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Volkstrauertag nicht durch Andreasmarkt entehrt

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Die Weisenbläser von Sigi Ramstötter (rechts) sollen wegen des Volkstrauertags 2017 bei der Kunstausstellung beim Andreasmarkt schweigen. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Soll der Andreasmarkt 2017 wegen des zeitgleichen Volkstrauertags am 19. November auf einen anderen Sonntag verlegt werden? Mit dieser Frage befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auf Wunsch von Ludwig Gschwendtner. Gschwendtner, der auch Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Teisendorf ist, hatte in der Bürgerversammlung im November 2016 diese Verlegung beantragt.


Einleitend verlas Bürgermeister Thomas Gasser ein Schreiben, in dem er dem Antragsteller erklärt hatte, dass eine Verlegung schwierig sei, weil dafür eigens die entsprechende Satzung geändert werden müsste. 2007 sei es satzungsmäßig so geregelt worden, dass der Andreasmarkt vom letzten auf den vorletzten Sonntag im November verlegt wurde. Grund dafür war eine Terminüberschneidung mit den verkaufsoffenen Sonntagen in Freilassing, Bad Reichenhall und Traunstein am letzten Novembersonntag; daher waren die Besucher in Teisendorf weniger geworden.

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Gasser hatte in dem Brief dem KSK-Vorsitzenden zugesagt, dass das Straßenstück zwischen Kirche und Kriegerdenkmal für den Zug von Marktständen freigehalten wird und dass bei der Kunstausstellung im Poststallgewölbe auf die musikalische Umrahmung der Teisendorfer Weisenbläser verzichtet wird.

Die Mehrheit der Gemeinderäte war der Ansicht, dass der Volkstrauertag durch die Abhaltung des Andreasmarkts nicht entehrt wird, da zum Zeitpunkt des Kirchenzugs noch kein Markttreiben herrsche und die Straße zum Kriegerdenkmal frei gehalten werde. Thomas Egger (CSU) sieht auch mit den Bläsern von Sigi Ramstötter kein Problem, da ja auch die Musikkapelle beim Kirchenzug Marschmusik spiele. Für dritten Bürgermeister Gernot Daxer (CSU) hat Priorität, dass der Markt so abgehalten wird, dass der Volkstrauertag nicht beeinträchtigt wird. CSU-Kollege Alois Stadler wies darauf hin, dass es dem Antragsteller ein Anliegen war, eine generelle Lösung für alle Jahre zu finden, in denen beide Veranstaltungen zusammenfallen.

Elisabeth Aschauer (Grüne) wies darauf hin, dass doch das Leben trotz ernster und trauriger Veranstaltungen wie Volkstrauertag oder Beerdigungen weiter gehe. Allein Johann Niederstraßer (FWG) war strikt für eine Verlegung des Marktes: »Das passt am Volkstrauertag nicht.«

Einige weitere Themen wurden in der Sitzung gestreift. Elisabeth Aschauer und Matthias Spiegelsperger bedanken sich in einem von Bürgermeister Gasser verlesenen Schreiben für die zeitnahe Bearbeitung ihres Antrags auf Tempo 30, der nun auch von der Polizei befürwortet wird. Darüber hinaus sollte ihrer Meinung nach an den Ortseingängen ein Zusatzschild »Hier gilt rechts vor links« angebracht werden. Sie bitten in dem Brief um zeitnahe Ausführung der Maßnahme.

Gasser informierte die Gemeinderäte darüber, dass sich laut einer Mitteilung vom Dezember der Name der Jonathan Jugendhilfe und damit der Schriftzug und das Logo ändern. Die gemeinnützige GmbH heißt künftig »Jonathan – Soziale Arbeit« und ist weiterhin Träger der offenen Jugendarbeit am Ort.

Aschauer berichtete außerdem, an der Bahnunterführung Oed komme es immer wieder zu Unfällen, weil die aus Richtung Oed kommenden Fahrzeuge nicht rechtzeitig anhalten. Sie schlug deshalb vor, an der Straßeneinmündung eine Begrenzungslinie anzubringen. Hans Rauscher (SPD) bat darum, das nicht mehr lesbare Verkehrszeichen »Vorfahrt gewähren« an der Kreuzung der Gemeindeverbindungsstraße Hörafing-Weildorf zu ersetzen. vm