weather-image
14°

Vorschläge für ein attraktiveres Bajuwarenmuseum in Waging

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Das Bajuwarenmuseum sollte von außen besser zu erkennen sein. Archäologe Hans-Peter Volpert stellte im Gemeinderat einige Verbesserungsvorschläge vor. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Zwar nahm der Waginger Gemeinderat die Vorschläge für ein attraktiveres Bajuwarenmuseum zur Kenntnis, aber die Skepsis war groß. Nicht zuletzt deshalb, weil der Archäologe Hans-Peter Volpert mehrfach darauf verwies, dass ein Museum nicht ohne eine verantwortliche Person laufen könne.


»Eine feste Betreuung ist einfach notwendig«, betonte er. »Es braucht ja keine hauptamtliche Stelle zu sein.« Eine Anstellung auf einer kleinen Basis – auf Nachfrage nannte er eine Monatsentschädigung von 640 Euro – müsse sein. Es müsse eine Person geben, die sich verantwortlich zeichnet, die zu gewissen Zeiten erreichbar ist, einfach »dass alles läuft.«

Anzeige

Museum ist vor allem für Kinder langweilig

Zuvor hatte Volpert auf Schwachstellen verwiesen. Seiner Meinung nach ist das Museum schwer zu finden. Die Aufschrift sei sehr klein. Schade sei, dass das auffällige, große Mobile nach hinten versetzt worden ist. Außerdem sei im Gebäude die Orientierung verbesserungsfähig, die Lichtsituation mit der Glaskuppel sei unbefriedigend.

Was die Ausstellung betrifft, hatte sich Volpert einige Meinungen aus dem Gästebuch geholt. Daraus geht vor, dass gerade für Kinder das Museum eher »langweilig« ist – dies sei noch »einer der harmloseren Einträge« gewesen, so Volpert. Es gebe zwar erste Ansätze mit Bastelbögen und Perlenarbeiten für Kinder, aber da müsse man noch viel mehr draus machen, so der Referent. Es müsse ein Museumserlebnis möglich sein, auch wenn kein Personal da sei.

Volperts schlug vor, die Ausstellung neu zu ordnen und naturwissenschaftliche Themen mehr in den Vordergrund zu stellen. Auch die Arbeit der Restaurierung könnte man den Besuchern näherbringen, etwa mit Monitoren. Außerdem seien Spielmöglichkeiten für Kinder notwendig – interaktive Computerspiele etwa, von denen es für Museumszwecke reichlich gebe: Touch-Screens oder die Anbringung von QR-Codes, die die Kinder mit ihren Smartphones nutzen könnten. Solche Spiele oder Anwendungen seien allerdings nicht ganz billig, wie Volpert auf Rückfragen einräumte. Dafür müsse man mit Anschaffungskosten zwischen 5000 und 15 000 Euro rechnen, bei aufwändigeren Spielen auch noch deutlich mehr.

Vogelmuseum in die Planungen einbeziehen

Schließlich appellierte Volpert, dass das Museum unbedingt ein Programm anbieten müsse – mit Sonderausstellungen in einem Bereich, der vom jetzigen Museum abgetrennt werden soll, mit eigenen Ferienprogrammen sowie in Verbindung mit dem Bajuwarenhaus. Dieses und das Museum müssten noch viel besser miteinander verknüpft und als Einheit dargestellt werden. Auch dem Internetauftritt sollte man mehr Aufmerksamkeit schenken. Und schließlich sollten Bajuwaren- und Vogelmuseum besser miteinander in Beziehung gebracht werden.

Ausgangspunkt für das Thema war die Anregung von Kulturreferentin Hedwig Witzleben, dass mit dem Museum etwas geschehen müsse, da ansonsten »ein langsames Sterben vorprogrammiert« sei. Derzeit befinden sich zahlreiche Ausstellungsstücke in München zur Säuberung und Restaurierung, sodass mit dem Zurückbringen der Objekte ein neuer Anfang gemacht werden könnte.

Zweiter Bürgermeister Christian Reiter erinnerte an die Auftragsvergabe für ein neues Konzept. Damals habe die Gemeinde verlangt, dass das Museum interaktiv gestaltet und das Vogelmuseum mit einbezogen werden solle. Außerdem dürfte eine hauptamtliche Stelle nicht Voraussetzung für eine Förderung sein. Reiter listete auch noch die jährlichen Defizite des Museums auf: 2012 waren es 11 200 Euro, letztes Jahr 15 700 Euro »und heuer in etwa wieder so«.

»Eine Aufwertung für das Museum und für Waging«

Was die Kosten für mögliche Verbesserungsmaßnahmen betrifft, wurde Hedwig Witzleben beauftragt, mit dem Leader-Projekt abzuklären, wie die Zuschusssituation aussehen könnte. Das Museum ist, wie sie informierte, bereits in der Liste der Konzepte des Leader-Programms enthalten. Wichtig sei laut Witzleben, dass für das Museum Elemente entwickelt werden, die schnell und günstig umgesetzt werden können – vor allem Attraktionen für Kinder. Das wäre »eine Aufwertung für das Museum und für Waging«. he