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Vor 500 Jahren wurde die Pfarrkirche St. Ägidius geweiht

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Mit einem Festgottesdienst beging die Pfarrgemeinde Bergen das 500. Weihejubiläum der Kirche im Ort. Unser Bild zeigt von links Pater Franz Endres aus Maria Eck, Pater Gabriel, Pater Augustin, Weihbischof Franz Dietl und Pater Lucian. (Foto: Humm)
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500 Jahre alt ist die Pfarrkirche St. Ägidius in Bergen.

Bergen. »Ein bisschen Himmel haben wir an unserem Festtag anlässlich des 500. Weihejubiläums der Pfarrkirche St. Ägidius in Bergen wahrnehmen können«, sagte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Martina Parzinger.


Das Pontifikalamt mit Gästen aus den vier Pfarreien des künftigen Pfarrverbands, Bergen, Grabenstätt, Erlstätt und Vachendorf, gestaltete Weihbischof Franz Dietl zusammen mit weiteren Geistlichen.

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Der Weihbischof würdigte in seinem Grußwort die tolle Ausrichtung dieses Kirchenfestes und beglückwünschte die Gläubigen zu den aus Rumänien kommenden Patres des Franziskaner-Ordens, die willkommene Seelsorger in den Pfarreien Bergen, Vachendorf, Grabenstätt und Erlstätt sind. Hinzu kommt noch der Franziskaner Pater Jonutz, der am 1. September den Pfarrverband Chieming-Hart-Ising-Nußdorf übernimmt.

Pater Augustin war ebenfalls begeistert von der Anteilnahme der Bevölkerung an diesem Festtag und sagte: »Ich bin stolz darauf, so eine Dorfgemeinschaft erleben zu dürfen«. Er würdigte alle, die an der Veranstaltung beteiligt waren, namentlich besonders die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Martina Parzinger mit ihrem Festausschuss.

Dekan Georg Lindl aus Traunstein gratulierte zum Kirchenjubiläum, hob die Bedeutung der Kirche für die Menschen heraus, die Trost und Hilfe brauchen und beides auch bekommen. Kirche sei Zuflucht und Heimat.

Bürgermeister Bernd Gietl überreichte ein Geschenk

Pfarrer Wolfgang Schmidt-Pasedag von der Evangelischen Kirche erinnerte an die Zeit vor 500 Jahren: Damals begann auch die Zeit des Reformisten Martin Luther. Er ging auf die damalige Kirchengeschichte ein und übergab an seinen katholischen Kollegen zwei geschichtliche Bücher.

Bürgermeister Bernd Gietl betonte die Bedeutung von Kirchen. Nahezu überall auf der Welt stünden sie im Zentrum von Städten und Dörfern. Und ganz speziell in Oberbayern verbinde sich Religion mit Brauchtum und Tradition als Ausdruck gelebter Frömmigkeit und Lebensfreude. Generationen von Einheimischen und Neubürgern durchschritten in der Bergener Pfarrkirche ihren katholischen Lebensweg von der Taufe bis hin zur Beerdigung. Gietl überreichte an Pater Augustin ein Geschenk der Ortsvereine und der Gemeinde. Natürlich wurde das Paket von Pater Augustin sofort geöffnet, es enthielt einen Messkelch und eine Hostienschale.

Kreisheimatpfleger Christian Soika sagte, als die heutige Bergener Pfarrkirche St. Ägidius in den Jahren 1863 bis 1866 gebaut wurde, geschah dies auf den Überresten einer mittelalterlichen Vorgängerkirche. Dem Weihedatum dieser früheren Kirche, 14. April 1513, liegt das in diesem Jahr gefeierte 500. Jubiläum zugrunde. Über drei Jahrhunderte lang war das erste Bergener Gotteshaus der Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. Weil diese Kirche aber im 19. Jahrhundert nicht mehr alle Gläubigen fassen konnte – auch bedingt durch die große Zahl der in der Maxhütte beschäftigten Menschen – musste ein Neubau geplant werden. Da die Kirche nicht nur zu klein, sondern auch baufällig war, entschloss man sich zum Abbruch und Neubau.

Religionslehrer Michael Karger hat die Festschrift zum Jubiläum verfasst. Er stellte diese unter dem Titel »Maler, Mönche und Minnesänger« vor. Neben der Geschichte der Pfarrkirche St. Ägidius werden darin die 27 Fresken, die der bedeutende Traunsteiner Kirchmaler Max Fürst für die Bergener Kirche geschaffen hat, in Wort und Bild erschlossen. Zudem wird in der Broschüre die Wahrheit über die Tannhäuser-Legende enthüllt und endlich die Geschichte um den geheimnisvollen Büßerstein, der an einer Eisenkette in der Kirche hängt, aufgeklärt. Die Festschrift ist in der Touristinformation in Bergen und im örtlichen Pfarramt erhältlich.

Musikalisch gestaltet wurde der Festtag von der Musikkapelle Bergen. Es trat zudem die Kinder-, Jugend- und die Aktivengruppe des örtlichen Trachtenvereins auf. Mit einer Vesper in der Pfarrkirche, die von den Patres gestaltet wurde, klang der Festtag aus. OH