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Von den CIMA-Ergebnissen enttäuscht

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Traunreut – Für einige Mitglieder im Traunreuter Stadtrat stellt sich nach wie vor die Frage: »Was haben die Mitarbeiter von der Beratungs- und Management GmbH CIMA, Achim Gebhardt und Josef Guggemos konkret für die Bürger getan?« In der Stadtratssitzung, in der die beiden CIMA-Mitarbeiter über das nach drei Jahren auslaufende Projektmanagement im Bund-Länder-Programm »Aktive Stadt- und Ortsteilzentren« berichteten, wurde deutlich, dass Projekte zum »Anfassen« vermisst werden. »Ich hätte mir von einem Citymanager mehr erwartet«, sagte Gabriele Liebetruth (Bürgerliste).


Das professionelle Team wurde für drei Jahre wöchentlich für 16 Stunden verpflichtet, um die Stadtentwicklung mit Unterstützung der öffentlichen Hand nach vorne zu bringen. »Die Grundstrukturen zu erarbeiten war unser Auftrag«, verteidigte sich Guggemos. Jetzt liege es an der Stadt, die dreijährige Grundlagenarbeit für die Bürger sichtbar zu machen. Nach Aussagen von Gebhardt konnten trotz der begrenzten Wochenstunden positive Weichenstellungen getroffen werden. Im Wesentlichen wurden die Grundlagen erforscht und ausgewertet und Empfehlungen ausgesprochen, die jetzt angeschoben werden sollen.

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»Es ist angerichtet«, sagte Guggemos. Er appellierte an das Gremium, das Rad jetzt nicht stillstehen zu lassen und für die vielen Dinge, die ins Laufen gebracht worden seien, eine »Stabstelle« einzurichten, »weil es ist ein Haufen zu tun«. Mit der »Stabstelle« ist ein Citymanager gemeint, der nach Ansicht der CIMA-Berater für mindestens 20 Wochenstunden eingestellt werden soll. Darüber beraten wurde hinter verschossenen Türen im Anschluss an die öffentliche Sitzung. Nach Informationen des Traunsteiner Tagblatts soll es auch schon Bewerber für diese Stelle geben. Zu den Beratungen in der nichtöffentlichen Sitzung wollte sich Bürgermeister Klaus Ritter nicht äußern. »Ich werde dazu keine Aussage treffen.«

In der Diskussion wurde deutlich, dass sich der Großteil des Gremiums von den professionellen Beratern mehr erwartet hatte. Dr. Michael Elsen (CSU) erinnerte an ein vorliegendes Wirtschafts- und Einzelhandelsgutachten, das viele Ansatzpunkte enthalte, um die Attraktivität der Stadt zu steigern. »Dieses Gutachten sagt schon sehr viel aus, was die CIMA jetzt vorstellt«, stellte Elsen fest. Er vermisse aber in der Arbeit der CIMA konkrete Ergebnisse, etwa zum Leerstand des Trauna-Centers oder zum Thema gemeinsamer Mietpreisspiegel. Nach Aussagen von Gebhardt seien basierend auf das Wirtschafts- und Einzelhandelsgutachten Projekte abgestimmt und die rechtlichen Schritte gesichert worden. Parallel dazu seien auch eigene Projekte für gezielte Ansiedlungsvorhaben angestoßen worden. Konkrete Entwicklungspläne für maßgebende Potenzialflächen in der Innenstadt mit einem Investitionsvolumen im zweistelligen Millionenbereich lägen vor. Durchgeführt worden seien auch qualifizierte Maßnahmen zur Unterstützung der ansässigen Betriebe. Außerdem seien unter anderem auch Konzepte zur Optimierung von Veranstaltungen als Grundlage für die weitere Umsetzung erstellt worden. Am Beispiel der geplatzten Public-Viewing-Veranstaltung anlässlich der Fußball-Europameisterschaft erinnerte er daran, als Unterstützung ins Spiel gekommen sein. Stadtrat und Initiator der Public-Viewing-Veranstaltung, Roger Gorzel (Bürgerliste), kritisierte jedoch, von der CIMA zu wenig Unterstützung bekommen zu haben. »Ich bin enttäuscht.«

Bürgerlistenchef Sepp Winkler schloss sich der Aussage von Dr. Elsen an: »Was hat die CIMA konkret für die Bürger getan?« Für ihn stelle sich die Frage: »Setzt man einen Citymanager ein oder lässt man es sein?« Auch sein Fraktionskollege Johannes Danner hätte sich ein sichtbares Zeichen für die Bürger gewünscht. Er sei nicht davon ausgegangen, dass drei Jahre lang nur Grundlagenarbeit betrieben werde, sondern für die Bürger Projekte sichtbar gemacht würden, sagte Danner.

Eine Lanze für die Berater brachen die Freien Wähler und Christian Gerer (CSU). Die theoretischen Strukturen der CIMA müssten jetzt mit weiterer professioneller Unterstützung erarbeitet werden, betonte Gerer. Allen müsse aber klar sein, dass es einen Citymanager zum Null-Tarif nicht geben werde. Um die Stadt voranzubringen, bedürfe es sowohl der Unterstützung eines Citymanagers als auch der Stadt selbst, betonte Gerer. In seiner Eigenschaft als Wirtschaftsreferent wies Ernst Biermaier (FW) darauf hin, dass es durch die CIMA auch gelungen sei, den Tourismusbereich zu fördern und die »Lenkungsgruppe« weiterhin als beratendes Gremium der Stadtentwicklung zu etablieren. Seine Fraktionskollegen Konrad Unterstein und Alfred Wildmann plädierten dafür, auch für die Zukunft ein professionelles Management zu installieren, um die Stadt in ihrer Entwicklung weiter zu bringen. ga