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Von Sanitätsdiensten bis zur Betreuung von Alten und Kranken

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Die Krisenintervention im Rettungsdienst wurde von den Maltesern im Jahr 2002 im Landkreis Traunstein ins Leben gerufen. Mehr als 550 Betroffene von Schicksalsschlägen betreuten sie allein im vergangenen Jahr.
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Die Malteser betreiben an ihrer Rettungswache in Traunstein ein Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug (VEF), dessen primäre Aufgabe es ist, einen Notarzt zu einem arztbegleiteten Patiententransport zu bringen. Pro Jahr wird das VEF zu rund 500 Einsätzen alarmiert. Mit dabei sind dann auch oft Rettungsdienst-Leiter Stefan Lackner (links) und Rettungssanitäter Stephan Schaffner.
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Der Malteser Hilfsdienst ist mit über einer Million Mitgliedern und Förderern einer der großen karitativen Dienstleister in Deutschland. Die katholische Hilfsorganisation ist als eingetragener Verein und gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung bundesweit an mehr als 700 Orten vertreten. Gegründet wurde der Malteser Hilfsdienst in Deutschland 1953 durch den Malteserorden und den Deutschen Caritasverband. Der christliche Dienst am Nächsten steht im Mittelpunkt der vielfältigen, karitativen und humanitären Arbeit.


Der Malteser Hilfsdienst im Landkreis Traunstein besteht seit 45 Jahren. Hugo Lorang aus Inzell und Hans Zillner aus Lauter gründeten 1969 die Kreisgliederung Traunstein. Dank des ständigen Werbens des damaligen Surberger Pfarrers Karl Stadler und des Enthusiasmus von Hans Zillner sowie des ersten Kreisbeauftragten Reinhold Hartlmaier bildete sich eine Gruppe aus rund 30 ehrenamtlichen Helfern, die sich der Ausbildung der Bevölkerung in Erste Hilfe widmeten und Sanitäts- und Betreuungsdienste bei Veranstaltungen leisteten.

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Ein bedeutender Schritt, um sich als Hilfsorganisation zu etablieren, wurde 1974 getan, als die Malteser am öffentlichen Rettungsdienst und Krankentransport beteiligt wurden. Heute leisten 250 Helfer im Landkreis in ihrer Freizeit unentgeltlichen Dienst im Sinne der Malteser.

Rettungswache befindet sich in Traunstein

Aktuell betreiben die Malteser zum Beispiel eine Rettungswache in Traunstein. Dort sind ein Krankentransportwagen (KTW) und ein Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug (VEF) stationiert. Der KTW ist als einer der wenigen in Bayern weitgehend mit ehrenamtlichem Personal besetzt. Das Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug betreiben die Malteser seit 2011. Es ist eines von zehn in Bayern flächendeckend stationierten Notarzteinsatzfahrzeugen, die einen Verlegungsarzt zu einem arztbegleiteten Patiententransport bringen.

Die Krisenintervention im Rettungsdienst im Landkreis wurde von den Maltesern im Jahr 2002 gegründet. Die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Kriseninterventionsteams (KIT) werden von Notarzt und Rettungsdienst oder der Polizei angefordert und kümmern sich um Menschen, die von Unglücken, insbesondere vom unerwarteten Tod eines nahestehenden Menschen betroffen sind. Im letzten Jahr betreuten die Krisenhelfer bei ihren anspruchsvollen Einsätzen mehr als 550 Betroffene.

Die Malteser leisten auch Sanitätsdienste bei Veranstaltungen. Die Palette reicht von der Sicherheitsabstellung bei Sportveranstaltungen aller Art über kirchliche Feste und Vereinsjubiläen bis zu großen Konzertveranstaltungen. Der größte sanitätsdienstliche Einsatz ist alljährlich der Chiemsee Reggae Summer, das große Musikfestival in Übersee. Dabei sind mehr als 300 Malteser im Einsatz.

Mit dem »Einsatzzug Johannes Traunstein« leisten die Malteser einen wichtigen Beitrag für die Notfallvorsorge im Landkreis. Die sogenannten »Schnellen Einsatzgruppen«, kurz SEG, unterstützen den Rettungsdienst bei größeren Schadensfällen. Die Alarmierung erfolgt über die Integrierte Leitstelle. Die ehrenamtlichen Einheiten sind damit rund um die Uhr erreichbar.

Schnelleinsatzgruppen bei Hochwasser gefordert

Die Malteser organisieren eine »Betreuungsgruppe« sowie eine »Verpflegungsgruppe«, die für die vorübergehende Unterbringung von Betroffenen sorgt, bei Evakuierungsmaßnahmen mitwirkt oder auch Betroffene und Einsatzkräfte verpflegt. Die Schnelleinsatzgruppe »Technik, Logistik und Sicherheit« hat bei größeren Einsätzen eine hohe Bedeutung, da sie unter anderem Strom und Trinkwasser bereitstellt oder auch Zelte beheizt, in denen Patienten versorgt werden. Vervollständigt wird der Einsatzzug durch die SEG »Information und Kommunikation«. Sie stellt Kommunikationswege her, unterstützt die Einsatzleitung und dokumentiert den Einsatzverlauf. Besonders gefordert waren die Schnelleinsatzgruppen der Malteser bei der Hochwasserkatastrophe im Juni 2013.

Engagiert sind die Malteser auch in vielfältigen Diensten für Kranke, Bedürftige, Menschen mit Behinderung und Senioren. 14 hauptamtliche Mitarbeiter, mehr als 100 Nebenamtliche und 15 Freiwilligenhelfer sind Tag für Tag im Einsatz.

Fahrdienste für Alte und Kranke

Sie bieten unter anderem Fahrdienste an, versorgen Alte, Kranke und Behinderte mit »Essen auf Rädern«, begleiten sie im Alltag oder helfen ihnen im Haushalt. Auch Schulen und Kindergärten werden im Landkreis mit Mittagsmenüs beliefert.

Aber auch die Breitenausbildung der Bevölkerung, vom Erste-Hilfe-Kurs bis zur sozialpflegerischen Ausbildung und die Auslandshilfe, wie zuletzt mit Hilfsaktionen für Menschen in Bulgarien und Rumänien, sind Teil der umfangreichen Arbeit der Malteser.

Die Malteser Jugend ist die in Gruppen zusammengeschlossene Gemeinschaft von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie will den Leitsatz der Malteser in jugendgemäßer Weise umsetzen und für die ihr anvertrauten, jungen Menschen erlebbar machen. Der Traunsteiner Malteser Jugend gehören derzeit rund 50 Buben und Mädchen an. pv

Im Rahmen des Blaulicht-Tags präsentieren sich die verschiedenen Rettungs- und Hilfsdienste im Landkreis am Samstag, 19. Juli, auf dem Traunreuter Festplatz. Wir stellen die Organisationen im Vorfeld in einer Serie vor. Im nächsten Teil: die DLRG.