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Waffennarr musste vor Gericht

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Laufen – Blöd gelaufen für einen 24-jährigen Lageristen. Ausgerechnet in der Zeit, in der er bei einem Laufener Freund seine Waffen zwischenlagerte, durchsuchte die Polizei dessen Räumlichkeiten. Und fand Waffen verschiedenster Art, vom Einzelladergewehr bis zum Kampfmesser, von der Schreckschusspistole bis zum Softair-Sturmgewehr.


Besitz, Führen und Verbringen von Schusswaffen und verbotener Waffen lautete die Anklage am Laufener Amtsgericht. Das Urteil: Eine zweijährige Bewährung und 500 Euro Geldauflage. Besonders schlimm für den Waffennarr: Alle 16 Waffen bleiben eingezogen.

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Weil der österreichische Staatsbürger von Hof nach Oberndorf übersiedeln wollte, mochte er seine Waffen nicht unbeaufsichtigt lassen. Er fragte einen Kollegen, ob er sie nicht zwischenzeitlich beim ihm in Laufen lagern könne. Pech nur, dass bei dem Laufener die Polizei in anderer Sache vorbeischaute. Und dabei die Waffen in einem unversperrten Schrank im Flur vor dem Büro vorfand. Er sei Sammler, begründete der 24-Jährige seinen Besitz, und er betreibe Softair-Spiele. Darüber, dass er seine Waffensammlung über die Grenze in ein anderes Land fahre, darüber habe er sich keinerlei Gedanken gemacht, versicherte er, denn die Waffen seien – mit Ausnahme des Schlagrings – allesamt in Österreich erlaubt.

Den Schrank mit den Waffen in dem Laufener Haus habe man unversperrt und ohne Schloss vorgefunden, berichtete ein 56-jähriger Beamter der Polizeiinspektion Laufen. Unklar sei, wer aller Zugang in das Obergeschoß des Hauses hatte.

Sowohl das Landeskriminalamt als auch das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd hatten umfangreiche Gutachten zu den Schusswaffen erstellt, über Funktionstüchtigkeit, Austrittsgeschwindigkeit und Bewegungsenergie. Als nicht mehr funktionstüchtig stellte sich ein Hinterlader aus dem 19. Jahrhundert dar, eine Druckluftbüchse »Tyrol« aus den 1950er Jahren dagegen war noch zu gebrauchen. Insbesondere die Softair-Waffen waren voll funktionsfähig.

Als fast noch jugendlich beschrieb Rechtsanwalt Falko Hübner seinen Mandanten, der sich halt keine Gedanken gemacht habe. »Sein Fehler war, damit über die Grenze zu fahren.« Allein das »extrem unterschiedliche Waffenrecht« von Deutschland und Österreich habe zu diesem Strafverfahren geführt. höf

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