weather-image
19°

Wachablösung im Bauhof

5.0
5.0

Grassau. Nur einen kleinen Schuppen mit wenigen Gerätschaften fand Josef Dettl im Grassauer Bauhof vor, als er 1981 seine Arbeit dort antrat. Mittlerweile ist der Grassauer Bauhof selbst ein kleines Unternehmen mit neun Mitarbeitern. Der Abschied von seinen Pflichten als Bauhofleiter fiel Josef Dettl nicht leicht, wie bei der offiziellen Verabschiedung im Rathaus zu sehen war. Gleichzeitig ernannte Bürgermeister Rudi Jantke Hans Weißenbacher zum neuen Bauhofleiter.


Vor 31 Jahren wurde Josef Dettl als Bauhofmitarbeiter eingestellt. 1992 übernahm er die Bauhofleitung. Nun beginnt für Dettl die Freistellungsphase, die 2015 mit dem Rentenbeginn endet. »Um den Bauhof zu leiten, muss jemand etwas von der Sache verstehen, anpacken können und Führungsaufgaben übernehmen, zudem unter den Mitarbeitern ausgleichend wirken«, sagte Bürgermeister Jantke. All diese Fähigkeiten habe Dettl vereint. Jantke hob die angenehme Zusammenarbeit mit Dettl hervor. Ihn freue, dass intern für eine gute Nachfolge gesorgt wurde und man mit Hans Weißenbacher einen guten Griff getan habe. Weißenbacher kenne die Zusammenhänge und könne Führungsaufgaben übernehmen. Die Stellvertretung für Weißenbacher übernehme Michael Höger.

Anzeige

20 Pickel, 20 Schaufeln, eine Motorsäge, einen Unimog, einen Citytruck und einen Kombilastwagen hatte vor 31 Jahren der Bauhof. Dettl erinnerte sich an das mühsame Mähen des Sportplatzes wobei die Bäume per Hand ausgeschnitten wurden. Viel geändert habe sich im Winterdienst. Früher habe es unglaublich viele Schneeverwehungen gegeben, wobei Straßen kaum noch erkennbar waren. Auch habe man früher nur eine Palette Salz zum Streuen zur Verfügung gehabt. Die Wetterlage habe sich geändert und auch der Winterdienst. Gerade im Winter gebe es viel zu tun und es werde schon nachts mit dem Räumen angefangen. Dass aber erst die Hauptwege und später die Nebenstraßen geräumt werden, daran haben sich immer noch nicht alle gewöhnt. Viele Bauhofarbeiten seien in den Jahren hinzugekommen. Von der kleinen Hütte wanderte der Bauhof in das Heftergewölbe und sei nun gut im Areal des Bauhofs in Erlach untergebracht.

Eines seiner einprägsamsten Erlebnisse sei der Abbau der Hochreserve in Reichenhall gewesen, sagte Dettl. Dort wurde die Einrichtung der Hochreserve abgebaut und im Grassauer Museum Klaushäusl in die dortige Hochreserve eingebaut. Körperlich und auch logistisch sei dies zur Herausforderung geworden. Auch den Behindertensteg in den Reifinger Badesee zu installieren, habe den Bauhofmitarbeitern einiges abverlangt. Es musste teilweise im eiskalten Wasser getaucht werden. Die Arbeit im Bauhof sei hochinteressant und abwechslungsreich gewesen und immer wieder neu. Das Wichtigste aber, so Dettl, sei, dass nie etwas passiert ist. Viele Arbeiten waren riskant und dennoch durfte nie zu viel riskiert werden. Nur wenig Bestätigung habe man aus der Bevölkerung erhalten. Da aber widersprach der Rathauschef, der betonte, dass er oft hinsichtlich des schönen, sauberen Ortsbilds gelobt werde und dieses Lob gebühre den Bauhofmitarbeitern.

Dettl sicherte zu, dass er auch während seiner Freistellungsphase gerne mit Rat zur Seite stehe und wünschte seinem Nachfolger eine glückliche Hand. Wichtig sei, auf das Team zu achten, ein offenes Ohr zu haben und auch gemeinsam Brotzeit zu machen. tb

Mehr aus der Stadt Traunstein