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Vom Aussterben bedroht

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Bergen – Um den Preisverfall bei Agrarprodukten – vor allem bei der Milch – geht es bei einer »Jetzt-red-i«-Sendung des bayerischen Rundfunks am kommenden Mittwoch um 20 Uhr aus dem Bergener Festsaal. Moderiert wird die Sendung von Tilmann Schöberl und Franziska Storz.


Glückliche Kühe auf grünen Weiden vor idyllischer Bergkulisse gehören wie selbstverständlich zum Bayernbild. Doch damit könnte es bald vorbei sein: Denn die Bauern bekommen immer weniger für ihre Milch. Anfang Mai haben viele Discounter die Preise noch mal gesenkt – um fast 25 Prozent. Milch ist nun mancherorts billiger als Mineralwasser.

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Eine Katastrophe für die Milchbauern, denn seit Jahren jagt eine Krise die nächste. Und die Talfahrt geht weiter: Erstmals ist der Preis, den manche Molkereien den Landwirten zahlen, unter 20 Cent gerutscht – die Produktionskosten liegen aber in Süddeutschland bei rund 49 Cent. Auch andere Agrarprodukte sind vom Preisverfall betroffen: Ein Kilo Schweinefleisch bringt den Landwirten momentan gerade mal 1,40 Euro.

Viele Landwirte sind längst in ihrer Existenz bedroht. Die Bauern fordern nun staatliche Hilfen. Denn nur so könnten sie auf Dauer überleben. Aber nicht nur die Politik, auch die Verbraucher stehen in der Verantwortung. Das Motto »Geiz ist geil« gilt für viele auch im Supermarkt: Kaum einer gibt im europäischen Vergleich so wenig Geld für Lebensmittel aus wie die Deutschen.

Wer kann den dramatischen Preisverfall der Agrarprodukte stoppen? Muss die Politik Anreize schaffen, damit Qualität in der Landwirtschaft endlich mehr zählt als Quantität? Sind Lebensmittel insgesamt zu billig? Welche Schuld trägt der Verbraucher? Wie sollen die Bauern reagieren – noch effizienter und billiger produzieren? Oder mehr Wert auf Tierwohl und Naturschutz legen? Was würde ein Aus der Bauern für Bayerns Kulturlandschaft bedeuten?

Darüber wird bei der Sendung unter anderem mit dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner diskutiert. Kostenlose Karten gibt es unter Telefon 089/5900-25299. fb