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»Völlig durchgedreht«

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Traunstein. Ein 29-jähriger Trostberger musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Traunstein wegen fahrlässigen Vollrauschs und eines Drogendelikts verantworten. Der Angeklagte war am 8. Oktober 2013 gegen 21.45 Uhr mit über zwei Promille Alkohol im Blut, betrunken und hilflos in einem Hinterhof gefunden worden. Im Rettungswagen randalierte der Mann, leistete Widerstand und verletzte einen der Beamten an Ohr und Oberschenkel. Das Amtsgericht bezog zwei Vorstrafen mit ein und verhängte eine Gesamtstrafe von einem Jahr und die Unterbringung in einer Entzugsanstalt, setzte aber beides auf drei Jahre zur Bewährung aus.


Der Angeklagte war ohne Verteidiger erschienen. Seine Entschuldigung an den verletzten Polizisten kommentierte dieser mit: »So leid kann es Ihnen wohl nicht tun. Bislang haben Sie auf meine Schmerzensgeldforderung nicht reagiert.«

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Im Urteil führte Richter Wolfgang Ott aus, der Angeklagte sei im Krankenwagen völlig durchgedreht und habe gezielt auf den Polizeibeamten eingeschlagen. In den letzten zehn Jahren sei der Mann lediglich zu Geldstrafen verurteilt worden. Die Voraussetzungen für eine Unterbringung lägen unzweifelhaft vor. Es gebe aber unter Auflagen eine Bewährungsmöglichkeit. Als Auflage unterstellte der Richter den Angeklagten einem Bewährungshelfer. Außerdem muss er schnellstmöglich eine schon beim Kostenträger beantragte, aber noch nicht genehmigte, stationäre Entzugstherapie antreten und die Behandlung unaufgefordert nachweisen. kd