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Vom sonnigen Texas ins verschneite Ruhpolding

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Bereits seit 1729 ist der Hof im Ruhpoldinger Ortsteil Waich in Besitz der Familie von Sepp Hohlweger. Während früher ein Milchviehbetrieb für das Einkommen der Familie sorgte, investierte der 50-Jährige vor 15 Jahren verstärkt in den Ferienhof und baute zuletzt auch ein Almhüttendorf auf Fünf-Sterne-Niveau. (Foto: Poschinger)

Ruhpolding. Zurück zum Ursprung – diesem Ruf folgte Sepp Hohlweger Mitte der 1990er Jahre und zog auf den Geburtshof seiner Mutter im Ruhpoldinger Ortsteil Waich. Nach Stationen in Bremen, Wasserburg, Seebruck und dem sonnigen El Paso in Texas kehrte er zurück in die Heimat und investierte zusammen mit seiner Frau Karin in den alten Hof, der 1657 zum ersten Mal erwähnt wurde. Dort fühlt er sich wohl und will sich nun verstärkt für seine Heimat engagieren. Am 16. März tritt er als Landratskandidat für die Grünen im Landkreis Traunstein an.


Für den 50-Jährigen ist es bereits die zweite Kandidatur für den Landratsposten. Auch 2008 schickten ihn die Grünen ins Rennen. Während er damals zu der Bewerbung wie »die Jungfrau zum Kind« kam und antrat, damit auch seine Partei einen Vertreter stellte, hat sich dies für die anstehende Kommunalwahl geändert. »Jetzt könnte es vielleicht eine Überraschung geben«, gibt sich Hohlweger kämpferisch und peilt auf jeden Fall ein zweistelliges Ergebnis an.

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Zur Partei kam er durch Sepp Daxenberger

Zu den Grünen kam Hohlweger im Jahr 2002, auf Zureden des Wagingers Sepp Daxenberger. »Davor war ich zwar politisch interessiert, aber in meiner Richtung nicht festgelegt«, erklärt der Nebenerwerbslandwirt und Projektentwickler für Landwirtschaft und Tourismus. Schnell fand er Gemeinsamkeiten und trat der Partei bei. Einen Grünen-Ortsverband gibt es aber aufgrund von zu wenigen Mitgliedern in Ruhpolding bis heute nicht, stattdessen sitzt der zweifache Familienvater seit 2008 für die Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) im Gemeinderat. In den Kreistag wurde er bei der letzten Kommunalwahl als Vertreter der Grünen gewählt und tritt seitdem unter anderem als Fraktionssprecher in Erscheinung. Seit 2012 führt er zusammen mit Helga Mandl als einer der beiden Vorsitzender auch den Kreisverband der Grünen an.

Dies ist aber nur ein kleiner Teil der Ehrenämter von Sepp Hohlweger. Er engagiert sich hartnäckig in den Bereichen Tourismus, regionale Vermarktung und regenerative Energien. Gründungsmitglied und teilweise auch Vorsitzender ist er von Innovation Tourismus Ruhpolding e.V., der Interessensgemeinschaft Tourismus Region 18, der Vermarktungsgenossenschaft Region aktiv, der Bürgerenergiegenossenschaft Traunsteiner Land und der Ruhpoldinger Bürgersolar Gbr. »Ich versuche viel anzuschieben und die Region weiter zu bringen«, so Hohlweger, der unter anderem auch Vorsitzender des Forums Ökologie in Traunstein war.

Neben all diesen Verpflichtungen betreibt er zusammen mit seiner Frau Karin in Waich einen Ferienhof mit Almhütten und Appartements und kümmert sich als Nebenerwerbslandwirt um 35 Ziegen am Hof. Zeit für sein großes Hobby, das Reisen, bleibt dem begeisterten Skifahrer und Bergsteiger aber kaum mehr. Trotzdem ließ er im Herbst für ein paar Tage die oberbayerische Heimat hinter sich, um seine 18-jährige Tochter in Neu Delhi zu besuchen, die dort ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Auslandserfahrungen hat auch Hohlweger als junger Erwachsener gesammelt. Er heuerte bei der Bundeswehr an und wurde im Rahmen seiner Ausbildung bei der Luftwaffe auch für zwei Jahre nach El Paso in Texas versetzt. »Das war eine ganz andere Welt«, erinnert er sich durchaus positiv. Trotzdem würde er nie aus Ruhpolding wegziehen wollen. »Der Landkreis ist meine Heimat«, sagt er und schwärmt von der hohen Lebensqualität und Vielseitigkeit, die neben den Einheimischen auch die Gäste zu schätzen wissen.

Regionalmanagement soll geschaffen werden

Seine politischen und privaten Stärken sieht Sepp Hohlweger in seiner Offenheit, Ehrlichkeit und auch Kritikfähigkeit. Außerdem versuche er in Diskussionen immer mehrere Meinungen zu hören und danach einen Kompromiss zu finden. Der 50-Jährige ist zudem sehr spontan und lässt sich auch leicht für eine neue Idee begeistern, was in manchen Situationen aber auch zur kleinen Schwäche werden kann.

Sollte er zum neuen Landrat von Traunstein gewählt werden, dann will Hohlweger neben dem Erhalt der Kreiskliniken und dem Zusammenschluss der Tourismusverbände auch als Erstes ein Regionalmanagement am Landratsamt einrichten. »Damit könnten auch kleinere Projekte und Initiativen im Landkreis besser unterstützt und mit Fördergeldern versorgt werden.« Andrea Poschinger

Neben Sepp Hohlweger treten noch fünf weitere Kandidaten an, um neuer Landrat im Landkreis Traunstein zu werden. Diese sind: Andreas Danzer, Helmut Kauer, Sepp Konhäuser, Siegfried Walch und Heinrich Wallner. Wir stellen die Bewerber alphabetisch vor.

Sepp Hohlweger

Quelle: Traunsteiner Tagblatt