weather-image
26°

Von der Volksmusik bis zum Graffiti-Sprayer

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Foto: Chieminger Kulturtage

Musik in allen Facetten, bildende Kunst, Literatur, Theater, Film, Workshops und vieles mehr: Für jeden Geschmack dürfte etwas dabei sein bei den Chiemgauer Kulturtagen 2017.


Von 14. bis 30. Juli wird zum vierten Mal im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe an zehn Spielorten im Landkreis ein abwechslungsreiches Programm geboten. Einen kleinen Vorgeschmack, was die regionale Kunst- und Kulturszene zu bieten hat, gibt es am 14. Juli um 19 Uhr in der Jugendsiedlung Traunreut, wenn die Kulturtage offiziell eröffnet werden.

Anzeige

Unvergessliche Momente und viele Besucher wünscht Landrat Siegfried Walch der Veranstaltungsreihe. Der Zuspruch der vergangenen Jahre habe das Veranstaltungsmanagement dazu bewogen, die Kulturtage zu verlängern. »Der Zuspruch der Projektanten ist so groß geworden, dass sie heuer an 16 Tagen stattfinden werden«, so der Landrat. Dabei stelle der inklusive Ansatz der Veranstaltung ein Selbstverständnis dar.

Die Kulturreferentin der Stadt Traunstein, Ursula Lay, lobte die Teilnahme der Protagonisten und die Unterstützung der Geldgeber. »Es ist schön, dass die Leute nicht müde werden«, sagte Lay. Im Stadtrat seien die Chiemgauer Kulturtage mittlerweile ein Selbstläufer geworden, die keiner Diskussion mehr bedürften. Sie seien ein wichtiges Ziel, gemeinsam neue Leuchttürme aufzubauen, erklärte der Manager des k1 in Traunreut, Thomas Kazianka. Die Vernetzung zwischen Traunreut und Traunstein werde immer besser. Traunreut zählt neben Traunstein und Trostberg zu den Hauptveranstaltungsorten.

Ein Großteil der Kulturpartner hat sich schon in den vergangenen Jahren engagiert. Aber auch neue Projekte runden die Veranstaltungsreihe ab. Kreisjugendpflegerin Ulli Himstedt legt den Besuchern drei größere Projekte ans Herz, die vor allem die Jugendlichen interessieren dürften. Darunter einen Workshop »Graffiti & Streetart – Jugend und Kunst« am 14. und 15. Juli für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Dabei können sie Grundzüge aus gemeinsamen Bereichen der Streetart-Graffiti-Kultur kennenlernen und ein großes Wandbild gestalten.

Mit drei Projekten ist auch der Kreisjugendring Traunstein am Start. In Kooperation mit der Jungen Chiemseer Bühne Grabenstätt können Kinder und Erwachsene beispielsweise am 17. Juli um 10 Uhr am Zeltplatz in Schützing eine musikalische Gaunerjagd miterleben. Freunde der Volksmusik kommen am 19. Juli um 17 Uhr im Traunsteiner Stadtpark auf ihre Kosten. Eva Bruckner und Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern laden unter dem Motto »De Gamserln schwarz und braun…« zum Mitsingen von Volks- und Kinderliedern ein.

Freunde der Klassik kommen ebenso zum Zug. So findet zum Beispiel am 15. Juli um 19.30 Uhr in der Franz-Eyrich-Halle Traunstein ein großes Sommerkonzert des Chiemgau-Chors Traunstein mit dem bekannten Klezmer-Trio »Gschekad« statt. Im k1 in Traunreut paart sich am 28. Juli um 20 Uhr Virtuoses mit Volkstümlichen. Das Jugendorchester »Capella cantabile« spielt Solokonzerte, Suiten und Quartette von Georg Phillip Telemann auf. Im Atrium am Stadtmuseum in Trostberg gastiert am 29. Juli das Orff-Quartett mit Werken von Mendelssohn und Mozart.

Nicht entgehen lassen sollten sich die Besucher ein Frühstück im Dunklen am 19. Juli im Studio 16 in Traunstein. Um 9.30 und um 10.30 Uhr können sich die Teilnehmer davon überzeugen, wie es ist, wenn weder Gäste noch Bedienung etwas sehen. Die Gäste werden die ganze Zeit über von einer blinden Mitarbeiterin bedient und betreut und erhalten eine Dunkelbrille, die sie jederzeit abnehmen können, um das Experiment damit zu unterbrechen.

Während der gesamten Spielzeit präsentiert sich auch das Projekt »Stattbesetzung.kunstimöffentlichenraum.« Die Künstler, die ihre Werke unter anderem in Parkanlagen, auf Plätzen oder in Kirchen in Traunstein präsentieren, sind dabei aufgerufen, sich mit einem Werk oder Projekt zu bewerben, das sich mit den aktuellen Bedingungen, Abläufen, Mängeln und Chancen von sozialen Gemeinschaften und der Kommunikation auseinandersetzt. Neben der bildenden Kunst, einer Schreibwerkstatt »Literatur entsteht« und vielen anderen Projekten werden auch Naturwanderungen zu Fuß oder mit dem Rad durch die Chiemgauer Kulturlandschaft angeboten. Um es mit den Worten von Landrat Siegfried Walch auszudrücken: Das Programm ist reich an unerschöpflichen Ideen. ga