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Vorerst keine Trauungen mehr in Schloss Pertenstein

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Seit rund  einem  Jahr  kann  auch  in  Schloss Pertenstein  standesamtlich  geheiratet  werden. Das Bischofszimmer (Foto) und der Carl-Orff-Saal stehen dafür zur Verfügung. Eine Überprüfung hat jedoch ergeben, dass diese Räume als solche nicht genehmigt und die brandschutzrechtlichen Auflagen nicht erfüllt sind. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die baurechtlichen und brandschutztechnischen Auflagen im Schloss Pertenstein werden derzeit in einem Gesamtkonzept einer fachlichen Sanierung unterzogen. Nach Angaben des Heimatbundes Schloss Pertenstein, werden in einem sogenannten »Interims-Sicherheitskonzept« bereits Maßnahmen ergriffen, um den laufenden Veranstaltungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Der Heimatbund geht davon aus, dass seitens des Landratsamts die Genehmigung für die standesamtlichen Trauungen im Bischofszimmer und im Carl-Orff-Saal noch in diesem September zu erwarten ist. Die restlichen Auflagen sollen dann bis zu Beginn der Veranstaltungen 2017 erfüllt werden.


Die Stadt Traunreut ist insofern davon betroffen, weil sie mit dem Heimatbund einen Nutzungsvertrag für die Trauungszimmer geschlossen hat, laut dem seit 1. Mai 2015 dort auch standesamtliche Trauungen durchgeführt werden können. Die Stadt hat quasi diese Räume an 365 Tagen angemietet. Im Zuge einer brandschutzrechtlichen Überprüfung des ersten Obergeschosses wurde die Stadt vom Heimatbund gebeten, zur Vorbereitung einer fachlichen Sanierung die baurechtliche und brandschutzrechtliche Situation im Schloss zu prüfen. Die Prüfung durch die Kommune ergab, dass die aktuellen Nutzungen im Schloss nur im Erdgeschoß baurechtlich genehmigt sind. Seitens der Freiwilligen Feuerwehr Matzing wurde auch bemängelt, dass in Teilbereichen des Schlosses auch die Sicherheitsstandards nicht erfüllt seien.

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Bei einer gemeinsamen Begehung mit dem Landratsamt wurde festgestellt, dass die Nutzungsänderung beziehungsweise die Erweiterung der Trauungsräume nicht genehmigt und die brandschutztechnischen Maßnahmen bedenklich seien. In einem Schreiben teilte die Landkreisbehörde der Stadt Traunreut mit, dass ihrerseits derzeit lediglich unter der Maßgabe auf ein bauaufsichtliches Einschreiten gegen sämtliche ungenehmigte Nutzungen verzichtet werden kann, »wenn dort nur noch Veranstaltungen stattfinden, die bereits unabwendbar terminlich gebunden sind und bei denen eine Sicherheitswache anwesend ist«. Das bedeutet, solange die Auflagen nicht erfüllt worden sind, sind über die bereits 2016 vier festvereinbarten Termine hinaus keine weiteren Trauungen mehr möglich.

Stadtrat trägt Anweisung mit

Diese interne Anweisung der Stadtverwaltung an das Standesamt Traunreut wurde auch vom Stadtrat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause mehrheitlich mitgetragen. »Wir sollten die vier Trauungen noch genehmigen, aber dann ist Schluss«, erklärte Konrad Unterstein (FW). Johannes Danner (Bürgerliste) wies auf ein »Interims-Sicherheitskonzept« hin, das bereits Nachrüstungsmaßnahmen beinhalte. »So wie es aussieht, wollen die Betreiber die Auflagen auch erfüllen«, sagte Danner. Das bestätigte auch Hans Jakob Lauber vom Heimatbund dem Traunsteiner Tagblatt. Es sei alles unternommen worden, um den Betrieb sicherer zu machen«, sagte Lauber. Unter anderem muss gewährleistet sein, dass sämtliche Rettungswege einwandfrei benutzbar sind und die Rettungswegführung gekennzeichnet ist. Es muss auch sichergestellt sein, dass im Brandfall, etwa durch einen Kerzenbrand, wirksame Löschversuche durch Feuerlöscher beziehungsweise Löschdecken unternommen werden können. Für jede angemeldete Veranstaltung ist auch mindestens eine Sicherheitswache erforderlich.

Nachdem diese Auflagen vom Heimatbund erfüllt wurden bzw. noch werden, kann nach Auffassung des Landratsamts auf ein sofortiges bauaufsichtliches Einschreiten verzichtet werden. Gleichzeitig wurden die für den Betrieb des Schlosses Verantwortlichen aufgefordert, umgehend die Erstellung der Eingabepläne in die Wege zu leiten und darauf aufbauend einen Brandschutznachweis erstellen zu lassen. Ziel des Baugenehmigungsverfahrens ist zunächst allein eine baurechtliche Absicherung der bereits bestehenden Nutzungen im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß.

»Sollten bis zum Beginn der Veranstaltungen 2017 das Baugenehmigungsverfahren sowie der erforderlichen brandschutztechnischen Nachrüstungsmaßnahmen nicht abgeschlossen werden können, bedarf  es  auf  der  Basis   des dann   erreichten Sachstands einer erneuten Prüfung von Interimsmaßnahmen zur Vermeidung eines bauaufsichtlichen Einschreitens«, heißt es in dem Aktenvermerk des Landratsamts. ga

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