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Vorbehalte gegen große Gemeinschaftsunterkunft

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Auf diesem Grundstück soll das neue Asylbewerberheim entstehen,  links hinten  ein Gebäude der Baufirma Lamminger. (Foto: Eder)

Waging am See – Einigen Diskussionsbedarf gab es am Mittwoch im Bauausschuss in Sachen Asylbewerberheim. Letztlich aber wurde der Bauantrag der Ruperti-Immobilien GmbH mit 7 zu 2 Stimmen befürwortet. Neben der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens musste auch eine Änderung des Bebauungsplans beschlossen werden: Ein Nebengebäude überschreitet nämlich die Baugrenze, außerdem wird die im Bebauungsplan auf sieben Meter festgesetzte, seitliche Wandhöhe um 1,80 Meter überschritten.


Diese baurechtlichen Abweichungen waren für die Bauausschussmitglieder kein großes Problem. Die Diskussion drehte sich vielmehr darum, dass eine so große Gemeinschaftsunterkunft nicht als positive Maßnahme empfunden wird. Zweiter Bürgermeister Christian Reiter stellte fest, er sei »von Haus aus gegen Gemeinschaftsunterkünfte«, er habe dagegen »massivste Bedenken«. Viel besser wären dezentrale Unterkünfte. Auch Christine Rehrl zeigte sich wenig begeistert: Ihrer Meinung nach bräuchte Waging eher weitere Wohnungen für die Allgemeinheit.

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Bürgermeister Herbert Häusl stellte den Bedenken die Zahlen gegenüber. Die Gemeinde habe laut Landratsamt für heuer ein Soll von 216 Plätzen für Asylbewerber. Diese müssten untergebracht werden, ihre Zahl werde weiter steigen. »Ob es uns nun schmeckt oder nicht«, so der Bürgermeister, die Gemeinde werde nicht umhin können, das beantragte Gebäude zu befürworten.

Planer Franz Schwangler, der auch Mitglied im Bauausschuss ist, warf ein, es könnte durchaus möglich sein, dass die hier entstehenden 18 Wohnungen später als Sozialwohnungen genutzt werden könnten; das sei bei der Raumaufteilung ausdrücklich berücksichtigt worden.

Dritte Bürgermeisterin Hedwig Witzleben wollte wissen, ob die Gemeinde Geld für die Betreuung der Asylbewerber zur Verfügung stellen werde. Und auch Christian Reiter gab zu bedenken, dass sich die Gemeinde Gedanken machen müsste, wie 80 Asylbewerber betreut werden sollen. Ob die Gemeinde dafür Personal einstellen werde? Dem erteilte Häusl eine deutliche Absage: »Ganz sicher nicht! Das ist nicht unser Aufgabengebiet!« Allerdings gebe es, wie Geschäftsleiter Franz Röckenwagner ergänzte, eine neue Mitarbeiterin im Rathaus, die – neben vielem anderem – auch Ansprechpartnerin für Asylfragen sei. Und, so ergänzte Schwangler, das Landratsamt habe bei einem Heim für über 80 Personen eine hauptamtliche Betreuung in Aussicht gestellt.

Hannes Obermayer, der den Asyl-Helferkreis in Tettenhausen leitet, stellte ebenfalls fest, dass die Gemeinde kaum eine andere Chance habe, die zugeteilten Mengen an Asylbewerbern unterzubringen, als in Gemeinschaftsunterkünften. Er schlug vor, rechtzeitig eine Informationsversammlung einzuberufen, damit eventuell der jetzige Helferkreis auf ganz Waging erweitert werden könnte. Letztlich erteilte der Bauausschuss, Planer Schwangler mit eingeschlossen, dem Projekt das gemeindliche Einvernehmen. Christine Rehrl und Christian Reiter – »aus sozialen Gründen«, wie er sagte – stimmten dagegen. he