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Vom »Bürgerservice« bis zur »Bürgerenergie«

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Ruhpolding. »Bürgerservice«, Kreiskliniken, Hotelbau, Tourismus und »Bürgerenergie« waren Themen, die in der jüngsten Versammlung der Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) behandelt wurden.


Michi Leitner konkretisierte seinen Vorschlag zu einem »Bürgerservice«. Seine Vorstellung ist, dass für die Bürger im Rathaus eine Anlaufstelle eingerichtet wird, bei der Wünsche und Anträge direkt gestellt und bearbeitet werden. Nach eingehender Diskussion befand man eine Lösung wie in Traunstein, mit einem im Amtsblatt veröffentlichten Formular zu bestimmten Themen, als machbar. Die VRB will sich dafür einsetzen.

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Luggi Böddecker fragte den Grünen-Kreisrat Sepp Hohlweger, ob zu den in 2013 aufgelaufenen 8 Millionen Euro Verlusten der Kliniken Südostbayern Lösungen angedacht seien. Leider zeichne sich hier noch keine Entspannung ab, denn es solle kein Personal abgebaut werden und allein hier seien durch Überstunden zwei Millionen Euro Verluste aufgelaufen. Zwar habe die Klinik in Traunstein immer wieder zu wenig Betten, aber es sei bis jetzt nicht gelungen, dafür Betten in Ruhpolding zu belegen. Wenn es nicht gelinge, bis 2018/2019 die Verluste aller Südostbayern-Kliniken radikal zu senken, müsse sicher die Kreisumlage erhöht werden. Dies würde auch Ruhpolding hart treffen.

Herbert Ringsgwandl berichtete über den Planungsstand des neuen Hotels und bat, die Widerstände innerhalb der Bevölkerung dazu nochmals zu überdenken. Denn wenn auch diese Planung nicht umgesetzt werden könnte, würde sich sicher so schnell nicht wieder ein neuer Investor finden. Das neue Hotel bekomme einen hohen Standard und die sogenannten »Billigpreise« würden nur in der Nebensaison angeboten. Ruhpolding brauche mehr Hotelbetten, welche automatisch auch mehr kaufkräftige Gäste in den Ort bringen.

Zu den erneut negativ ausgefallenen Touristik-Zahlen betonte Ringsgwandl, dass in anderen Ländern wie z. B. Italien durch das schlechte Wetter ein Rückgang von bis zu 80 Prozent zu verzeichnen sei. Das Verhalten der Urlauber habe sich durch das Internet gravierend geändert. Bei den Gästen komme es durch einen Blick auf das Internet-Wetter für ihre Urlaubszeit massiv zu Stornierungen. Leider stehe die nächste Wetterstation in Chieming und dort herrsche oft ein sehr abweichendes Wetter zu Ruhpolding.

Die Touristikzahlen nahm Ulrike Pfeifer zum Anlass, die von der VRB Ende Juli genannten Zahlen zu korrigieren: Statt einem Minus von 9,93 Prozent habe Ruhpolding per 31. Juli einen Rückgang um 6,68 Prozent bei den Übernachtungen, das Minus bei den Gästen betrage nicht 11,37, sondern 6,71 Prozent. Diese Zahlen standen erst Mitte August fest.

Die Frage zur Arbeit des AK Energie beantwortete Franz Ringsgwandl damit, dass leider erst zwei Bürger die von der Gemeinde unterstützten, kostenlosen Beratungstermine wahrgenommen hätten. Aber vielleicht ist die Resonanz nach der Urlaubszeit besser.

Großes Interesse fanden seine Ausführungen zur »Bürgerenergie Traunsteiner Land e.G.« Bei dieser Genossenschaft, welche nach demokratischen Strukturen betrieben werde, könne jeder Bürger Anteile erwerben. Damit investiere er in den Bau von Photovoltaik-, Wind- und Geothermie-Anlagen, Energiespeicher und Wasserkraftwerke in unserem Landkreis und könne als Genosse eine angestrebte Rendite von 2 bis 5 Prozent erhalten. el