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Waging hat einen »Bgm.-Sepp-Daxenberger-Platz«

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Sie freuten sich gemeinsam über den Sepp-Daxenberger-Platz (von links) Sohn Benedikt, die Eltern Sepp und Resi Daxenberger, Sohn Felix sowie Bürgermeister Herbert Häusl und Werkeleiter Heinrich Thaler. (Foto: H. Eder)

Waging am See. »Waging hat mit ihm einen seiner größten Söhne verloren, durch seine Arbeit für uns aber sehr viel gewonnen. Dieser Platz soll an ihn und sein Wirken erinnern«: Mit diesen Worten gab Bürgermeister Herbert Häusl das Zeichen für die Enthüllung des Schildes, das den Platz vor der Tourist-Information von nun an als »Bgm.-Sepp-Daxenberger-Platz« ausweist. Gemeinsam mit Felix Daxenberger, dem Sohn des ehemaligen Waginger Bürgermeisters, zog Häusl daraufhin das Tuch von dem entsprechenden Schild.


Daxenbergers Politik gewürdigt

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Viele Besucher, darunter die Familie Daxenberger, Gemeinderäte und andere Wegbegleiter Sepp Daxenbergers, waren zu der Feier gekommen, die von prächtigem Herbstwetter die richtige Kulisse erhielt und von der Musikkapelle umrahmt wurde. Die neue Landtagsabgeordnete der Grünen, Gisela Sengl, würdigte die neue Art von Politik, die Daxenberger eingeführt habe. Auch der Waginger Werkeleiter Heinrich Thaler erinnerte an Daxenbergers Wirken; die Aufstellung von Elektro-Tankstellen an dem nach ihm benannten Platz wäre sicher in seinem Sinn gewesen, meinte er.

Bürgermeister Häusl ließ Sepp Daxenbergers Leben Revue passieren. »Gestalten statt verwalten« sei seine Devise gewesen, als er 1996 Bürgermeister wurde – übrigens mit Häusl und Werkeleiter Thaler als Gegenkandidaten. Schon den jungen Bürgern habe Daxenberger vermittelt, wie wichtig es sei, an der Demokratie mitzuwirken; letztlich habe die gesamte Bevölkerung mitgemacht und mache auch heute noch mit, wenn es um wichtige Projekte gehe.

Vor allem sei es Daxenberger auch um eine ökologische Neuausrichtung der Gemeinde gegangen: Dazu gehörten die Nahwärmeversorgung in Tettenhausen, Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen, ein gemeindliches Energiesparprogramm und möglichst viel Unabhängigkeit von externen Versorgern durch die eigenen Gemeindewerke. Daxenberger habe der Politik durch seine Art ein Mehr an Glaubwürdigkeit verliehen, würdigte Häusl.

Gisela Sengl meinte, ihre »Blitzkarriere« als Abgeordnete sei ganz wesentlich auch Sepp Daxenberger zu verdanken. Er habe es geschafft, grüne Politik hoffähig zu machen. Zudem sei er auch als erfolgreicher Politiker noch Mensch geblieben, nicht abgehoben, sondern stets offen gewesen für die Probleme der Menschen. Diese Politik wolle sie weiterführen. Der von Daxenberger mitbegründete Bauernmarkt sei ein guter Beitrag für Regionalität; denn das Land könne nur dann leben, wenn es in der Landwirtschaft und im Handwerk viele kleine Betriebe gebe.

»Den Weg weitergehen, den Daxenberger angefangen hat«

Werkeleiter Heinrich Thaler bezeichnete die Aufstellung der Elektro-Tankstellen als ein »Mosaiksteinchen auf dem Weg, den Sepp Daxenberger 1996 angefangen hat und den wir weiter begehen. Wir hoffen, dass die Bürger und auch die Gäste diese Einrichtungen honorieren.«

Es sei schön, dass gerade dieser Platz nach Daxenberger benannt werde. »Hier bündelt sich, was der Sepp angeleiert hat«: der Bauernmarkt, den Daxenberger und er 1997 gegen erhebliche Widerstände eingeführt hätten und der heute ein Beispiel für ökologische Vermarktung weit über Waging hinaus sei, sowie das gemeindliche Seniorenheim. Auch die Gemeindewerke seien ein »Steckenpferd vom Sepp« gewesen. Es sei ihm sehr wichtig gewesen, damit ein kommunales Energieversorgungsunternehmen zu haben; dadurch fließen Gewinne in die Gemeinde, und es stehe Geld für Investitionen zur Verfügung.

An den Tankstellen gebe es den Strom derzeit kostenlos, informierte Thaler. Mit den Tankstellen, von denen man hoffe, dass sie gut angenommen werden, wolle man ein Zeichen setzen für eine ausgeglichene CO2-Bilanz. Kommunen sollten mit gutem Beispiel vorangehen, »auch wenn es sich nicht gleich rentiert«. Als Anregung hatte die Gemeinde auch die örtlichen Radlfirmen eingeladen, die die Gelegenheit nutzten, den Interessenten die aktuelle Generation der Elektro-Räder zu zeigen, »normale« Radln ebenso wie Bergradln – mit der guten Nachricht dazu, dass die Preise dafür in Zukunft eher sinken würden. he