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Vor 125 Jahren wurde der Grundstein gelegt

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Eine Andacht mit Pater Augustin (rechts) und Hochfelln-Kirchenbetreuer Franz-Josef Strauß fand am Wochenende zum 125. Jahrtag der Grundsteinlegung der Taborkirche und des Hochfellnhauses statt. (Foto: Reichenbach)
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Bergen. Zum 125. Jahrtag der Grundsteinlegung der Taborkirche und des Hochfellnhauses hielt Pater Augustin eine feierliche Andacht. Vor der festlich geschmückten Kirche hatte sich eine kleine Schar Gläubiger versammelt. Anstelle einer Predigt trug der ehemalige Kirchenpfleger Franz-Josef Strauß, der die Kirche jetzt ehrenamtlich betreut, mit viel Herzblut die Meilensteine des Geschehens um die Kirche und ihre Förderer vor.


Die Idee, auf dem Gipfel des Hochfelln eine Kirche zu errichten, geht auf den Bergener Pfarrer Otto von Mayer zurück. Der von ihm initiierte Hochfellnhausverein, gegründet am 2. Februar 1888 mit dem Ziel, eine Kapelle und ein Gipfelhaus zu errichten, verwirklichte den Bau. Bei der Grundsteinlegung am 25. Juli 1889 verstreute Pfarrer von Mayer geweihte Erde, die er von einer Reise ins Heilige Land vom biblischen Berg Tabor mitgebracht hatte, und begründete damit den Namen der Kirche. 400 Bergwanderer waren zur Grundsteinlegung gekommen. Nach gut einjähriger Bauzeit hielt Pfarrer von Mayer am 6. August 1890 den ersten Gottesdienst am Hochfelln und weihte die Kirche. Damit war das »Fellnerfest« aus der Taufe gehoben, das jedes Jahr am 6. August gefeiert wird.

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Von 1939 bis 1944 war eine Flugwachstation auf dem Korallenfelsen über dem Wirtshaus stationiert. An der linken Seitenwand der Kirche zeugt ein Bild der Madonna mit Einschüssen von dieser schwierigen Zeit. Seit dem Bau der Seilbahn zwischen 1968 und 1971 genießen auch Bergunerfahrene den wunderbaren Ausblick auf den Chiemsee und die Zentralalpen.

Bei einem Wintergewitter mit Blitzschlag am 3. Februar 1970 brannte die alte Kirche nieder. Das Fellnerfest fand vor der Ruine trotzdem statt. Weihbischof Ernst Tewes weihte am 26. September 1971 die neue Kirche. Die Glocke überstand den Blitzeinschlag unbeschadet. Kirchenbetreuer Strauß läutete sie kräftig, um vorbeikommende Bergwanderer zur Andacht zu rufen. Auch das Altarbild mit Jesus Christus wurde gerettet und ist mit vergoldetem Rahmen aus Fundstücken nach dem Brand wieder Mittelpunkt der Kirche. Daneben steht die hölzerne Skulptur einer Madonna mit dem Kind. Sie hat die Augen geschlossen, wohl mit einer Ahnung vom Lebensweg Jesu, wie Pater Augustin meinte. Zum Anlass des Festes fertigte Strauß ein Modell der Kirche mit liebevollen Details, die Butzenscheiben der kleinen Fenster stammen noch aus Fundstücken der alten Kirche. Der 125. Jahrtag der Grundsteinlegung klang im Hochfellnhaus aus. bre

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