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Vorschriften und Verbote behindern Landwirtschaft

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Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied (rechts), gratulierte im Rahmen des Kreisbauerntages im Matzinger Festzelt auch den Landwirtschaftsmeistern zur bestandenen Prüfung. Unser Foto zeigt ihn mit Martin Maier aus Grilling, der bayernweit die beste Prüfung abgelegt hat. (Foto: Rasch)

Traunreut. Beim jährlich stattfindenden Kreisbauerntag des BBV-Kreisverbandes Traunstein ist es Tradition, die neuen Landwirtschaftsmeister zu ehren. Bei der Veranstaltung im Festzelt in Matzing gab es auch Glückwünsche von der obersten Verbandsebene: Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, gratulierte den jungen Landwirten zur 2013 bestandenen Meisterprüfung.


Mit Martin Maier aus Grilling in der Gemeinde Chieming stellte der Kreisverband in Bayern den besten Prüfungsteilnehmer. Die Meisterprüfung schafften auch Regina Scheck aus Tabing, Josef Frank aus Perading, Stefan Haunerdinger aus Kirchanschöring, Josef Jäger aus Pietling, Johann Mayer aus Petting, Sebastian Mittermayer aus Schnaitsee, Markus Parzinger aus Tittmoning und Johannes Wimmer aus Grabenstätt.

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Für die bestandene Prüfung gab es auch seitens des Kreisverbandes ein kleines Präsent. Rund 600 Landwirte waren zum Kreisbauer gekommen. Der Traunwalchener Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer versprach, sich mit Rukwied an vorderster Front in Berlin für die Landwirtschaft einzusetzen: »Ich werde nichts zulassen, was die Interessen der Landwirtschaft verletzt.«

Dass die Landwirtschaft auch im Landkreis Traunstein eine wichtige Rolle spielt, stellte Landrat Siegfried Walch heraus. Ohne Pflege wäre unsere Landschaft eine andere, betonte er. »Wir haben eine starke Wirtschaftsregion, weil wir starke Bauern haben. Als Landrat wolle er auch für die Regionalität kämpfen und diese auch zu einem Markenzeichen des Tourismus machen.

Als »Lebensanker der Gesellschaft« bezeichnete der Traunreuter Bürgermeister Klaus Ritter die landwirtschaftlichen Betriebe, deren Zahl nach Aussagen des Traunwalchener BBV-Vorsitzenden Frank Janetzky im Stadtgebiet extrem rückläufig sei. 33 Betriebe seien in den vergangenen 20 Jahren aufgelöst worden. Heute gibt es in der Stadtgemeinde noch 57 Rinderhalter, davon 47 Milchviehbetriebe; außerdem zwei Schweinehalter, 17 Pferdehalter und drei Schafhalter. Wie Janetzky weiter mitteilte, haben sich in den vergangenen 30 Jahren die landwirtschaftlichen Flächen um 200 Hektar und die Waldflächen um 20 Hektar verringert.

Für ein Ende der Vorschriften und Verbote für die Bauern, die eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft behinderten, sprach sich Joachim Rukwied aus. Nach Einschätzung des Bauernpräsidenten besteht bei der anstehenden Novelle der Düngeverordnung die Gefahr, dass mit starren Obergrenzen für die Stickstoffdüngung die bisher erfolgreiche Produktion unter anderem von Qualitätsgetreide infrage gestellt wird. Es sei nicht nachvollziehbar, dass zusätzliche Einschränkungen, wie beispielsweise bei den Ausbringungszeiten gemacht werden. Es könne nicht sein, dass Wirtschaftsdünger Hunderte von Kilometern verbracht werden und gleichzeitig zur Bedarfsdeckung bei Grünland und Ackerkulturen mineralische Dünger zugekauft werden müssen. Weiter betonte der Präsident, dass die Landwirtschaft die Effizienz der Produktion in den vergangenen Jahren gesteigert und hierdurch die Nährstoffüberschüsse deutlich reduziert habe.

Im Gegensatz zu anderen EU-Ländern habe Deutschland die europäische Nitratrichtlinie flächendeckend umgesetzt. Darüber hinaus zähle Deutschland zu den Spitzenreitern in der EU bei der Durchführung von freiwilligen Agrarumweltprogrammen im Gewässer- und Naturschutz. Rukwied, der in seiner rund einstündigen Rede viele weitere brisante Themen anschnitt, richtete auch einen Appell an die Bundespolitik, die Mittel für die Landwirtschaft aufzustocken, um den bäuerlichen Familien neue Chancen zu eröffnen.

Den Landwirten rief er zu, sich in die Politik einzumischen und in eigener Sache für den Berufsstand einzutreten. Als gelernter Landwirt und Agrarfunktionär blickt der gebürtige Baden-Württemberger optimistisch in die Zukunft: »Ich glaube an die Zukunft unserer Landwirtschaft. Wir sind engagiert, motiviert und bestens ausgebildet.« ga