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Vor 65 Jahren in Sibirien geheiratet

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Viktoria und Alois Meier sind seit 65 Jahren verheiratet. (Foto: Mix)

Traunreut – Viktoria und Alois Meier gaben sich am 24. November 1950 im Altaigebiet in Sibirien auf dem Standesamt das Versprechen, ein Leben lang zusammenzuhalten. Seit 65 Jahren tun sie dies inzwischen und feierten jetzt das seltene Fest der Eisernen Hochzeit.


Beide sind in Dörfern an der Wolga aufgewachsen und als Deutschstämmige im Zweiten Weltkrieg nach Sibirien verschleppt worden. Dort lernten sich die jungen Leute über die Cousine von Alois Meier kennen und verliebten sich ineinander. Bei der Hochzeit 1950 war die Braut erst 18 und der Bräutigam 20 Jahre alt.

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Das Leben in Sibirien war nicht leicht. Alois Meier arbeitete bis zum Ruhestand als Schreiner, seine Frau in früheren Jahren als Malerin und später in einem Gasthof. Was sie für ihre Familie brauchten, bauten die beiden zum Großteil selbst an. Sie bekamen sieben Kinder, von denen sechs noch am Leben sind.

1993 beschloss das Paar, nach Deutschland zu ziehen, und kam 1994 in Traunreut an. Die Kinder folgten ihnen nach und leben heute alle ebenfalls im süddeutschen Raum. Viel Arbeit von früh bis spät und ein unerschütterlicher Glaube haben das Paar in den mehr als sechs Jahrzehnten begleitet. Neben der Familie ist die Kirche für sie das Wichtigste. Nach der »kirchenlosen« Zeit in Sibirien genießt es das Jubelpaar, in Traunreut jederzeit die heilige Messe besuchen zu können.

Die große Familie, die fest zusammenhält, umfasst heute neben den Kindern 14 Enkel, zwölf Urenkel und ein Ururenkelkind. Heute sind Viktoria und Alois Meier zufrieden, »wir brauchen nur Gesundheit, sonst haben wir alles«, betont der Jubilar.

Er ist nach wie vor mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs und liest sehr gerne. Vor allem Geschichten von früher interessieren ihn. mix