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»Von der Sprache zur Skulptur«

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Die Gruppe meißelte aus Ytong-Platten das Leitbild der Schule.

Chieming. Lautete der Arbeitstitel für das letztjährige Schulprojekt der Grund- und Mittelschule Chieming »Boarisch gredt’« fand es in diesem Jahr seine Fortsetzung mit dem Thema »Von der Sprache zur Skulptur«. Eine ganze Woche lang wurde geschaut, geplant, gewerkelt, experimentiert und gestaltet; als krönender Höhepunkt stand am Ende die Präsentation der geschaffenen Kunstwerke. Unterstützt wurde die Schule dabei unter anderem von Bildhauer Andreas Kuhnlein, den Kunstmalern Klaus Spatzl und Lars Hönigl, Fritz Mayr vom Bayerischen Rundfunk sowie dem Bayernbund-Projekt »Bairisch in Kindergarten und Schule« und dem Kultusministerium.


Auch viele Eltern halfen tatkräftig mit

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Jeden Morgen kurz nach neun Uhr ging es los. Offene Türen im ganzen Schulgebäude – eine Seltenheit. Überall wurde gehämmert, gebohrt, geklopft, gesägt, Papier raschelte und Nähmaschinen ratterten und dazwischen war fröhliches Lachen zu hören. Schüler und Lehrer waren mit uneingeschränkter Begeisterung bei der Sache, und auch sehr viele Eltern halfen mit.

Im Pausenhof arbeiteten zehn Schüler unter Anleitung von Andreas Kuhnlein an Büsten aus etwa mannshohen Fichtenstämmen. Der Unterwössener Bildhauer ließ den Jungkünstlern völlig freie Hand in der Gestaltung ihrer Werke und war begeistert von ihrer Kreativität. Ähnlich erging es auch dem Holzbildhauer Hubert Janson aus Pittenhart, dessen Gruppe ebenfalls mit Klüpfel, Stemmeisen und Schnitzmesser fantasievolle Köpfe aus Erlenholz gestaltete. Gleich um die Ecke war die »Engelwerkstatt«. Fritz Mayr, ehemaliger Leiter der Abteilung Volksmusik beim Bayerischen Rundfunk, hatte seine Geschichte »Warum Engl im Himmel Maultrommel spuin« mitgebracht und auch Maultrommeln, die die Kinder ausprobieren durften. Außerdem nahmen mit Hilfe von Sandra Biro und Moritz Leitner viele lachende Engel aus Stoff, Papier und Holz fröhliche Gestalt an.

Fantasievolle Fabeltiere als Zaunhocker nach dem Motto »Krokofant & Elandil« töpferten 14 Buben und Mädchen unter Anleitung von Dorothea Wiesiorek. Ein buntes Sammelsurium aus Holz, Metall und Ton tummelte sich bei den Grundschülern im Klassenzimmer von Bernhard Hecht.

Eine Gruppe arbeitete derweil unter Anleitung von Monika Krendlinger an »Freestyle«-Skulpturen aus Metall, Seilen, Holz und Treibholz, aber auch jeder Menge Papier und Pappmaché in knallbunten Farben wurden gebraucht. Knallbunt leuchtete es auch im Raum von Doris Wagnerberger, wo kleine Skulpturen aus Fimo und einer riesigen Menge Legosteinen entstanden. Kränze aus Efeu, Rinden und Zapfen wurden geflochten, Luftballonmännchen mit Pappmaché bezogen und bemalt, und eine riesige Armada von Rindenschiffen mit Papier- und Stoffsegeln schwamm im großen Hafenbecken von Martina Schimmels Klassenzimmer.

Bretter in verschiedensten Längen wurden mit Gabi Veil fantasievoll bemalt. Mit bunten Stoffstreifen brachten viele Kinder gemeinsam mit Rektor Alexander Fietz am Maschendrahtzaun um den Pausenhof den Schulnamen an sowie das Motto »Wir halten zusammen«.

In der Ruhezone des Pausenhofes war es in dieser Woche gar nicht so ruhig. Conny Karrasch und Helmut Richler fertigten mit einigen Mittelschülern aus einem riesigen Baumstumpf einen Stuhl. Ihr Nagelbaum mit der Inschrift »Do bin i dahoam« wird beim Haupteingang aufgestellt. Bilderrahmen aus Schwemmholz fertigte die Gruppe von Maria Adersberger. Aus dem unerschöpflichen Treibholzfundus gestalteten die Kinder unter Anleitung von Kunstmaler Klaus Spatzl aus Chieming eindrucksvolle Gemäldekombinationen mit Acrylfarben. Auch Lars Hönigl aus Grabenstätt und H. Ehrich leiteten eine Künstlergruppe.

Arbeit mit Ytong-Steinen war abwechslungsreich

Sehr geschickt waren einige Jugendliche im Anfertigen der Bleistiftzeichnungen mit Sabine Röhr. Eine kunterbunte Kartonagenstadt inklusive Infrastruktur in Form von Autos und Wikingerschiff entstand bei Jessica von Mallinckrodt. Eine etwas staubige, aber beeindruckende Angelegenheit war die Arbeit mit Ytong-Steinen auf dem Platz hinter der Turnhalle. Eva Stetka und Inge Frankenberger fertigten mit ihren Schützlingen einen Turm aus Ytong-Platten. Die Gruppe von Pauline Rittmeister-Gaßner meißelte aus ihren Ytong-Platten das Leitbild der Schule.

Bei der Präsentation sagte Rektor Alexander Fietz, über 600 Hände haben in einer Woche unzählige Kunstwerke geschaffen, wobei sich viele verborgene Talente und Fähigkeiten gezeigt haben. Fietz: »Jeder hat Sprache in sich, hat etwas zu sagen. Wir müssen nur hinhören. Sprache kann aufbauen und Freude bereiten, kann aber auch Gewalt anwenden und zerstören. Wir wollten Freude schaffen, ich glaube das ist uns gelungen.« om

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