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Viermal die Traumnote 1,0

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Schulleiter Klaus Kiesl (links) ehrte die besten Abiturienten des Chiemgau-Gymnasiums mit jeweils einem Notendurchschnitt von 1,0 (von rechts): Josef Heiler, Helena Lackner, Lukas Komisel und Johannes Müller. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – »Mit eurem Reifezeugnis endet eine wahrlich große Etappe in eurem Leben.« Das betonte der Schulleiter des Chiemgau-Gymnasium Traunstein, Klaus Kiesl, bei der Abiturfeier in der vollen Schulaula.


Oberstufenkoordinator Diether Thumser freute sich mit den 145 erfolgreichen Absolventen, Eltern und vielen weiteren Verwandten: »Es ist geschafft.« Nur die Urkunde mit der Bestätigung fehle noch. Sie wurde am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung an die Abiturienten überreicht. Es habe zwischen den Schülern und Lehrern eine »stets freundliche und konstruktive Zusammenarbeit« gegeben, blickte Thumser zufrieden auf die Schuljahre zurück. Man habe sich in der Schule bemüht, neben der Weitergabe von Bildung und Wissen stets auch Herz und Charakter zu formen.

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Ludwig Harkotte, Vorsitzender des Fördervereins, hatte in seinem Grußwort mehr die Eltern im Blick, die die vergangenen Wochen gut überstanden haben. Er dankte ihnen für die finanzielle Förderung in den verschiedenen Schulaktivitäten. Der Tag der Freude für die Abiturienten sei aber auch ein Tag der Wehmut. Bedeute das Abitur doch oft auch Abschied vom Elternhaus. Trotzdem sollten sie ihre Wurzeln nicht vergessen, was auch für das CHG gelte. Elternbeiratsvorsitzender Sebastian Ring sah in dem Abitur auch ein Reifezeugnis. Die jungen Leute sollten ihren Weg finden und diesen auch gegen äußere Widerstände gehen.

Bilder von der Abi-Feier am Freitag:

Aus der Sicht der Abiturienten schilderten Lisa Rautter und Josef Heiler die vergangenen Schuljahre und zeigten sich stolz: »Wir haben es alle geschafft.« Die Schulzeit sei ein schöner Lebensabschnitt gewesen, den sie nie vergessen würden, betonten die beiden im Streifzug durch die Schuljahre. Eine kleine Überraschung gab es noch für den in Ruhestand gehenden Lehrer Werner Wennesz, der von der Q12 als seinem letzten Kurs einen Apfelbaum überreicht bekam und sichtlich gerührt war.

Schulleiter Kiesl ging in seiner Festansprache auch auf die politische Verantwortung ein, die die Absolventen jetzt hätten – seien sie altersbedingt bis auf zwei Schüler doch bei der Bundestagswahl im September erstmalig wahlberechtigt. Sie könnten ihre Zukunft selbst mitbeeinflussen. Aber auch als Abiturienten gehörten sie potenziell zu denjenigen, die einmal wichtige Entscheidungen fällen würden. In Anlehnung an einen kürzlich gehaltenen Schulvortrag von Landtagspräsident a.D. Alois Glück warnte er vor politischer Gleichgültigkeit und warb dafür, sich politisch für die eigenen Überzeugungen zu engagieren.

In der Schule habe man zahlreiche Aktivitäten auf die Thematik »Digitalisierung und Werteerziehung« abgestellt. Man wolle zur »digitalen Schule« werden. Gleichzeitig lege man Wert auf den richtigen Umgang mit sozialen Medien, wolle Regeln aufstellen und das Bewusstsein für Probleme schärfen. »Wir wollen unsere Schüler begleiten« so Kiesl. Bildung, vernünftige Wertvorstellungen und ein tiefes Wurzeln in der eigenen Kultur seien wichtig, um im »Informations-Tsunami« nicht unterzugehen. »Setzt euer geistiges Kapital gut ein und stellt die richtigen Weichen für euren beruflichen Weg« so der Schulleiter.

Er beglückwünschte auch die Eltern, die nun ebenfalls erfolgreich die Schulzeit des Sprösslings hinter sich gebracht hätten. »Sie können zu Recht glücklich und stolz sein.« Er bedankte sich ausdrücklich für elterliches Engagement in der Schule in Elternbeirat, Förderverein oder weiteren schulischen Aktivitäten. »Ohne sie wäre unser Schulleben um vieles ärmer.« Sein Dank galt auch der Lehrerschaft, insbesondere denjenigen, die an dem Gelingen der Oberstufenkurse beteiligt waren.

Kiesl bezeichnete das Gesamtergebnis des heurigen Jahrgangs als »sehr erfreulich«. Alle 145 angetretenen Abiturienten haben das Abitur geschafft. Ein Mitschüler konnte die Prüfungen allerdings aufgrund eines Unfalls nicht ablegen und wird sie nachholen. Insgesamt erreichten 24 Absolventen einen Einser-Schnitt, besonders herausragend waren Josef Heiler, Lukas Komisel, Helena Lackner und Johannes Müller, die mit der Traumnote 1,0 abschlossen. Eine Reihe von Abiturienten wurden zusätzlich für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet. Anschließend erhielten alle ihre Abiturzeugnisse, ehe noch ausgelassen gefeiert wurde. awi