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Vorläufige Lösung für Verkehrsknotenpunkt St. Georgen

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Um den Verkehrsknotenpunkt in St. Georgen kurzfristig zu entschärfen, hat der Stadtrat jetzt Sofortmaßnahmen beschlossen. Gleichzeitig soll aber über eine langfristige Lösung nachgedacht werden. (Foto: Rasch)

Traunreut. Der Traunreuter Stadtrat hat jetzt auf die Proteste der St. Georgener reagiert und für eine Entschärfung des Verkehrsknotenpunkts St. Georgen eine vorläufige Lösung beschlossen. Als Sofortmaßnahmen sollen im Bereich der gefährlichen Kreuzung die Geschwindigkeit auf 50 km/h beschränkt und regelmäßige Radarkontrollen durchgeführt werden. Um das Ganze zu untermauern, schlug das Staatliche Bauamt Traunstein unter anderem auch vor, zusätzliche LED-beleuchtete Verkehrszeichen zu installieren. Diese Verkehrszeichen leuchten auf, wenn die erlaubte Geschwindigkeit erreicht bzw. überschritten wird.


Eine weitere Möglichkeit wäre, die Abbiegespur auf der Bundesstraße 304 von Traunstein kommend in Richtung Traunreut zu verkürzen. Nach Aussagen des Sachbearbeiters Verkehr der Polizei Traunstein, Johann Mayer, hätte eine Verkürzung der Einschleifspur den Vorteil, dass die darauffolgenden Autofahrer auf der B  304 automatisch abbremsen müssten. Ebenfalls mehrheitlich begrüßt wurde der Vorschlag von Andrea Haslwanter (CSU), im Bereich des Verkehrsknotenpunkts eine feste Radaranlage zu installieren. Der fest installierte »Blitzer« sollte nach Auffassung von Haslwanter aus beiden Fahrbahnrichtungen installiert werden. Die angestrebten Maßnahmen sollen jetzt mit den Behörden abgeklärt und dann zeitnah umgesetzt werden. Ob die geforderten 50 km/h durchsetzbar sind, werden die weiteren Verhandlungen ergeben. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen dort 60 km/h gefahren werden, weil es sich bei der Ortsdurchfahrt um keine geschlossene Ortschaft handelt.

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Dass diese Sofortmaßnahmen keine Dauerlösung sein können, darüber war sich das Gremium einig. Nachdem aber die angestrebte große Lösung, eine Tieferlegung der Bundesstraße mit Kreisverkehr, die seit vier Jahren in der Schublade schlummert, so schnell nicht realisiert wird, dürften die Sofortmaßnahmen die Diskussion etwas besänftigen.

Wie berichtet, gingen die St. Georgener auf die Barrikaden und fordern eine Ampelanlage. Wegen der hohen Sicherheitsauflagen der Bahn, die an diesem Verkehrsknotenpunkt zweimal quert, käme nach Aussagen von Sebald König, Chef des Staatlichen Bauamts, nur eine sogenannte »Büstra« in Frage, die sowohl die Bahnübergänge sichert als auch den Straßenverkehr und ziemlich teuer sei. Ein weiterer »Pferdefuß« bei einer Ampelanlage sei auch der Lärmschutz. Wegen der Beschleunigung und des Bremsverhaltens der Verkehrsteilnehmer bei einer Ampelanlage müssten entsprechende Lärmschutzauflagen berücksichtigt werden. Wie lange ein Genehmigungsverfahren für eine Ampelanlage dauern könnte, konnte König nicht konkret beantworten. Fakt sei, dass in dem Genehmigungsverfahren auch die baurechtlichen Regularien des Eisenbahnbundesamtes zu berücksichtigen seien. Ähnlich verhält es sich auch bei der vom Stadtrat favorisierten Lösung, der Tieferlegung der Bundesstraße mit Kreisverkehr. Auch hier haben das Eisenbahnbundesamt und überörtlichen Behörden bei der Genehmigung ein gehöriges Wörtchen mitzureden. Von Seiten des Bauamtes sei die Tieferlegung voll durchgeplant, sagte König. »Wir werden die Planung noch in diesem Frühjahr auf den Genehmigungsweg schicken.«

Reinhold Schroll (CSU) kritisierte, dass das Verfahren nun seit vier Jahren laufe und sich bis zum heutigen Tag nichts bewegt habe. Während sich der Verkehrsreferent Bernhard Seitlinger (CSU) für eine Ampellösung aussprach, forderte 2. Bürgermeister Ernst Ziegler (SPD), an der Tieferlegung festzuhalten. Die kurzfristige Lösung sei zwar nicht optimal, aber zumindest eine kleine Lösung, sagte Ziegler. »Wir sollten aber den Beschluss des Stadtrats für eine Tieferlegung nicht verlassen.« In den Augen des Verkehrsreferenten sei auf lange Sicht eine Ampel die beste Lösung. »Für mich kommt nur eine Ampellösung in Frage«, betonte Seitlinger, der gleichzeitig die Sofortmaßnahmen begrüßte. »Wir dürfen nicht mehr warten, bis ein nächster großer Unfall passiert, jetzt muss eine Lösung her.«

Hans Baltin (Grüne) forderte als kurzfristige Lösung einen höhengleichen Kreisverkehr. Die Geschwindigkeit sei das wichtigste Kriterium und könne durch einen Kreisverkehr gedrosselt werden. Ernst Biermaier von den Freien Wählern kritisierte ebenfalls das vier Jahre dauernde Planungsverfahren. In dieser langen Zeit sei nichts passiert, der Druck der Bürger sei verständlich. Martin Czepan (Grüne) forderte wie Bürgermeister Franz Parzinger Tempo 50. Josef Winkler (Bürgerliste) plädierte ebenfalls für eine Ampellösung. Die Kreisverkehr-Variante mit Tieferlegung der Straße sei in seinen Augen eine Illusion. ga