weather-image
11°

Vorschläge zu Tourismusthemen wurden nicht umgesetzt

5.0
5.0
Bildtext einblenden
VHI-Vorsitzender Alfons Schrittenlocher (links) verabschiedet nach zwölf Jahren das scheidende Ausschussmitglied Gebhard Baueregger. (Foto: Bauregger)

Inzell – Mit einem zufriedenen und einem kritischen Auge, beleuchtete der Vorsitzende des Verkehrs- und Heimatvereins Inzell (VHI), Alfons Schrittenlocher, die Aktivitäten im zurückliegenden Vereinsjahr.


Insgesamt zählt der Verein derzeit 281 Mitglieder. Als herausragendes Ereignis nannte der Vorsitzende die Dauerausstellung zum Lebenswerk des Inzeller Künstlers Ernst Rappel im Rathaus. Weniger positiv entwickelten sich etwa die Vorschläge des VHI zur Sanierung des Musikpavillons im Kurgarten und zur Neuaufstellung von Ruhebänken an besonders schönen Aussichtspunkten.

Anzeige

Schrittenlocher ging auf die Aktivitäten im vergangenen Jahr ausführlich ein. Sehr positiv bewerten Gäste die Sonntagskonzerte im Kurpark mit Sektausschank, den zwei Vereinsmitglieder bereits seit mehreren Jahren organisieren. Das Projekt »Kräutergarten im Kurpark« verlief hingegen nicht so wie geplant. Hier hatte der VHI in Aussicht gestellt, die Kosten für die Pflanzenbeschilderung in Höhe von 500 Euro zu übernehmen. Leider haben sich aber, nach internen Querelen, Karin Kirmse und der Gartenbauverein aus dem Projekt zurückgezogen, das nunmehr von Maria Hopf betreut wird.

Oldtimer-Lastwagentreffen soll 2017 wieder stattfinden

Durchaus erfolgreich war laut Schrittenlochner die Osteraktion mit Ostereiersuche der ITG und des Gewerbevereins im alten Kurpark. Auch in diesem Jahr werden Kinder der Inzeller Schule für die Aktion neue Objekte gestalten. Die Materialkosten von etwa 500 Euro übernimmt auch heuer der VHI. Blumenpatenschaften im Ort und die Pfingstroas unterstützte der Verein 2016 mit je 300 Euro. Auch das Oldtimer-Lastwagentreffen soll 2017 wieder stattfinden, diesmal aber, statt am Vatertag, am 15. August. Anmeldungen dazu gibt es bereits.

Ein besonderes Ereignis war es für den VHI, nach zwei Jahren Vorbereitungszeit, die Dauerausstellung über das künstlerische Wirken Ernst Rappels feierlich eröffnen zu können. Im Verlauf der gut besuchten Eröffnungsfeier enthüllten Bürgermeister Hans Egger und Anna-Maria Rappel auch gleich den neuen Schriftzug »Ernst Rappel Saal«. Für die Ausstellung hat der Verein unter anderem zwei Eckvitrinen und einige Informationstafeln herstellen lassen. Eine wichtige Funktion nahm der VHI erneut als beratendes Mitglied mit Kontrollfunktion bei der ITG wahr.

Seine Unzufriedenheit drückte Schrittenlocher hingegen zu drei Projekten aus, die auch nach mehreren Jahren intensiver Bemühungen, keiner Lösung oder Umsetzung zugeführt werden konnten. Zum einem betrifft dies den Rundweg von der Weißbachquelle über den Gletschergarten zum Weißbachfall. Zudem gelang es noch nicht, neue Ruhebänke an vorgeschlagenen Aussichtspunkten aufzustellen. Zu einem großen Schandfleck entwickle sich auch der Musikpavillon im alten Kurpark. Weder eine angestrebte Generalsanierung noch eine anvisierte Erweiterung oder die Schaffung funktionierender Toiletten im Kurpark konnten bisher umgesetzt werden. Ohne ein Engagement der Gemeinde sei hier nichts zu bewerkstelligen. Gerade dies fehle aber. Der stellvertretende Bürgermeister Richard Hütter versprach, sich dieser Themen anzunehmen und den Status zu klären.

Helga Kamml trug im Anschluss den Kassenbericht vor. Als größte Einnahmen konnte sie die Mitgliederbeiträge anführen. Die größte Ausgabe wurde für die Vitrinen im Ernst Rappel Saal mit 2330 Euro getätigt worden. Kassenprüfer Walter Böhm bestätigte der Kassierin eine tadellose Arbeit.

Nach zwölf Jahren Ausschusstätigkeit verabschiedete Schrittenlocher dann Gebhard Baueregger und dankte ihm mit einem Geschenk für sein großes Engagement. Da sich kein neuer Kandidat fand, bleibt der Ausschussposten unbesetzt. Die beiden Kassenprüfer, Walter Böhm und Burgi Bauregger, wurden in ihre Ämter wiedergewählt.

Vize-Bürgermeister Richard Hütter dankte dem Verein im Namen der Gemeinde für dessen wertvolle Arbeit für den Ort und die Ortsgemeinschaft und bat um weiteres Engagement. ITG Geschäftsführer Gerhard Steinbacher ging kurz auf die erfreulichen Übernachtungszahlen ein, die 2016 um drei Prozent höher lagen als ein Jahr davor. Er danke dem VHI zudem für die wichtige Mitarbeit im Gremium und die Organisation der verschiedenen Veranstaltungen. Als Termin für Fertigstellung der Chiemgauer-Mountainbike Beschilderung in Inzell nannte Steinbacher den Herbst dieses Jahres. Weiter konnte er verkünden, dass es ab heuer eine gemeinsame Bäderkarte für die Freibäder in Inzell, Siegsdorf, Bergen, Ruhpolding und Traunstein geben wird.

Einen sehr interessanten, detailliert ausgearbeiteten und reich bebilderten Vortrag bot den Versammlungsteilnehmern im Anschluss der ehemalige Gymnasiast Johannes Holzner. Er hatte als Seminararbeit die Entwicklung Inzells von einer bäuerlichen Struktur hin zu einem Tourismus- und weltbekannten Wintersportort untersucht.

Kritik: Engagement werde mit Füßen getreten

Aus der Versammlung heraus wurde ebenfalls die schleppende Umsetzung der vom Vorsitzenden bereits angesprochenen Projekte und darüber hinaus beim Kinderspielplatz in der Schmelz und dem Rundweg um den Zwingsee kritisiert. So werden persönliches Engagement und Einsatz mit Füßen getreten und negiert. Bemängelt wurden auch die teils sehr dreckigen Bänke im Kurpark. Die Begründung einiger Zustände durch Hütter mit einer dünnen Personaldecke im Bauhof, ließ ein Ausschussmitglied nicht gelten. Schließlich lebe Inzell vom Tourismus.

Die in der Öffentlichkeit vermehrt geäußerte Kritik an der Baumaßnahme rund um das ehemalige Hotel Post konnte Alfons Schrittenlocher abschließend nicht nachvollziehen. Seiner Meinung nach wurde der Umbau »toll« umgesetzt und ein großer Schandfleck in der Ortsmitte so beseitigt. wb