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Vorsicht vor dem Riesenbärenklau: Diese Staude ist giftig

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Der Riesenbärenklau kann bis zu vier Meter hoch werden. Sollten Gartenbesitzer eine solche Pflanze im Garten haben, sollten sie diese dringend bekämpfen. Unsere Gartentipps sind auch auf unserer Homepage unter www.traunsteiner-tagblatt.de/gartenleben abrufbar. (Fotos: Unterhauser)
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Bei einem Kontakt mit dem Riesenbärenklau, der phototoxische Gifte enthält, kann es zu heftigen Hautreaktionen kommen.
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Vorsicht vor dieser Pflanze: Der Riesenbärenklau oder auch Herkulesstaude genannt, ist giftig. Kommt man mit den Blättern in Berührung, kann es wegen ihrer phototoxischen Giftstoffe zu heftigen Hautreaktionen, die an Verbrennungen erinnern, kommen. »Weil es in diesem Jahr so nass und feucht war, ist die Staude ziemlich gut gewachsen«, sagt Georg Unterhauser, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein. Vor allem Kinder sollten aufpassen, damit sie beim Spielen nicht mit der Pflanze in Berührung kommen.


Der Riesenbärenklau wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze in Europa eingeführt. Die mehrjährige, giftige Staude kann bis zu vier Meter hoch werden. Nach der Blüte stirbt die Einzelpflanze ab, sie bildet vorher jedoch bis zu 50 000 flug- und schwimmfähige Samen aus. »Daher findet man sie mittlerweile weit verbreitet in unserer Landschaft«, weiß Unterhauser. Vor allem auf Feldern kommt die Staude häufiger vor. »Da fühlt sich keiner dafür verantwortlich.« Wegen ihrer Wuchs- und Ausbreitungsdominanz verdränge sie die ursprünglich heimische Vegetation nahezu flächendeckend, zunehmend auch auf naturschutzfachlich wertvollen Flächen wie Biotopen, hebt der Experte hervor.

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»Daher sollte der Riesenbärenklau gezielt bekämpft werden«, wünscht sich Unterhauser. Dies sei allerdings nicht ganz einfach, sagt der Fachberater. Er weist zunächst daraufhin, dass man unbedingt Schutzkleidung und Handschuhe tragen soll, um jeglichen Hautkontakt ausschließen zu können. Kommt es dennoch einmal zu einer Berührung, dann sollte man die betroffenen Hautstellen umgehend mit Wasser reinigen. Mit der Bekämpfung sollte man »auf jeden Fall warten, bis es trüb und regnerisch ist«, fügt Unterhauser hinzu. Denn dann wirken die phototoxischen Giftstoffe nicht so stark.

Bei der Bekämpfung reicht es nicht aus, die Pflanze nur auszureißen oder umzumähen. Unterhauser empfiehlt, den Riesenbärenklau schon frühzeitig im Jahr zu bekämpfen – der Vorteil dabei: Der Pflanze bleiben damit keinerlei Regenerationsmöglichkeiten. »Sie wird absterben«, sagt Unterhauser. Wichtig sei jedoch, die noch niedrigen Einzelpflanzen mitsamt dem Vegetationskegel an der Wurzel auszugraben oder abzuhacken, führt Unterhauser weiter aus. Dazu muss man mindestens 15 Zentimeter in den Boden graben. »Abschneiden allein genügt nicht«, weißt er nochmals hin. »Da das ganze Jahr über Jungpflanzen keimen können, ist eine regelmäßige Nachkontrolle bis September notwendig.«

Bekämpft man den Riesenbärenklau im Sommer, muss man darauf achten, dass man zunächst die Hauptdolde abschlägt. Danach folgt die Zerlegung der samentragenden Hauptdolde. Die Nebendolden vertrocknen, sie kann man daher an der Mutterpflanze belassen. »Bei der Entsorgung muss man darauf achten, dass die Samen beim Transport nicht verloren gehen«, betont Unterhauser. Die Mutterpflanze kann der Gartenbesitzer stehen lassen, damit er sie bei der Kontrolle im Unkraut wiederfindet. Sie stirbt dann im Winter ab.

Tritt der Riesenbärenklau großflächig auf, lässt er sich meist nur noch effektiv mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. »Dazu braucht man jedoch eine Ausnahmegenehmigung vom zuständigen Amt für Landwirtschaft«, sagt Georg Unterhauser. Zudem sollten nur Personen mit Sachkundenachweis für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln dieses Mittel ausbringen. Als Alternative zur chemischen Bekämpfung können auf geeigneten Flächen auch folgende Maßnahmen auf Dauer erfolgreich sein: Man muss sechsmal im Jahr mähen und mulchen. Auch eine Beweidung mit Schafen kann von Erfolg gekrönt sein.

Egal wie groß der Bestand war, eine regelmäßige Nachkontrolle ist unerlässlich. »Eine Bekämpfung kann über mehrere Jahre nötig sein«, sagt Unterhauser, »Ausdauer und Geduld sind hier wichtig.« SB