weather-image
19°

Vier Kapellen waren der vierfache Genuss

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Gemeinsam mit drei weiteren Kapellen bestritten die Ringham-Pettinger eine »Seeserenade« aus Anlass ihres 90-jährigen Bestehens. (Foto: Albrecht)

Petting. Ein Erlebnis der Extraklasse hatten mehrere hundert Besucher der »Seeserenade« der vier Musikkapellen Ringham-Petting, Kirchanschöring, Tengling und Waging im Strandbad Kühnhausen, mit der die Ringham-Pettinger ihr 90-jähriges Bestehen feierten. Eigentlich hätte die Serenade schon in 2013 am Strandkurhaus Waging stattfinden sollen. Wegen Termin- und organisatorische Schwierigkeiten fiel die Veranstaltung jedoch ins Wasser. Heuer klappte es dafür umso besser. Wegen des Erfolgs der Veranstaltung wird die »Seeserenade« zu einer permanenten Einrichtung in den Kommunen um den See werden.


Wie sich schon bei der ersten Kapelle herausstellte, würde das Programm bunt gemischt sein – überwiegend Märsche, Walzer und Volksmusik, jedoch mit konzertanten und modernen Stücken eingestreut. Die Musikkapelle Kirchanschöring mit Kapellmeister Rüdiger Koslik begann schwungvoll mit der »Schwarzer-Peter-Polka«, arrangiert von Thomas Zsivkovits. Auch der »Mariechen-Walzer«, von Václav Horák, arrangiert von Siegfried Rundel, und der »Hoch-Heidecksburg-Marsch«, von Rudolf Herzer, ebenfalls arrangiert von Siegfried Rundel, waren sehr bekannt. Modern ließen es die Kirchanschöringer bei ihrem letzten Stück angehen, einem Medley von Conny Francis, die in Deutschland viel beliebter war als in ihrer Heimat, den USA. Das von Willi März arrangierte Medley traf offensichtlich den Geschmack des Publikums hervorragend, denn die Kirchanschöringer erhielten anhaltenden Beifall.

Anzeige

Dass die Musikkapelle Tengling mit Kapellmeister Armin Maiwälder nicht nur in Bierzelten und bei ihren klassischen Konzerten in Maria Burg glänzen kann, bewiesen sie einmal mehr bei der Seeserenade. Auch die Tenglinger begannen mit traditioneller Blasmusik und der »Wir-Musikanten- Polka« von Kurt Gäble. Einen Vorgeschmack auf ihr Kirchenkonzert in Maria Burg, das am 10. und am 17. August jeweils um 19.30 Uhr stattfindet, gaben die Tenglinger mit »Jesus Christ Superstar« von Andrew Lloyd Webber. Mit dem »Florentiner Marsch« von Julius Fucik, arrangiert von Bruno Hartmann, ernteten die Tenglinger zum Abschluss viel Applaus.

Mit einem Glanzstück des »holländischen Marschkönigs« Johan Wichers, dem »Mars der Medici«, begann die Musikkapelle Waging ihr Programm unter Kapellmeister Helmut Huber. Allerdings hat der Marsch nichts mit dem italienischen Geschlecht der Medici zu tun – Wichers widmete ihn den Medizinern, die ihn bei einem Krankenhausaufenthalt behandelt hatten. Ganz unzweideutig kam der »Bohemia-Marsch« von Kurt Pascher daher, den die Waginger schön und gediegen böhmisch spielten. Ein Abend wie dieser muss es gewesen sein, an dem Vaclav Vackar das Stück »Ein Abend am Meer«, geschrieben hat, das Franz Bummerl für die Blasmusik arrangierte. Der Abend am Meer hätte aber auch nicht schöner sein können als dieser am Waginger See. Dass dieser wunderbare Abend sie recht lustig stimmte, bewiesen die Waginger mit ihrer letzten Melodie »Lustige Musikanten« von Gerhard Baumann – und rissen die Zuhörer gleich mit in die Fröhlichkeit.

Angefeuert wurde die gute Laune noch von der »Feuerwehr-Polka« von Jaroslav Zerman, die als Erstes von den Ringham-Pettingern unter ihrem einstweiligen Kapellmeister Harald Rehrl zu hören war. Etwas getragener war der mit viel Beifall bedachte »König- Karl-Marsch« von Carl Ludwig Unrath, arrangiert von Franz Bummerl.

Ins benachbarte Salzburg streiften die Ringham-Pettinger mit ihrer Interpretation vom »Maxglaner Zigeunermarsch« von Karl Edelmann und noch weiter weg wagten sie sich mit den »Italo Pop Classics«, arrangiert von Erwin Jahreis. Bei den abschließenden Stücken, die gemeinsam von allen vier Kapellen gespielt und von Harald Rehrl dirigiert wurden, wurde er von einem potenziellen künftigen Kapellmeister assistiert, der ihm allerdings kaum bis an die Hüfte reichte. Jedenfalls brauchen sich die Ringham-Pettinger für die fernere Zukunft anscheinend keine Sorgen um einen Kapellmeister zu machen. Für die allerletzte, durch stürmische »Zugabe«- Rufe geforderte Melodie, »O du mein Heimatland« übernahm dann aber doch wieder der angehende Kapellmeister, Andi Resch, das Dirigentenpult und beendete damit einen märchenhaften Abend.

Wie mehrmals angedeutet, wird dieser Abend in den nächsten Jahren an verschiedenen Plätzen in den Gemeinden um den See seine Fortsetzung finden und sicher eine permanente Einrichtung werden, die sowohl den Einheimischen, als auch den »Zuagroastn« viel Freude bereiten wird. Zunächst veranstalten die Ringham-Pettinger aber im Rahmen ihres 90. Jubiläums am 14. August um 19.30 Uhr ein Weinfest mit den »Boarisch Six« beim Wasserbrenner zwischen Ringham und Schönram. al