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Vorerst kein neuer Fußgängersteg über die Traun

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Links der Mühlbach, rechts die Traun, dazwischen der Uferweg: An dieser Stelle könnte in den nächsten Jahren ein Fußgängersteg über die Traun errichtet werden. Vorerst lehnte der Planungsausschuss des Stadtrats das Vorhaben jedoch aus Kostengründen ab.

Traunstein – Die Brunneranlage, das Sportgelände neben den Tennisplätzen des TC Traunstein beim Viadukt, soll auch künftig über die Obere Hammerstraße erschlossen werden. Mit vergleichsweise geringem Aufwand von rund 100 000 Euro wird der untere Teil der Straße hergerichtet. Die Mehrheit des Planungsausschusses des Stadtrats erteilte damit vorerst den von der SPD favorisierten Plänen eine Absage, zwischen Viadukt und Empfinger Brücke ein millionenteures Brückenbauwerk über die Traun zu errichten, das die beiden Sportanlagen verbinden soll.


Allerdings wird das Thema im nächsten oder übernächsten Jahr wieder aufs Tapet kommen. Bis dahin will man ermitteln, ob man nicht mit vergleichsweise geringem Aufwand einen einfachen Fußgängersteg über den Fluss errichten kann.

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In einigen Jahren steht eine Generalsanierung des Fußgängersteges am Viadukt an, die voraussichtlich rund 315 000 Euro kosten wird. Diese Kosten könnte man möglicherweise mit einem neuen Steg gegenrechnen und so auf eine vergleichsweise kostengünstige Lösung erreichen. Im Planungsausschuss setzten sich Oberbürgermeister Christian Kegel und Waltraud Wiesholler-Niederlöhner vergeblich für die Variante ein, die einen Rückbau der derzeitigen Erschließungsstraße in einen Geh- und Radweg sowie die Errichtung eines Steges vorsah.

Außer dem Oberbürgermeister und den beiden SPD-Ausschussmitgliedern Peter Forster und Waltraud Wiesholler-Niederlöhner waren alle Mitglieder angesichts der angespannten Haushaltslage dagegen, jetzt den Bau eines mindestens 1,2 Millionen Euro teuren Steges zu beschließen.

Gerhard Hajer vom Planungsbüro Straßer und Partner hatte zuvor vier Erschließungsvarianten vorgestellt. Dabei zeichnete sich schnell ab, dass eine Erschließung über den sogenannten Pertlberg keine Zustimmung finden würde. Man hätte Privatgrund benötigt, das Gelände ist steil abfallend und das Einbiegen in die Wasserburger Straße zwischen Bahnunterführung und AOK wurde als sehr problematisch angesehen. Für eine Brücke bzw. einen Steg gab es zwei Varianten: etliche Meter unterhalb des Viadukts und weiter flussabwärts unterhalb der Einmündung des Mühlbachs. Übrig geblieben ist die Variante beim Viadukt, auch wenn sie vorerst nicht verwirklicht wird. Ernst Harrecker hatte einen einfachen Fußgängersteg wie zum Beispiel den Sparzer Steg ins Gespräch gebracht. Die Kosten für eine Brücke waren ursprünglich auf 1,6 bis 1,9 Millionen Euro geschätzt worden. Später, so berichtete Christian Kegel, sei von 1,2 Millionen Euro die Rede gewesen. Josef Kaiser brachte die Diskussion auf den Punkt: »Wir brauchen eine Lösung, die wir bezahlen können.« Und die alten Bäume beim Viadukt, die einer maßvollen Verbesserung der Zufahrt im Wege stehen, »haben ihr biologisches Alter erreicht«, so Kaiser. »Man kann ja nachpflanzen.« Bis zuletzt hatte sich Waltraud Wiesholler-Niederlöhner für die Brückenlösung stark gemacht mit dem Argument, »mir geht es um eine sinnvolle Lösung für die Zukunft.« Sie argumentierte, man könne den Viaduktsteg nicht behindertengerecht machen; deshalb brauche man einen neuen Steg. Daraufhin stellte Christian Hümmer die »Gretchenfrage«: »Wer zahlt's, Frau Kollegin?« Das Stadtoberhaupt stand ihr bei: Es sei zwar jetzt die teuerste Variante, langfristig aber vielleicht sinnvoll.

Die Position der Grünen legte Burgi Mörtl-Körner dar: »Brückenvarianten sind für uns nicht diskutierbar.« Die Abstimmung ergab eindeutig, dass nur die SPD-Mitglieder gleich jetzt die teuerste Variante mit dem Brückenbau wollen. Es ist also abzusehen, dass sich auch der Stadtrat mehrheitlich für die vom Planungsausschuss bevorzugte kostengünstige Variante aussprechen wird. -K.O.-