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Vor allem das Thema Verkehr beschäftigt die Tachinger

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Foto: Symbolbild, pixabay

Taching am See – Durchwegs zufrieden mit der Arbeit von Bürgermeisterin Ursula Haas und dem Gemeinderat zeigten sich die über 100 Besucher der Bürgerversammlung beim Tachinger Bergwirt. Es gab lediglich Anfragen zu verkehrstechnischen Belangen.


Zu Beginn gab Bürgermeisterin Ursula Haas interessante statistische Werte bekannt. So wächst die Gemeinde kontinuierlich weiter und hat inzwischen 2057 Einwohner. »Unsere Einwohnerzahl hält sich stabil über der 2000er-Marke und seit Längerem zählen wir mehr Geburten als Sterbefälle. Da wirken sich unsere Baugebiete in Taching und Tengling schon aus. So bleiben beziehungsweise kommen wieder junge Leute in der Gemeinde«, sagte sie. Im abgelaufenen Jahr wurden 24 Kinder geboren; die älteste Tachingerin ist 96 Jahre alt.

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»Arbeite gern als Bürgermeisterin«

Die Kommune beschäftigt 29 Mitarbeiter und knapp 40 Ortsvereine bereichern das Dorfleben und leisten hervorragende Jugendarbeit. Dafür gab es von Haas ein »Vergelt’s Gott«. Sie selbst nahm im Vorjahr zusätzlich zur Büroarbeit knapp 470 Termine wahr. »Das ist ein großes Pensum, dennoch arbeite ich gerne als Bürgermeisterin für unsere Gemeinde«.

Erstmals habe man Straßensanierungen für zwei Jahre in einem Haushaltsplan zusammengefasst. Für rund 217 000 Euro wurden die Burger Straße, die Zufahrten Bromberg und Krautenbach, der Mitterweg und der Straßenabschnitt Egart – Wilgeringer- und Seestraße saniert. Weiter erinnerte sie an die Erneuerung der Radwegbrücke zum Tenglinger Strandbad, die Instandsetzung der Böschung an der Grundschule und die Ertüchtigung des Regenwasserkanals vom Kindergarten zum Mühlbach.

Begonnen habe man zudem mit der Feuerbeschau der gemeindlichen Gebäude. »Weitere Gebäude werden folgen und natürlich müssen wir mögliche Beanstandungen ordnungs- und sicherheitsgemäß abarbeiten«, kündigte die Gemeindechefin an.

Zur Bauleitplanung informierte Haas über das zwei Hektar große Grundstück in Haus, auf dem ein Gewerbegebiet entwickelt wird. Ein großes Thema war der Kauf von Grundstücken. So gelang es ihr, ein Grundstück in Tengling sowie mehrere Hektar landwirtschaftlichen Grund zu erwerben. »Mit dem Areal mitten in Tengling haben wir etwaige Entwicklungsmöglichkeiten in unserer Hand und zunächst einmal einen Parkplatz errichtet, da Pkw-Stellplätze im Ortskern Mangelware sind. Die landwirtschaftlichen Flächen sind als Tauschgrund wichtig, wenn es darum geht, weiteres Bauland zu beschaffen«.

Der Kauf des Bauhofs sei ebenfalls unter Dach und Fach: »Wäre das Gebäude von jemand anders gekauft worden, wäre unser Bauhof möglicherweise auf der Straße gestanden«, gab Haas zu bedenken. Jetzt sollen ein Waschplatz für Fahrzeuge und Geräte entstehen, Kellerfenster ausgetauscht, Sozialraum und Büro hergerichtet und das Haus geweißelt werden. »Die nötigen 120 000 Euro haben wir im Haushalt eingestellt«.

Ausgezahlt habe sich die Kinderkrippe, die seit Herbst rege genutzt werde. Für die Betreuung der Ein- bis Dreijährigen habe die Gemeinde fünf Mitarbeiterinnen angestellt. In den nächsten Wochen werde der Garten angelegt; die Spielgeräte seien bereits lieferfertig. Was 1991 mit zwei Kräften und einer provisorischen Kindergartengruppe begann, werde mittlerweile von 60 Kindern besucht. Sowohl im Kindergarten als auch in der Schule schaffe man mit großem Aufwand beste Betreuungsmöglichkeiten – bei niedrigen Gebühren.

In punkto Tourismus halte man trotz sinkender Zahlen bei Übernachtungen und Privatvermietern, an den bewährten Strukturen fest; vom Umzug der Tourist-Information an den Campingplatz erhoffe man sich, Synergien bündeln zu können, berichtete die Bürgermeisterin. »Die Umbauarbeiten für das neue Büro am Campingplatz haben bereits begonnen«. Ihre Nachricht, dass die jetzige Tourist-Information am Kirchberg zum neuen Dorfladen wird, quittierten die Besucher spontan mit Applaus.

Großes Lob für die Feuerwehrler

Großes Lob gab es für die Aktiven der Feuerwehren Taching und Tengling; besonders vor dem Hintergrund von fünf Großbränden binnen zwei Jahren. Damit die Feuerwehrler gut arbeiten können, sei eine ausgezeichnete Ausrüstung wichtig. »Wir haben sie, zusammen mit einem sehr guten Ausbildungsstand und einer guten Jugendarbeit«, bekräftigte Haas.

In Tengling-Nord werde im Zuge einer Straßensanierung eine Querungshilfe installiert. Eine Fußgängerampel lehne das Straßenbauamt grundsätzlich nicht ab – vorausgesetzt, die Gemeinde baut und finanziert die Anlage. »Ich bleibe auf jeden Fall dran und bin lästig, denn die Sicherheit unserer Bürger ist wichtig«, so Haas.

Anlässlich einer Klausur erarbeiteten Gemeinderat, Kirchenvertreter und Vorstände eine Analyse zur Entwicklung in Taching und Tengling mit den Schwerpunkten Dorferneuerung, Veranstaltungsräume und Nahversorgung. In Tengling sei bereits eine Gastwirtschaft mit Veranstaltungsraum weggebrochen. »In Taching weiß man nicht, was mit der Gaststätte beabsichtigt ist, wenn die Wirtsleute Ende des Jahres aufhören«, erläuterte Haas. Daher wolle man mit dem Besitzer reden, die Dringlichkeit einer weiteren Nutzung des Gebäudes als Gastwirtschaft darstellen und gegebenenfalls eine entsprechende Bauleitplanung auf den Weg bringen. In Tengling sei dringend ein Veranstaltungsraum für etwa 100 Personen gesucht. »Viele Vorschläge stehen im Raum«, erklärte Haas.

Gut gefüllt dank großzügiger Spenden sei der gemeindliche Sozialfonds. Aktuell stünden rund 10.475 Euro zur Verfügung; knapp 3.380 Euro wurden 2016 für Hilfeleistungen ausbezahlt. Das Geld wird zweckgebunden entweder als Spende oder als Kredit für Bürger in akuten finanziellen Notlagen eingesetzt. Da sich die Betroffenen oft nicht selbst in der Gemeinde melden würden, seien Anfragen von Nachbarn, Bekannten und Freunden jederzeit erwünscht, betonte Haas.

Zu guter Letzt würdigte die Bürgermeisterin alle ehrenamtlich Tätigen für ihre »oftmals so still und scheinbar unauffällig geleistete Arbeit« und hoffte auch für die Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit und einen offenen und ehrlichen Umgang: »Dass wir miteinander und nicht übereinander reden, dass Kritik da angebracht wird, bei wem und wo sie hingehört und vor allem, dass wir zuerst einmal vom Positiven und nicht immer nur vom Schlechten ausgehen.«

Stefan Parzinger warb um Maßnahmen, um die Autofahrer auf den Straßen rund um das Tachinger Feld nachhaltig zu bremsen. Weiter fragte er, ob der Spielplatz an der Dachsteinstraße mithilfe der Eltern reaktiviert werden könne und wie es sich mit der Pflege des Baumbestands in der Neubausiedlung verhalte.

Haas sagte zu, prüfen zu lassen, welche Mittel die Kommune habe, um den Verkehr zu bremsen. Der Spielplatz sei auf einem gemeindlichen Grundstück und sei reduziert worden, nachdem die meisten Kinder zu groß geworden waren. »Aber wir können gerne gemeinsam überlegen, wie man den Spielplatz wieder attraktiv gestalten kann«, stellte sie in Aussicht. Wer für die Pflege des Baumbestands zuständig ist, werde das Bauamt klären.

Bordsteinkanten in Tengling absenken

Sepp Frisch sprach die schmale Straße und die schlechten Ausweichmöglichkeiten an der Gessenhausener Straße an. Des Weiteren bat er, sich auf Höhe der Verkehrsinsel bei der Bäckerei in Tengling um eine Absenkung der Bordsteinkante zu bemühen. »Die lässt sich mit einem Rollator oder Kinderwagen kaum mehr bewältigen«, monierte er. Auch hier versucht Haas, Abhilfe zu schaffen. Eine weitere Anregung zielte zum Schutz der Nutzer auf eine bessere Sichtbarkeit der Radwege ab, beispielsweise durch rote Farbgebung. mia