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Vorsicht beim Umgang mit Silvesterfeuerwerk

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Jedes Jahr kommt es zu Unfällen mit Pyrotechnik. Beim Anzünden ist stets Vorsicht geboten! Heute startet der Feuerwerksverkauf.

Das Bayerische Landeskriminalamt warnt zum Start des Feuerwerksverkaufs am heutigen Freitag eindringlich vor dem Umgang mit nicht geprüfter Pyrotechnik. Es kommt immer wieder zu schweren gesundheitlichen Folgen durch Unfälle mit illegalen oder selbstgebastelten Feuerwerkskörpern. Bei Verstößen sind Bußgelder von bis zu 50 000 Euro sowie Freiheitsstrafen möglich.


Überall auf der Welt werden besondere, größere und kleinere Feiern schon seit Langem mit einem Feuerwerk begonnen oder beendet. Denn Feuerwerk, die Choreografie aus Sternen und Kometen, bietet nun mal eine einmalige Farbenpracht am abendlichen Himmel. Es spricht die Sinne, Augen und Ohren gleichermaßen an, betört mit einmaligen optischen und akustischen Reizen.

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Es ist rund 1000 Jahre her, dass in China die ersten Feuerwerke den Himmel er-leuchteten. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich in Italien eine eigenständige Feuerwerkskunst, die sich von hier aus über ganz Europa verbreitete. Als Facette fürstlicher Repräsentation erlangten seit der frühen Neuzeit prächtige höfische Feuerwerke große Beliebtheit, auch in Kombination mit musikalischen Darbietungen.

Sicherheit ist beim Umgang mit Feuerwerk höchstes Gebot – ob bei Großilluminationen oder dem heimischen Silvesterfeuerwerk. Auf illegales Import-Silvesterfeuerwerk wie die sogenannten Polenböller sollte jeder aus berechtigter Sorge um seine Gesundheit verzichten. Es entspricht nicht den Sicherheitsanforderungen. In Deutschland dürfen nur Feuerwerkskörper an den Verbraucher abgegeben werden, wenn sie eine Registriernummer und ein CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle tragen. Darüber hinaus trägt auch das VPI-Zeichen des Verbands der Pyrotechnischen Industrie zur Sicherheit bei. Damit dokumentieren die Mitglieder des VPI, dass die Feuerwerkskörper auch den deutschen Anforderungen entsprechen.

Verletzungen im Gesicht und an den Händen

Vor allem beim Umgang mit illegaler Pyrotechnik kommt es immer wieder zu gesundheitlichen Schäden. Doch auch der leichtsinnige und oft unsachgemäße Umgang mit Feuerwerksartikeln allgemein führt immer wieder zu erheblichen Sach- und Personenschaden. Andere Menschen werden meistens im Gesicht und dort vor allem an den Augen, aber auch an Händen und Unterarmen verletzt. In vielen Fallen führen diese oft schweren Verletzungen zu lebenslangen gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Pyrotechnische Gegenstände werden je nach Verwendungszweck und Gefährlichkeit in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die in Deutschland handelsüblichen pyrotechnischen Gegenstände für Silvester sind in die Kategorie 2 eingestuft und frei ab 18 Jahren. Nur das sogenannte Kleinst- feuerwerk der Kategorie 1, zum Beispiel Knallerbsen oder Wunderkerzen, darf von Personen ab zwölf Jahren gekauft werden. Pyrotechnik der Kategorie 3 und 4 (Mittel- und Großfeuerwerk) ist ausschließlich Inhabern entsprechender sprengstoffrechtlicher Erlaubnisse vorbehalten, auch wenn diese Pyrotechnik auf den freien Märkten im benachbarten Ausland oder im Internet zu günstigen Konditionen frei erhältlich ist.

Das große Problem bei Feuerwerk aus dem Ausland oder Internet ist, dass die Zusammensetzungen dieser verbotenen pyrotechnischen Erzeugnisse in der Regel unklar sind, weshalb deren Verwendung mit extremen Risiken verbunden ist und zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Sie entsprechen nicht den hiesigen Sicherheitsstandards. Unter anderem besteht die Gefahr von Fehlzündungen der unkontrollierten Ware. Außerdem haben sie aufgrund ihrer anderen chemischen Zusammensetzung und mehr Inhalts eine wesentlich höhere Wirkung als hiesige Feuerwerkskörper.

Der Umgang mit nicht CE-zertifizierter Pyrotechnik stellt in Deutschland einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz dar. Bußgelder bis zu 50 000 Euro, sogar Freiheitsstrafen, sind hier möglich. Daher sollte man beim Kauf unbedingt auf die CE-Zertifizierung achten. Diese muss auf allen pyrotechnischen Produkten in deutscher Sprache aufgedruckt sein.

Feuerwerk geht auf Brauch der Germanen zurück

Die Tradition, in der Silvesternacht ein Feuerwerk zu veranstalten, soll auf einen Brauch der Germanen zurückgehen. Diese fürchteten, dass der schreckliche Kriegsgott Wotan in den dunklen »Rauhnächten«, um die sich viele Mythen ranken, sein Unwesen treibe und am 31. Dezember mit seinem Gespenster-Heer durch die Lüfte zieht. Daher veranstalteten sie selbst ein Höllenspektakel, um die bösen Geister zu vertreiben, und zündeten Holzräder an, um sie brennend ins Tal rollen zu lassen; ein Ritual, das noch heute in manchen ländlichen Gegenden praktiziert wird. jar/fb

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