weather-image

Von den Bänken über die Parkplätze bis zu den Schulen: OB stand Rede und Antwort

5.0
5.0
Traunstein: Bänke, Parkplätze und Schulen in Online-Bürgerversammlung angesprochen
Bildtext einblenden
Immer wieder dicht an dicht stehen die Autos auf den Parkplätzen in der Stadt – wie etwa auch hier an der St.-Oswald-Straße. Aus der Reihe der Anlieger kommt die Kritik, dass viele Auswärtige, die in der Innenstadt arbeiten, ihre Fahrzeuge dort abstellen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Zahlreiche Anfragen der Bürger hatten Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der Online-Bürgerversammlung zu bearbeiten. Die Themen reichten nicht nur vom Rufbus bis zum Wohnraum, sondern bezogen sich unter anderem auch auf die Parkplätze und die Schulen in Traunstein.


Veronika Steiner berichtete, dass sehr viele auswärtige Bürger nach Traunstein in die Arbeit fahren. In der Mittagspause gehen sie ihren Angaben zufolge gerne an die frische Luft. Steiner bat die Stadtverwaltung, die Parkbänke – wenigstens die Hälfte – über den Winter nicht abzubauen, sondern im Freien stehen zu lassen. »Diesen Wunsch kann ich sehr gut nachvollziehen«, meinte Hümmer. Er forderte die Bürger auf, sich zu melden. »Wir werden versuchen, schnellstmöglich zu handeln.«

Anzeige

Wolfgang Abel regte an, dass die Stadt landwirtschaftliche Flächen, die in ihrem Eigentum liegen, ökologisch bewirtschaftet beziehungsweise über die Verpachtung ökologisch bewirtschaften lässt. Die Devise müsse lauten, über Umwelt- und Klimaschutz nicht nur zu reden, sondern auch danach zu handeln.

Hümmer nahm den Gedanken auf, wie er sagte, und versprach, verstärkt darauf zu achten, dass die Flächen der Stadt ökologisch wertvoll genutzt werden. In diesem Zusammenhang betonte er, dass an dem Gerücht, die Stadt wolle ihre Gärtnerei privatisieren, überhaupt nichts dran sei. So etwas komme nicht in Frage.

Das Thema von Ernst Meidl waren Bewohnerparkplätze. An der St.-Oswald- und an der Bachmayerstraße sei schon um sieben Uhr morgens kein Stellplatz mehr frei. Zum größten Teil seien die Abstellflächen von Mitarbeitern von Betrieben in der Innenstadt belegt. Meidl regte an, Bewohner- und kostenpflichtige Parkplätze miteinander zu kombinieren. Der Stadtrat habe sich des Themas bereits angenommen, entgegnete der Oberbürgermeister. So habe das Gremium ein Parkraumkonzept erstellen lassen und eine Leitung des Parksuchverkehrs in den Brennpunkt gestellt.

Horst Trüdinger regte unter anderem an, auf der Bahnhofstraße im Bereich ihrer Kreuzung mit der Herzog-Friedrich-Straße und der Abzweigung der Gapstraße einen durchgehenden Streifen für die Radfahrer mit Rot auf der Fahrbahn zu markieren. Die kurze und knappe Antwort des Oberbürgermeisters: »Das machen wir.«

Den Standortübungsplatz in Kammer brachte Friedrich Naumann zur Sprache. Er kritisierte, dass die Bundeswehr nun der Zivilbevölkerung generell und ohne Ausnahmen verboten habe, das Gelände zu betreten. Der Hintergrund: Früher hatte man auf den Platz gehen dürfen, wenn keine Übungen stattfanden. Hümmer betonte, dass sich die Stadt sehr dafür eingesetzt habe, dass der Standortübungsplatz offen bleibt. Leider sei es aber nicht gelungen, einen Kompromiss mit der Bundeswehr zu erzielen.

Und Manfred Bulka, der Leiter des Ordnungsamts, ergänzte: »Mit dem Bund war nicht zu reden«. Die Entscheidung, den Übungsplatz für die Zivilbevölkerung zu schließen, sei von Haus aus festgestanden. Die Bundeswehr wolle ihn intensiver nutzen.

Dr. Jutta Kramer berichtete, dass einige Schulen im Landkreis durch das Entfernen von Möbeln und die Nutzung alternativer Räume die Voraussetzungen geschaffen hätten, den – was erfreulich sei – Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Und sie fragte an, ob in der Stadt Traunstein nicht ähnliche, pragmatische Lösungen gefunden werden könnten.

Der Oberbürgermeister antwortete, dass er in Corona-Zeiten ständig im Austausch mit den Leitern der städtischen Schulen stehe. Er sei dankbar, dass der Präsenzunterricht weitergeht. Die Lehrer zeigen laut Hümmer ein »Höchstmaß an Flexibilität«. Ziel bleibe, den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten – was an der Bereitstellung von Räumen durch die Stadt nicht scheitern soll. »Was notwendig ist, stellen wir zur Verfügung«.

Adolf Spitzer war in Sorge, dass die Güterhallenstraße wegfällt, wenn der Landkreis mit seinen Partnern den Bildungscampus Chiemgau aufbaut. Diese Befürchtung wird sich jedoch laut Hümmer – er ist nach eigenen Angaben im Gespräch mit Landrat Siegfried Walch – nicht bewahrheiten. »Die Güterhallenstraße wird nicht wegfallen«, sagte der Rathauschef.

Dr. Rainer Schenk forderte die Stadt auf, die Windkraftnutzung in Traunstein »schnellstens« und damit »schon jetzt parallel zur Erstellung des Klimaschutzkonzepts anzupacken«. Hümmer berichtete, dass die Stadt sich um einen »Windkümmerer« bemüht habe. Im Rahmen der von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger initiierten Aktion habe sie jedoch keinen Berater an ihre Seite gestellt bekommen. »Wir stehen auf der Warteliste.«

Scarlett Gnad und Carmen Mühlbacher informierten, dass das Haus, das am Eck Schaumburgerstraße/Taubenmarkt steht, im Januar abgerissen werde. Ihren Angaben zufolge befürchten die Einzelhändler in diesem Bereich, dass sie in der Abbruchzeit Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Hümmer sagte, dass die Anlieger in die Maßnahme miteinbezogen werden. Bulka ergänzte, dass der Hauseigentümer den Abbruch schon seit einigen Jahren geplant habe und ihn jetzt vornehme. »Wir werden versuchen, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.«

Weitere Berichte über die Online-Bürgerversammlung:

Mehr aus der Stadt Traunstein