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Waging ehrt seine verdienten Bürgermeister

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Der Vorplatz zur Tourist-Info wird demnächst erweitert und wird dann »Bgm.-Sepp-Daxenberger-Platz« heißen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen. (Foto: Eder)

Waging am See. Die Marktgemeinde Waging am See ehrt drei langjährige verdiente Bürgermeister. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, zwei Plätze in Waging und eine Straße in Otting nach drei verstorbenen Bürgermeistern zu benennen: den Vorplatz vor der Tourist-Info in Waging, der demnächst noch erweitert werden soll, nach Sepp Daxenberger, den Platz in der Ortsmitte vor dem Bistro Bacchus nach Sebastian Schuhbeck und eine neue Straße im künftigen Baugebiet Otting nach Alois Heigermoser, der ja in der ehemaligen Gemeinde Otting zu Hause war.


Schon Ende 2010, kurz nach Sepp Daxenbergers Tod, war im Gemeinderat über solche Straßen- beziehungsweise Platzbezeichnungen diskutiert worden, letztlich konnte sich der Gemeinderat nicht einigen, das Thema wurde zurückgestellt und ruhte jetzt über zwei Jahre lang in der Schublade. Nun aber war es wieder aufgegriffen und damit gleich ein gemeinsames Paket für drei ehemalige Bürgermeister geschnürt worden, das im Gemeinderat allgemeine Zustimmung fand. Bürgermeister Herbert Häusl fasste zusammen, es sei die Überlegung aller Fraktionen gewesen, die drei ehemaligen Bürgermeister zu ehren.

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Nach kurzer Diskussion wurde die genaue Namensnennung festgelegt: Wie von Christine Rehrl als Kompromiss vorgeschlagen, sollen die Straßen- beziehungsweise Platzbezeichnungen mit Vornamen und abgekürztem Bürgermeister-Titel ausgeführt werden, also zum Beispiel »Bgm.-Sepp-Daxenberger-Platz«. Die Namensgebung soll relativ bald erfolgen. Allerdings soll erst der Platz an der Tourist-Info umgebaut und erweitert werden. Diese Fläche wird laut Bürgermeister Häusl deutlich aufgewertet, 20 000 Euro seien dafür im Haushalt eingestellt. Dort soll Raum geschaffen werden für eine Erweiterung des Bauernmarkts, außerdem soll hier neben der Tourist-Info eine Stromtankstelle aufgestellt werden. Von daher passe dieser Platz besonders gut zu Sepp Daxenberger: Er habe den Tourismus gefördert, den Bauernmarkt begründet und sich stets für mehr Ökologie eingesetzt.

Häusl nutzte die Sitzung auch noch, um in aller Kürze die Verdienste dieser drei Bürgermeister aufzuzählen. Sebastian Schuhbeck war von 1948 bis 1963 Waginger Bürgermeister – in einer sehr schwierigen Zeit, wie Häusl sagte, die von der Unterbringung der Flüchtlinge und dem gerade beginnenden Aufbau geprägt gewesen sei. Wegweisende Dinge habe Schuhbeck verwirklicht: etwa die erste Kanalisation, das Klärwerk in Fisching und die Umgehungsstraße, zu der sein Zitat überliefert ist: »Wenn es mit dem Gemeinderat nicht geht, mach' ich es allein.« Am allermeisten aber verbinde man mit Schuhbeck den Beginn des Tourismus mit dem Bau des Kurhauses und des Campingplatzes.

Alois Heigermoser war Bürgermeister von 1972 bis 1996: »Was er alles gemacht hat, kann man gar nicht aufzählen«, meinte Häusl: Vom Kindergarten bis hin zu Straßen habe er die Waginger Infrastruktur ausgebaut und verbessert, nicht zuletzt den Ringkanal um den See und das zentrale Klärwerk in Spöck realisiert. Heigermoser sei »Bürgermeister mit Leib und Seele« gewesen.

Sepp Daxenberger war von 1996 bis 2008 Rathauschef. Viele Bauten habe er initiiert, vor allem aber stehe er für eine ökologische Ausrichtung der Gemeinde Waging. Und er habe die Menschen animiert mitzumachen. Wenn es heutzutage zu vielen Themen ganz selbstverständlich Infoveranstaltungen gebe, so Häusl, gehe das sicherlich auch auf Daxenberger zurück, der als Landtagsabgeordneter und Landesvorsitzender der bayerischen Grünen weit über die Gemeinde hinaus bekannt gewesen sei – nicht zuletzt auch als Streiter für ökologische Landwirtschaft. »Es ist totschade, dass er nicht mehr ist«, schloss Häusl. he