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Landkreis unterstützt drei Projekte, darunter die Höhlenburg in Stein

Vom Hausschwamm bis zur Mauer

Drei förderwürdige Projekte, darunter das Hochschloss der Höhlenburg in Stein, können mit Zuschüssen des Landkreises rechnen. Der Ausschuss für Kultur, Heimatpflege und Bildungswesen bewilligte einstimmig jeweils mehrere Tausend Euro. An den Verein »Freunde der Burg Stein« gingen 6000 Euro, genauso viel, wie die Stadt Traunreut zu den Gesamtkosten von 86 000 Euro beiträgt. Jeweils 10 000 Euro erhofft sich der Verein vom Bezirk Oberbayern und vom Freistaat. Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern in Form von »Hand- und Spanndiensten« sind mit ebenfalls 10 000 Euro veranschlagt. Die verbleibende Finanzierungslücke von 37 000 Euro schließt der Verein aus Eigenmitteln.

Es war ein einfaches und karges Leben, das die Klausner in der Steiner Einsiedlerklause führten.

Tobias Zeh vom Landratsamt nannte Einzelheiten zu der Maßnahme, die in Händen der Freunde von Burg Stein liegt. Das Hochschloss mit Kern aus dem 12. und 13. Jahrhundert bestehe aus dem Torbau mit flankierendem Halbrundturm und einem größeren Querbau. Dieser Nordteil der Oberen Burg habe einen nach Osten deutlich verbreiterten Grundriss, vermutlich aufgrund älterer Fundamente. 2018 ist vorgesehen, einen Kamin im zweiten Stock zu sichern, das Gewölbe und den Fußboden im Rauchküchenraum zu sanieren sowie einen weiteren Fußboden im gleichen Stockwerk einzubauen.

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Eine eingestürzte Mauer im zweiten Geschoß solle wieder eingezogen werden. Geplant ist außerdem der Einzug eines Fußbodens im WC im zweiten Stock.

Wie Yvonne Nitsch vom Landratsamt erläuterte, ist der jetzige Bauabschnitt Teil der großen Gesamtmaßnahme, die der Verein je nach Finanzlage realisiert. »Ich bin froh, wenn sich Einzelpersonen so stark für Objekte engagieren«, lobte Landrat Siegfried Walch. Franz Helmberger (CSU) ergänzte, unter den Freunden von Burg Stein seien viele tüchtige Handwerksmeister. Marianne Penn (Die Grüne) erinnerte an die Geschichten und Sagen rund um den wilden Ritter Heinz von Stein.

Hausschwammbeseitigung kostet 100 000 Euro

Knapp 100 000 Euro erfordert die Hausschwammbeseitigung in der Filialkirche St. Peter und Paul in Lanzing bei Tittmoning, einem spätgotischen Tuffquaderbau von Anfang des 16.  Jahrhunderts. Projektträger ist die Katholische Kirchenstiftung Kay. Das Gotteshaus steht an der Hangkante innerhalb eines historischen Kirchhofs. Die Weihe der Kirche ist auf das Jahr 1518 datiert. Die Innenausstattung folgte etwas später.

Der Befall mit Hausschwamm ist laut Tobias Zeh »dramatisch« und »ziemlich massiv«. Konkret würden Holzteile ausgetauscht. Steinelemente würden chemisch gereinigt. Zur Finanzierung steuern die Stadt Tittmoning und der Landkreis Traunstein jeweils 3000 Euro bei. Beim Bezirk Oberbayern läuft ein Antrag auf 19 830 Euro Zuschuss, beim Staat auf 10 000 Euro. Die Bayerische Landesstiftung soll mit 14 872 Euro unterstützen. Die Kirchenstiftung will Eigenmittel in Höhe von 48 444 Euro aufbringen.

Sanierung von Gutshaus aus 18. Jahrhundert

Ein ehemaliges Gutshaus in Chieming-Hart mit Ursprung wohl im 18. Jahrhundert und belegtem Ausbau im 19. Jahrhundert soll angeblich auf einen erstmals im 14. Jahrhundert genannten Sitz einer adeligen Dame zurückgehen. Der jetzige Eigentümer will die Fassade bei Kosten von über 100 000 Euro sanieren. Die Gemeinde Chieming hat bereits einen Zuschuss von 7000 Euro beschlossen. In gleicher Höhe stieg der Landkreis gestern ein.

Die Finanzierung mit Eigenmitteln von mehr als 60 000 Euro sichern sollen der Bezirk mit gut 21 000 Euro und der Freistaat mit 10 000 Euro. Bei dem früheren Gutshaus handelt es sich um einen zweigeschoßigen Putzbau mit Kniestock und Flachsatteldach in Form eines typischen Salzburger Flachgauhofs. Das im Kern barocke Gebäude steht am südlichen Ortsrand. Sehr selten und außergewöhnlich ist die Ladevorrichtung für den befensterten Speicher im hohen Kniestock. Bei der Hochlaube wurde das Bodenteil hochklappbar gestaltet, an der Firstpfette ein auf Rollen gelagerter Aufzugsarm angebracht. kd