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Von der Barockzeit bis zur Gegenwart

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Sabine Kübler und Albert Galimzanov (auch Leiter der Stadtkapelle Bad Reichenhall) fügten dem Konzert mit dem »Nachtgesang« eine feine, träumerisch liebliche Note hinzu. (Foto: Bauregger)

Inzell – Mit einem anspruchsvollen Konzert in der Frauenkirche demonstrierten Lehrer der Inzeller Musikschule ihr Können und begeisterten damit Konzertpublikum. Unter der Gesamtleitung des Musikschulleiters Heini Albrecht reichte das Repertoire des Abends von klassischer über Pop-Musik bis zu alpenländischer Volksmusik. Mit dem Spendenerlös soll diese Zielgruppe auch weiterhin besonders gefördert werden.


Mit der »Sonata in D-Dur für 2 Trompeten« von Petronio Franceschini eröffneten die Trompeter Zoran Curovic und Bernhard Sowa mit Tim Blagrave am Klavier das Konzert ausgesprochen festlich. Gekonnt, sicher und mit sauberem Ton bewegten sich die Bläser in homogenem Zusammenspiel durch die Komposition. Nicht nur bei diesem Vortrag war Tim Blagrave, der von der jungen Pianistin Anne Lena Seitz perfekt assistiert wurde, ein verlässliches, die jeweilige Kompositionscharakteristik perfekt transportierendes, sicheres Fundament am Klavier.

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Im Duett trugen Silke Aichhorn (Harfe) und Albert Galimzanov (Klarinette) die Cavatine »Una voce poco fa« aus Rossinis »Barbier von Sevilla« vor. Nach einem kraftvollen Harfeneingang verstanden es die Solisten bestechend souverän, die sanften, liedartigen und leidenschaftlichen Charaktere dieser Cavatine gefühlvoll und synchron in Dynamik und Ausdruck umzusetzen.

Lisbeth Genghammer führte die Zuhörer auf ihrer Zither aus der Epoche der Frühromantik in die Klangwelt der alpenländischen Volksmusik. »Menuett aus Niederösterreich« hieß die Volksweise, bei der sie es gut verstand, das breite Klangspektrum der Zither fein nuanciert zum Klingen zu bringen. Stefanie Rieder an der Harfe und Hermann Huber auf der Steirerziach hatten sich für ihr Duett den Walzer »Pour macherie Andrea« von Hermann Huber ausgesucht. Nicht überhörbar beinhaltete das Stück Elemente französischer Akkordeonmusik, die Huber mit schnellen Triolenläufen und Trillern wirkungsvoll verzierte. Im Solopart intonierte Hermann Huber darauf die flotte Polka von Dieter Schaborak mit dem markanten Namen »Zahojitni Srdse« ganz im Stile Hubers, mit markanten Bassläufen, unkonventionellen Übergängen und einer starken Dynamik.

Ein Beispiel virtuosen Cellospiels lieferte konträr dazu Simon Nagl mit dem Prélude aus J.S. Bachs Cello Suite No. 6 in D major. Diese 6. Suite gilt als die schwierigste, da Bach ab der ersten Suite die folgenden immer länger und noch schwieriger gestaltete. Eine weitere Besonderheit liegt darin, dass diese Suite für ein Cello mit fünf Saiten geschrieben wurde. Unbeeindruckt von dieser Herausforderung stellte sich Nagel auf einem solch speziellen, eigens für ihn angefertigten Instrument den Herausforderungen und meisterte den Kraftakt, der auch viele Doppel-, Dreifach- und sogar Vierfachtöne enthält, meisterlich.

Im Gegensatz zu dieser kraftvollen Komposition fügten Sabine Kübler auf Violine, Albert Galimzanov auf Klarinette und Tim Blagrave am Klavier mit dem »Nachtgesang« op.83, Nr.6 in g-Moll von Max Bruch, dem Programm eine feine, träumerisch liebliche Note hinzu. Auch hier wieder bestechend waren die professionelle Instrumenten- und Tonbehandlung, die ausdrucksstarke Körpersprache und das harmonisch sichere Zusammenspiel.

Wie er einführend zur nächsten Komposition erläuterte, verbindet Albert Galimzanov mit dem Werk »Vier Walzer« von Dmitri Schostakowitsch, das der Komponist den Kindern widmete, auch wunderbare Erinnerungen an seine Kindheit. Im Trio mit Patrick Pföß auf der Querflöte und Blagrave am Klavier, erklangen die Walzer im Duett mit dem Klavier oder im Trio schelmisch, lustig und bewegt, dann verspielt und ausgelassen wie fröhlicher Vogelgesang, drückten Springen und Tanzen aus oder mimten im letzten Teil perfekt das Spiel einer Drehorgel. Diese virtuose Einfachheit kam auch bei den Zuhörern im Applaus hörbar gut an.

»Believe Me« stand danach über der ruhigen, bedächtigen Melodie als Titel, welche Zoran Curovic auf einem Cornett, mit Klavierbegleitung, wunderbar weich, mit einem feinen Tremolo in den akustisch hervorragenden Kirchenraum intonierte und mit einem langen, sauberen Schlusston abschloss. Eine extravagante Polka brachten darauf Stefanie Rieder auf der markant gespielten Harfe und Hermann Huber auf seiner Steirerziach zu Gehör.

Nur der Titel »Aus is, schee war's« von Sepp Pertl passte noch nicht ganz, denn im Anschluss bereicherten die beiden auf Harfe und Begleitgitarre, zusammen mit Lisbeth Genghammer auf der Sologitarre, mit dem wunderbaren Walzer »A stade Stund« von Harti Pilsner das Programm mit feiner, ansprechender, alpenländischer Saitenmusik. Den niveauvollen Konzertabend schloss Heini Albrecht als Gesangssolist ab, indem er mit seiner markanten, kräftigen Stimme »Du bist die Ruh« von Franz Schubert solistisch zum Besten gab. Die Zuhörer dankten den Mitwirkenden auf ihre Art und Weise mit lange anhaltendem, begeistertem Applaus. wb