

»Geistige« Getränke gab es dann im Anschluss für alle, dazu Kaffee und Krapfen, die Pfarrer Ager hatte bereitstellen lassen. Bei bester Stimmung wurde die technische Ausstattung der Roboter bewundert, auch viele lokale Themen wurden besprochen. Der Pfarrer freute sich über den lustigen Nachmittag – »ganz ohne Spaßbremsen«, wie er meinte und fügte an, dass die Pfarrei allen gern Asyl gewähre, die anderswo nicht willkommen seien. Und man dürfe sich aufs Altwerden direkt freuen, wenn man dann von so netten Robotern mit Herz einmal gepflegt werde, meinte er in Vorausschau in eine mögliche, volltechnisierte Zukunft.

Zum Schluss kündigten die silbrig glänzenden Besucherinnen an, sie würden in zwei Jahren, wieder kommen, um nachzuschauen, ob die »Apfelpalme« schon paradiesische Früchte trägt. he