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Vier neue Grabarten am Gemeindefriedhof Grabenstätt

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So  sieht  das Sternenkindergrab  am  gemeindlichen  Friedhof  in  Grabenstätt aus, ein Grab für tot geborene Kinder. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine neue Friedhofsbenutzungssatzung und eine neue Friedhofsgebührensatzung erlassen. Aus Gründen der Klarheit und besseren Lesbarkeit wurden beide Satzungen komplett neu gefasst.


Wesentlicher Grund der Überarbeitung ist die Aufnahme der neuen Grabarten »Sternenkindergrab«, »Urnenstelengrab«, »Baumgräber für Urnenbestattungen« und »Gemeinschaftsgrabanlage«. Für alle neuen Grabstellen werden Nutzungsrechte erst im Todesfall vergeben.

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Keine Grabplatten, die mehr als die Hälfte abdecken

Was die Gestaltung von Grabstätten (Einzel-, Familien- und Urnenreihengräber) anbelangt, werden künftig keine strengen Anforderungen mehr gestellt. Verboten bleiben aber Grabplatten, die mehr als die Hälfte der Grabfläche abdecken. Für Urnenkammern, Baumgräber und die Gemeinschaftsgrabanlage sind besondere Gestaltungsvorschriften geboten. Zudem gibt es auf dem Friedhof bei Erdgräbern (Einzel- und Familiengräber) faktisch keine Unterscheidung mehr zwischen Reihengräbern und Wahlgräbern, das heißt, ein Nutzungsrecht an solchen Erdgräbern kann bereits zu Lebzeiten erworben werden.

Für die neuen Grabarten wurden folgende Gebühren für die Nutzungszeit von zehn Jahren festgelegt: 900 Euro für eine Urnenkammer in der Urnenstelenanlage, 600 Euro für ein Baumgrab als Urnengrab und 300 Euro für die Belegung in der Gemeinschaftsgrabanlage. Keine Änderungen gibt es bei den Einzelgräbern (15 Jahre/450 Euro), Familiengräbern (15 Jahre/750 Euro) und Urnenreihengräbern (zehn Jahre/300 Euro).

Auf den ersten Blick erschienen die Gebühren für die neuen Grabarten tatsächlich sehr hoch, doch müsse man bedenken, dass mit dem Erwerb des Nutzungsrechts im Vergleich zu konventionellen Grabstätten keine weiteren Kosten entstünden, so der Gemeindegeschäftsleiter Peter Lex.

Andreas Lukas (FW) hatte sich zuvor ein »angemesseneres Verhältnis« gewünscht. Die Kalkulation von Friedhofsgebühren sei Lex zufolge für die Gemeinden schwierig. Viele kommunale Friedhöfe würden nicht kostendeckend betrieben, auch, weil der nicht zu unterschätzende Unterhalt bei der Gebührenerhebung nur zum Teil berücksichtigt werde. In Zukunft müsse man sich Gedanken machen, wie man mit den hohen Unterhaltskosten umgehe, so Roman Metzner und Hans Pertl (beide CSU).

Ein Engel für die Sternenkinder

Nachdem im vorigen Jahr die Weichen für eine neue Urnengräberlandschaft auf dem gemeindlichen Friedhof gestellt worden waren, sind mittlerweile neben den Bauarbeiten auch die landschaftsgärtnerischen Arbeiten fast abgeschlossen. Der Gedenkstein am Sternenkindergrab, ein Grab zur Ruhebettung von Fehlgeburten, wurde vom Traunsteiner Künstler Rolf Wassermann entworfen. Der Stahlschnitt symbolisiert einen Engel, der mit Blick auf den Lichteinfall aufgesetzt wurde und sich somit im Hintergrund auf der Kalksteinplatte nochmals abbildet. Zuletzt wurde noch die Stern-Einfassung aus weißem Granit gesetzt und die Grabfläche angelegt. Das Innere des Sterns besteht aus blauem Glasbruch, versetzt mit weißen Wellen. Diese Gedenkstätte soll den Eltern als zentraler Besinnungs- und Gedenkort zur Verfügung stehen und ihrer Trauerbewältigung dienen.

Die Ausführung der Urnenstelenanlage mit 24 Urnenkammern hatte sich mehrere Monate lang verzögert. Die Fundamentarbeiten wurden vom gemeindlichen Bauhof ausgeführt. Das Abwarten habe sich gelohnt, da man nun auch landschaftsgärtnerische Gedanken mit einfließen lassen und entsprechend umsetzen habe können, so Lex. Im Innenraum der Urnenstelenanlage wurden rote Granitbahnen verlegt, in der Mitte ein Feldahorn gepflanzt. Die Ruhebänke werden noch nachgeliefert.

Baumgräber auf Anfrage mit aufgenommen

Die Erstellung von Baumgräbern war ursprünglich nicht Bestandteil des Friedhofserweiterungskonzepts. Aufgrund der Nachfrage habe man dann aber versuchsweise im Bereich eines Ahornbaums im Erweiterungsteil sechs Röhrensysteme installiert, so Bürgermeister Georg Schützinger. Diese Edelstahlröhren seien mit einem Bronzedeckel mit Baumgrab-Ornament verschlossen und könnten jeweils bis zu vier Aschenkapseln aufnehmen. Gravurschilder können am Deckelrand eingenietet werden.

In der neuen Gemeinschaftsgrabanlage sind auch anonyme Urnenbestattungen möglich. Die Urnenzuführung erfolgt über eine Stele. Die Tiefbauarbeiten wurden vom Bauhof ausgeführt. Die neuen Friedhofsvorschriften treten voraussichtlich zum 1. September in Kraft. Ab dann werden auch alle neuen Grabarten zur Belegung freigegeben. mmü

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