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»Vorwürfe haben sich nicht bestätigt«

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Ruhpolding – Der Protest der Asylbewerber aus Ruhpolding in München dauert an. Inzwischen sind sie dort seit über zwei Wochen, weil sie nicht in ihre eigentliche Unterkunft zurückkehren wollen.


Das Landratsamt Traunstein ist inzwischen den Vorwürfen der Flüchtlinge gegen den Betreiber ihrer Unterkunft nachgegangen. »Die Vorwürfe haben sich nicht bestätigt«, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter Siegfried Ehgartner.

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Keiner hatte sich vorher im Landratsamt beschwert

Von Ehrenamtlichen aus München hatte das Landratsamt überhaupt erst von dem Protest erfahren. Nicht einer der 27 Asylbewerber, die jetzt in der Landeshauptstadt seien, habe sich vorher im Landratsamt beschwert, so Ehgartner. Auch weil die Regierung von Oberbayern um Stellungnahme gebeten hat, prüfte die Behörde jetzt »alles vollumfänglich«, wie der Fachbereichsleiter erklärt.

Für keinen der Vorwürfe habe sich bei einem Vor-Ort-Termin am vergangenen Dienstag eine Bestätigung finden lassen, resümiert Ehgartner. Die Asylbewerber hatten gegenüber der »Süddeutschen Zeitung« angegeben, dass die Betreiber einen kranken Bewohner selbst nach einem epileptischen Anfall als Simulanten bezichtigt haben sollen. Darüber hinaus sollen sie ärztliche Überweisungen zerrissen haben.

Pakistani waren wohl freiwillig im Souterrain

Thema war auch der Vorwurf, dass Asylbewerber ein Zimmer im Keller zugewiesen bekommen hätten. Anscheinend haben die Pakistani aber freiwillige im Souterrain gewohnt. Sie hätten ein wenig räumlichen Abstand von den afghanischen Bewohnern der Unterkunft haben wollen und darum freiwillig im Untergeschoß gewohnt – obwohl es in den oberen Stockwerken noch freie Plätze gegeben hätte, erklärte der Betreiber.

Warum die Pakistani jetzt zusammen mit den afghanischen Mitbewohnern vor der Bayernkaserne ihr Protestlager aufgeschlagen haben, das kann das Landratsamt auch nicht wirklich einordnen.

Unter anderem waren diese Woche auch Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung in dem ehemaligen Hotel in Ruhpolding. Hinweise darauf, dass dort Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum auf den Tisch kommen, hätten sich aber nicht finden lassen, so Ehgartner.

»Die Überprüfung ist abgeschlossen«, führt der Fachbereichsleiter aus. Die Ergebnisse seien am vergangenen Mittwoch an die Regierung von Oberbayern weitergeleitet worden. Laut Ehgartner ist einer der 27 Asylbewerber inzwischen wieder zurück in Ruhpolding. Die anderen 26 sind wohl noch in München – ob vor der Bayernkaserne oder an einem anderen Platz, das weiß der Behördenmitarbeiter nicht mit Sicherheit.

»Sie können jederzeit zurückkommen«

Wie lange sie dort noch bleiben werden, das steht in den Sternen. Jetzt steht erst noch einmal eine Überprüfung durch die Regierung von Oberbayern an. Siegfried Ehgartner stellt in jedem Fall klar: »Die Asylbewerber können jederzeit zurückkommen.« san