weather-image
18°

Von der Anwaltskanzlei direkt ins Gefängnis

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Foto: dpa/Patrick Pleul

Grassau – Die Handschellen klickten heute für einen gesuchten Straftäter aus Grassau. Der Mann wurde wegen des mehrfachen Verkaufs von Drogen per Haftbefehl gesucht – und am Montagnachmittag gefunden: Er holte sich Rat in einer Traunsteiner Anwaltskanzlei.


Seit dem 21. Februar wurde der 30-jährige Grassauer vom Amtsgericht Traunstein mit Haftbefehl gesucht. Dem Mann wird vorgeworfen in mehreren Fällen mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Er verkaufte im Jahre 2016 offensichtlich mehrfach Amphetamin und Haschisch in größeren Mengen – so die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Traunstein.

Anzeige

Aus diesem Grund erließ das Amtsgericht Traunstein am 21. Februar wegen eines Vergehens nach dem Betäubungsmittelgesetz einen Untersuchungshaftbefehl. Ursprünglich hatte der Gesuchte seinen Wohnsitz im Bereich Grassau, hatte hier aber seine Zelte abgebrochen und war untergetaucht. Die Beamten der Zivilen Einsatzgruppe Traunstein übernahmen daraufhin die Ermittlungen und konnten mehrere Anlaufadressen und vermeintliche Aufenthaltsorte des Grassauers im Landkreis Traunstein ausfindig machen.

Die intensiven Ermittlungen blieben jedoch zunächst erfolglos. Auch die Wohnungsdurchsuchung bei einem engen Freund des 30-Jährigen war ohne Erfolg. Die Beamten waren dem Mann aber dicht auf den Fersen.

Am späten Montagnachmittag kam den zivilen Polizisten „Kommissar Zufall“ zur Hilfe: Der gesuchte Straftäter hielt sich angeblich in einer Anwaltskanzlei in Traunstein auf. Vor den Augen der Anwälte klickten für den völlig überraschten Mann dann die Handschellen. Für den ebenfalls überraschten Anwalt endete an dieser Stelle die Beratung. Der Festgenommene wurde am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend in die Justizvollzugsanstalt Traunstein gebracht.

Pressemeldung der Polizei