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Wärme für St. Leonharder aus einem gemeinsamen »Ofen«?

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Wonneberg. Bekommt St. Leonhard eine Gemeinschafts-Hackschnitzelanlage? Und wenn ja, in welcher Form, in welcher Betreiberart und an welchem Standort? Das sind die Fragen, mit denen man sich in der Gemeinde Wonneberg seit längerem befasst. Eine Machbarkeitsstudie, die der Gemeinderat in Auftrag gegeben hat, soll Ende März vorliegen und eine Entscheidungsgrundlage bieten.


Der Leiter der Gemeindewerke Waging, Heinrich Thaler, schilderte den aktuellen Sachstand in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Es gibt recht unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, weil es bereits eine privat betriebene Hackschnitzelheizung gibt, an die derzeit 16 Häuser im nördlichen Teil von St. Leonhard angeschlossen sind. Nun stellen sich Fragen wie: Lässt sich die bestehende Anlage erweitern? Lässt sich die private Heizung in eine kommunale, halbkommunale oder genossenschaftliche Trägerschaft umstellen? Eine Erweiterung der Anlage und der Lagermöglichkeiten in dem engen Siedlungsbereich ist problematisch.

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So sucht die Gemeinde laut Thaler schon immer nach einem alternativen Standort für die Heizzentrale. Im Gespräch sei unter anderem ein Standort an der Schule; dort gäbe es zum Beispiel keine Nachbarn, die durch den Betrieb oder die Brennstoffanlieferung belästigt wären.

Unbestritten ist, dass eine Gemeinschaftsheizung im Ortszentrum von St. Leonhard sinnvoll ist, da hier mit Kirche, Kindergarten, Rathaus und Feuerwehrhaus fast alle kommunalen Gebäude nebeneinander stehen. Bei einer Informationsversammlung ergab sich trotz unterschiedlicher Ansichten in Sachen Standort oder Betreibermodell eine breite Zustimmung von Anwohnern, bei solch einer Gemeinschaftsheizanlage mitzumachen. Daraufhin beauftragte der Gemeinderat ein Planungsbüro mit einer Grobkostenschätzung und verschiedenen Trassenüberlegungen. Zudem besichtigte der Gemeinderat vor kurzem auch die private Anlage.

Die Überlegungen werden noch durch eine weitere Alternative ergänzt: Etwa ein Kilometer von St. Leonhard entfernt, im Weiler Wolfsberg, gibt es eine große Biogasanlage, deren Abwärme sich eventuell für St. Leonhard nutzen ließe. Eine Studie soll das jetzt klären. Und auch Planer Michael Frumm-Mayer macht sich derweil Gedanken darüber, inwieweit eine bauliche Verwirklichung beziehungsweise Erweiterung der Anlage möglich wäre.

Jetzt also wartet die Gemeinde auf das Ergebnis der Studie, in der für alle offenen Fragen eine Handlungsempfehlung gegeben werden soll: ob sich eine solche Anlage rechnet – mit den jeweiligen Alternativen, wie das ideale Betreibermodell aussehen soll, welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Eine davon könnte über die Bioenergie-Region Achental laufen: nämlich die Prüfung einer Kombination von Biogas und Hackschnitzeln, die es im Achental so offenbar noch nicht gibt. Aus diesem Grund könnten Fördergelder auch an andere Gemeinden fließen, die so etwas ausprobieren wollen.

Ein kleiner Arbeitskreis begleitet das Projekt. Ihm gehören Vertreter von Gemeinderat und Verwaltung sowie Alex Reinmiedl als einer der Betreiber der privaten Hackschnitzelanlage an. Wenn die Studie vorliegt, soll sie zunächst im Gemeinderat, dann in der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bis zur Sommerpause, so meint Heinrich Thaler, will man wissen, ob das Projekt umsetzbar ist oder nicht, wo der ideale Standort wäre und wie die Betreiberform aussehen solle – falls das Projekt insgesamt umsetzbar erscheint.

In diesem Fall könnte man dann im Winter 2013/14 ausschreiben, Zuschussanträge stellen, um dann möglicherweise im Frühjahr 2014 mit dem Bau beginnen zu können. Damit könnte die Anlage, wenn sie denn zustande kommt, im Herbst 2014 in Betrieb gehen, meint Thaler in einer »vorsichtigen Schätzung«. he