weather-image
10°

Vorzeigesee für Renkenbestand

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Mit der Fischerstandarte zogen die Fischer vom Münster auf der Fraueninsel aus zum Kriegerdenkmal unter den Linden. (Foto: Thümmler)

Chiemsee – Die 16 Berufsfischer am Chiemsee sind mit der Gesamtsituation sehr zufrieden. Mit einem Gesamtfang von 126 000 Kilogramm haben sie die Ergebnisse der vorigen Jahre noch einmal übertroffen, hieß es beim Fischerjahrtag auf der Fraueninsel. Besonders den Renkenfang bezeichnete der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Chiemsee, Thomas Lex, als sehr erfreulich.


»Besonders bezüglich des Renkenbestandes ist der Chiemsee sicher ein Vorzeigesee«, so Lex. Der Bestand sei schon seit über zehn Jahren auf hohem Niveau. Das Wachstum der Renken habe sich etwas stabilisiert, auch, weil sich das Zoo-Plankton gut vermehrt habe. Auch der Fettgehalt der Renken sei gut. So hoffen die Berufsfischer, dass es auch in den letzten zwei Monaten Fangzeit noch gute Fänge geben werde.

Anzeige

Guten Mutes sehen die Berufsfischer auch in die Zukunft. So haben die Probefischungen der Fachberatung des Bezirkes Oberbayern einen guten Bestand bei den Renken ergeben. Allerdings betonte Lex, dass das letztjährige Fangergebnis von fast 100 000 Kilogramm (2014 85 000 Kilogramm) Renken nicht von »ungefähr« komme. So trage der kontinuierliche Besatz in den letzten Jahren zwischen 60 und 100 Millionen Renkenbrütlingen aus der Brutanstalt zum Fangerfolg bei. In der Laichzeit im November und Dezember haben die Fischer 1200 Liter Renkeneier in die Brutanstalt gebracht. Nach sorgsamer Pflege bis zum Schlüpfen seien dann 80 Millionen Renken im ganzen See verteilt worden. Um den Fischbestand möglichst zu vermehren, seien im letzten Jahr Fische im Wert von 57 000 Euro gekauft worden. Zusammen mit Hecht- und Renkenbrütlingen aus der Brutanstalt habe die Genossenschaft Fische im Wert von rund 500 000 Euro ausgesetzt. »Ich glaube, das kann sich sehen lassen«, so Lex. In wohl keinen vergleichbaren See werde mit so hohem Aufwand der Fischbestand gepflegt. Davon würden auch die 1100 Angelfischer profitieren, besonders mit guten Renken- und Hechtfängen. Auch sie trügen mit dem Angelkartenerlös, der zu 100 Prozent zum Satzfischkauf und Betrieb der Brutanstalt verwendet werde, zum Erfolg bei.

Weiter sagte Lex, die 500 Kormorane mit rund 125 bebrüteten Nestern seien am Chiemsee einfach zu viel. Mit den genehmigten Abschüssen sei dem Bestand nicht beizukommen. »Wir fühlen uns vom Besitzer und Verpächter, dem Freistaat, gegenüber dem übermächtigen Vogelschutz allein gelassen«, erklärte er. Für die Zukunft mache zuversichtlich, dass in den letzten zwei Jahren fünf junge Chiemseefischer die Meisterprüfung bestanden haben.

Der Fischerjahrtag hatte mit einem Gottesdienst im Münster begonnen. Ein Kirchenzug mit der Fischerstandarte führte zum Kriegerdenkmal unter den Linden. Lex legte zu Ehren der toten Fischer einen Kranz am Denkmal nieder. Mit den Klängen der Musikkapelle Prien ging es zurück zur Versammlung im Hotel Linde. th