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Volksmusikalischer Frühjahrs-Spaziergang

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Mit dem Einakter »Die Kuchenwette« trugen die Theaterspieler ihren Anteil zum Gelingen des 39. Siegsdorfer Dorfhoagarts bei.

Siegsdorf – Wie treffend die traditionelle Volksmusik die Jahreszeiten und Stimmungen widerspiegeln kann, erlebten die Besucher im gut gefüllten Siegsdorfer Festsaal beim 39. Dorfhoagart des Trachtenvereins Siegsdorf hautnah. Schwungvoll und fröhlich, aber auch melancholisch oder verliebt, eben wie ein Frühlingstag, erfreuten die Sänger und Musikanten ihre Gäste mit Liedern und Weisen. Abgerundet wurde der Hoagart von den humorvollen Auflockerungen der beiden Sprecher und dem witzigen Einakter »Die Kuchenwette«.


Der »Chiemseewinkl Dreigsang« trug mit feinem Dreiklang Lieder vom Frühjahr, von der Alm aber auch lustige Gstanzl vor und wurde dabei feinfühlig vom den »Chiemgauer Musikanten« unterstützt. Die neue Besetzung um Zitherspielerin Lisbeth Genghammer und ihren Neffen Martin Geisreiter (Diatonische Ziach) sowie Sepp Linhuber an der Gitarre und Korbinian Wühr mit der Bassklarinette hatte Weisen wie den Buchskehl-Boarischen, die 6er-Musi-Polka oder die Stampfl-Polka mitgebracht. Ebenfalls auf der von den Frauen des Vereins festlich geschmückten Bühne saß das »Buacheckerl Gitarrentrio«. Es glänzte mit ihren flotten, aber dennoch sauber intonierten Melodien vom »Stüberl Boarischen« bis zur »1/2 11-Polka«.

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Für stets beste Unterhaltung sorgen auch immer wieder die beiden »Perler-Buam« aus Berchtesgaden. Ob sie nun vom Frühjahr singen, einen Lobgesang auf die Lederhose oder gar ihre bekannten Couplets vortragen, ihre Art der Darbietung bereichert jede Veranstaltung.

Eingerahmt wurde der Siegsdorfer Dorfhoagart von den sechs feschen Burschen der »Weißngroana Tanzlmusi«. Mit ihrer schwungvollen, gut abgestimmten Musik haben sie sich einen guten Namen auf den oberbayerischen Tanzböden erarbeitet.

Aufgelockert wird der Siegsdorfer Hoagart seit einigen Jahren von Sepp Kumminger und seinen gereimten Geschichten rund um Vereinsmitglieder und Dorfgeschehen. Heuer reichten seine Ausführungen von den Hiatabuam beim Adventssingen, über einen »Chronist im Mist« bis zu seinen Problemen mit der bairischen Alltagssprache und dabei besonders dem scheinbar unvermeidlichen »Tschüss«.

Ein unverzichtbarer Bestandteil des Abends ist in Siegsdorf auch die unterhaltsame Art der Moderation von Trachtenvorstand Peter Mayer. Die Vorstellung der Sänger und Musikanten würzte er spontan mit persönlichen Erlebnissen und überraschte immer wieder mit zum Thema passenden Witzen und Anekdoten. Mit einer wunderschönen Polka schlossen die »Weißngroana« das zweieinhalbstündige abwechslungsreiche musikalische Programm ab und die Theaterspieler nutzten die Pause zur Vorbereitung ihres Einakters »Die Kuchenwette«.

Routiniert, flott und überzeugend brachten Georg Oberauer als Bauer Sepp, Sepp Kumminger als Knecht Girgl, Werner Holzner als Hausierer, Christa Mayer als Dirn und Maria Mader als Bäuerin die begeisterten Besucher zum Lachen. Der von der Eifersucht seiner Frau geplagte Bauer findet mit Hilfe des Knechts Girgl und einer riskanten Wette einen Weg, endlich einmal zum Schafkopfen ins Wirtshaus zu kommen, wird dabei aber vom schlitzohrigen Hausierer gründlich ausgeschmiert. Für die Ausarbeitung und Vorbereitung sowie die Regie zeichnete Maria Mader verantwortlich.

Zu den flotten Klängen der »Weißngroana Tanzlmusi« tummelten sich dann noch bis Mitternacht junge Tänzer auf der Bühne, und Sepp Staudinger gab in unnachahmlicher Weise die alte Geschichte vom »Manöver der Tiere auf einem Bauernhof« zum Besten. Zum guten Schluss erklangen aus dem Saal noch einige Abschiedsjodler der Sänger und rundeten einen Volksmusikabend ab, der sich in die nun schon 40-jährige Geschichte des Siegsdorfer Dorfhoagarts würdig einreihte. FK