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Vom Boulderraum bis hin zu überfüllten Schulbussen

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Interessiert verfolgten auch die Jüngsten, die einer kirchlichen Mädchengruppe ab der 5. Klasse angehören, den Bürgermeisterbericht und diskutierten danach rege mit. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Beim Besuch des Bürgermeisters im Jugendhaus entstand die Idee, nun wurde sie umgesetzt: Zur ersten Jungbürgerversammlung kamen gut 20 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in den Rathaus-Sitzungssaal, darunter eine komplette elfköpfige Mädchengruppe der kirchlichen Jugendarbeit sowie Vertreter der KLJB und des Jugendhauses. Die Themen in der regen Diskussion waren vielfältig, von der Problematik überfüllter Schulbusse über den geplanten Boulderraum bis hin zur Sanierung der Fassade des Jugendhauses.


In einem kurzen Bericht informierte Bürgermeister Thomas Gasser die jungen Bürger über aktuelle Themen wie Asylbewerber, Finanzen, die Säulen der Jugendarbeit in der Gemeinde, schnelles Internet sowie die geplanten Sanierungen der Bäder und der Turnhalle. Besonders hob Gasser Angebote wie die JugendCard BGL, die Nachtschwärmer-Gutscheine und die App »Nachts mobil« hervor und war danach ganz Ohr für die Jugendlichen.

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Neue Spielgeräte erst nach Turnhallenumbau

Zuerst kamen die Jüngsten zu Wort. Ihr Bruder habe am Sponsorenlauf der Schule teilgenommen, berichtete Theresa Wallner. »Es hat geheißen, wir bekommen von dem Geld neue Spielgeräte.« Bisher seien nur Bänke, eine Tischtennisplatte, die jedoch nur die Großen nützen würden, und Tore aufgestellt worden, aber auch Fußball spielten viele nicht. Gasser erklärte, dass die neuen Spielgeräte neben der Turnhalle aufgestellt und einbetoniert werden sollen. Für den Turnhallenumbau sei jedoch viel Platz nötig, sodass man beschlossen habe, die Geräte erst nach Fertigstellung der Halle und des neuen Außenbereichs aufzustellen. Felix Gasser regte an, daraus einen öffentlichen Spielplatz zu machen. Antonia Maier bedauerte, dass die Schüler die Mauer um den neu gepflanzten Baum im Pausenhof nicht zum Spielen nutzen können. Annika Wallner schlug vor, dass sich Schüler für Flüchtlingskinder engagieren und mit ihnen Deutsch üben oder spielen. Der Bürgermeister berichtete, im Moment lebten keine Flüchtlingskinder in der Gemeinde, doch sobald wieder Familien kämen, komme er gern auf dieses Angebot zurück.

Die Problematik überfüllter Busse aus Traunstein nach Schulende macht Annika Wallner Sorge. Pirmin Enzensberger, ein älterer Jugendlicher, bestätigte aus seiner eigenen Schulzeit, dass auf der Heimfahrt oft 20 Kinder im Bus gestanden und beim Bremsen oft hingefallen seien. Gasser erklärte, für die zu den weiterführenden Schulen fahrenden Linienbusse sei die Gemeinde nicht zuständig. Bei Sicherheitsproblemen könne er aber einmal mit dem entsprechenden Busunternehmen reden.

Für wen ist der Boulderraum eigentlich zugänglich?

Von den Älteren meldete sich als erster Tobias Schubert zu Wort und erkundigte sich nach der öffentlichen Zugänglichkeit des Boulderraums. Jugendhaus-Leiter Andreas Lindner befürwortete eine Lösung wie in Piding, wo Alpenvereins-Mitglieder eine Chipkarte erwerben und den Raum damit rund um die Uhr nutzen können. Er empfahl interessierten Jugendlichen, der Teisendorfer DAV-Sektion beizutreten. Eine Nutzung durch jeden privaten Kletterer ist laut Lindner und Gasser versicherungsrechtlich und auch wegen der Fördergelder für den Hallenumbau problematisch.

Nach geplanter Neuansiedlung von Gewerbe im Sinne von neuen Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten erkundigte sich Felix Gasser. Der Bürgermeister erläuterte, im Januar oder Februar soll der Plan für das neue interkommunale Gewerbegebiet Schlacht im Gemeinderat verabschiedet werden. Jugendreferentin Anita Niederstraßer wies auf den ab 2016 geplanten »Ausbildungsführer« in der Marktrundschau hin.

Auf die Frage nach »schnellem Internet« in Achthal sagte Gasser, durch den Ort führe eine Glasfaserleitung von Kabel Deutschland, daher dürfe die Gemeinde dort keine Fördergelder ausgeben. Jeder Interessierte könne eine Anfrage an den Anbieter stellen. Andreas Lindner wies darauf hin, dass das DSL auch für Orte ohne große Firmen wie Freidling wichtig sei, weil viele Betriebe heute ein »Homeoffice« gestatten. Gasser erklärte, Freidling sei beim künftigen Ausbaugebiet dabei; eventuell solle dort noch ein zweiter Kabelverzweiger gesetzt werden.

Nach den Plänen für die Fassadenneugestaltung des Jugendhauses erkundigte sich Jakob Weingarten. Genaue Kosten sind laut Rathauschef noch nicht kalkuliert, es sei jedoch Geld im Haushalt, und man sei offen für Vorschläge der Jugendlichen. Ob es nicht besser sei, den Jugendtreff in ein neueres Gebäude zu verlegen, meinte Weingarten. Wenn sich ein ähnlich günstiges Gebäude wie das jetzige, das der Familie Wieninger gehöre, finde, sei die Gemeinde hier nicht abgeneigt; derzeit sei dies jedoch nicht absehbar.

Ab 2017 ist wieder ein Marktfest geplant

Johanna Lindner würde sich wieder mehr Veranstaltungen für junge Leute wie die nicht mehr stattfindende Partymeile wünschen. Laut Gasser ist ab 2017 wieder eine Art Marktfest mit verschiedenen Blasmusikgruppen im Ort geplant. Andreas Lindner regte an, dass die Gemeinde eigene Impulse gibt für kulturelle Angebote, wie in Berchtesgaden das »Rock am Rathaus« oder in vielen Orten die »Nacht der Musik«, um jungen Leuten eine Alternative zu den vielen Privatpartys zu geben. Das Thema Skaterplatz nannte Tobias Schubert. Gasser will sich von Gemeindeseite aus ab dem Frühjahr wieder um den Platz kümmern und bat um einen Ansprechpartner aus der Jugend. vm