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Vier Monate Energieagentur Südostbayern

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Es ist noch etwas karg möbliert und von außen recht unscheinbar, das neue Büro der Energieagentur Südostbayern GmbH, die im Oktober gegründet wurde. Erste Ergebnisse stellte Geschäftsführer Dr. Willie Stiehler im Kreistag vor. (Foto: Bauer)

Traunstein – Die vor einem Jahr vom Kreistag Traunstein zusammen mit dem Nachbarlandkreis Berchtesgadener Land ins Leben gerufene Energieagentur Südostbayern GmbH hat seit Oktober schon einiges erreicht. Geschäftsführer Dr. Willie Stiehler informierte den Kreistag Traunstein zum Beispiel über den an der Maximilianstraße in Traunstein eingerichteten Laden, der allen Bürgern offensteht und Beratung rund um Klimaschutz, alternative Energieformen und Energieeinsparung bietet. Der Kreistag unter Vorsitz von Landrat Siegfried Walch nahm den Bericht ohne Diskussion zur Kenntnis.


Willie Stiehler erläuterte weitere Gründe für eine Energieagentur, darunter den effektiven Einsatz von Energie, die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energieformen, die Bevölkerung für diese Themen zu sensibilisieren, letztlich auch das Stärken der regionalen Wertschöpfung mit dem Ziel »Geld bleibt in der Region«. Adressaten für die verschiedenen Tätigkeitsfelder seien die Bürger allgemein, die Kommunen, aber auch Unternehmen sowie Bau- und Energiefachleute. Die Energieagentur unterstütze und berate die Adressatengruppen, arbeite mit am Bewusstsein für regionale Energiekonzepte in der Region, betreibe Bildungsarbeit zu den Themen Klimawandel und Energiewende, wolle mithelfen, um die selbst gesteckten Klimaziele der Landkreise zu realisieren. Des Weiteren stünden die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Euregio auf der Agenda und das Bilden eines Netzwerks mit allen wichtigen Akteuren. Schließlich werde die Energieagentur auch die Klimabeauftragten beider Landkreise, Dr. Birgit Seeholzer und Manuel Münch, nach Kräften unterstützen.

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Im Team mit Bettina Zeller als Assistenzkraft hat Dr. Willie Stiehler wesentliche Maßnahmen zum Aufbau der Agentur schon angepackt. Anfang Dezember 2016 starteten die Energieberatung für Bürger – damals noch im Landratsamt Traunstein – und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Im Bereich des kommunalen Energiemanagements kamen bei der Auftaktveranstaltung in Tittmoning die Bürgermeister des Landkreises Traunstein zusammen. Die Kommunen im Berchtesgadener Land werden heuer angesprochen.

Die Kooperation mit den Wirtschaftsförderungsgesellschaften läuft. Bei vielen Institutionen, darunter Innungen, hat sich die Energieagentur zwischenzeitlich vorgestellt und Anfragen von Firmen angenommen. Der administrative Aufbau einschließlich Eintrag ins Handelsregister und Förderanträgen ist weitgehend erledigt. Für 2017 sind nach Worten des Geschäftsführers unter anderem das Einstellen einer zusätzlichen Fachkraft, der Aufbau der Homepage und das Fortführen der Vortragsreihe »Energieeffizienz in Unternehmen« vorgesehen. Landrat Siegfried Walch zollte Dr. Stiehler Dank für sein Engagement.

Von der »sozialräumlichen Regionalisierung der Jugendhilfe«, mit der sich das Kreisjugendamt Traunstein seit Jahren befasst, verspricht sich der Landrat »gute Ergebnisse. Der Leiter des Kreisjugendamts, Franz Feil, stellte die jüngste Entwicklung vor. Die Kernpunkte sind: Das Kreisgebiet ist in verschiedene Bezirke aufgeteilt, jeder Bezirk wird einem Freien Träger der Jugendhilfe zugeordnet, der sich dann um alle Belange kümmert. Bisher bedienten die Freien Träger den gesamten Landkreis. Wenig sozialräumliche Arbeit und wenig Vernetzung waren die Folgen. Mit der Regionalisierung sollen der personelle wie finanzielle Ressourceneinsatz begrenzt und die Hilfen wirksamer werden. Feil betonte, die Freien Träger seien bereit zu guter Zusammenarbeit.

Gisela Sengl, Bündnis 90/Die Grünen wollte wissen, ob es Ausnahmen von der Regionalisierung geben werde. Dazu Franz Feil: »Das neue Konzept gilt nur für neue Fälle. Wir wollen die guten Beziehungen, wenn Träger eine Familie schon lange betreuen, nicht über Bord werfen.« ÖDP-Kreisrat Andreas Huber sprach eine »Qualitätsvereinbarung« an. Darüber schließe der Landkreis mit den Freien Trägern einen Vertrag, gab Walch Auskunft.

In der Sitzung legte der Landrat den jährlichen Beteiligungsbericht vor, den der Kreistag ohne Anmerkungen und Gegenstimmen akzeptierte. Kreiskämmerer Karlheinz Thiel hatte die aktuellen Fakten zusammengestellt für die privatrechtlichen Unternehmen, an denen der Landkreis Anteile in Höhe von mindestens 20 Prozent hält oder deren alleiniger Gesellschafter er ist. Es handelte sich um die Kliniken Südostbayern AG einschließlich deren Tochterfirmen, die Wohnungsbau GmbH, die Wirtschaftsförderungs GmbH, die Kreisaltenheim-Gesellschaften, den Chiemgau-Tourismus e.V. und die DASSU GmbH, die Deutsche Alpensegelflugschule in Unterwössen. Der Beteiligungsbericht enthält zum Beispiel das jeweilige Stammkapital und die Gesellschafter, Bilanzdaten zum Ende 2015, finanzielle Leistungen des Landkreises an das Unternehmen und die personelle Besetzung der Gremien. kd