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Vier Bewohner aus verrauchtem Haus gerettet

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Als alle Bewohner in Sicherheit waren, drangen die Atemschutzträger der Feuerwehr zum Brandherd im Müllraum vor. (Foto: Volk)

Traunreut – Vier Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Föhrenweg hat die Freiwillige Feuerwehr Traunreut am Mittwochabend über das schon völlig verrauchte Treppenhaus gerettet, nachdem im Keller des mehrstöckigen Gebäudes ein Feuer ausgebrochen war. Alle weiteren rund 20 Bewohner des Hauses konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Es entstand ein Sachschaden von rund 30 000 Euro. Die Brandursache ist noch nicht sicher geklärt.


Bei der ersten Alarmierung gegen 21.40 Uhr war zunächst die Feuerwehr Traunreut ausgerückt. Der Löschzug, der nach wenigen Minuten am Einsatzort eintraf, konzentrierte sich als erstes darauf, die Menschen aus dem verqualmten Gebäude zu retten. Ein Bewohner sei vermisst und befinde sich vermutlich in einem der oberen Stockwerke, informierten aufgeregte Anwohner die Floriansjünger. Atemschutztrupps machten sich sofort auf die Suche und retteten insgesamt vier Personen aus Wohnungen der dritten und fünften Etage. Um sie vor dem Brandrauch zu schützen und über das Treppenhaus ins Freie zu bringen, bekamen sie sogenannte Fluchthauben aufgesetzt.

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Währenddessen forderte die Einsatzleitung zunächst die Freiwillige Feuerwehr Stein an der Traun zur Unterstützung nach, um dann wenige Minuten später auf Alarmstufe B 4 zu erhöhen. Dieser Großalarm hatte zur Folge, dass die Wehren aus Pierling, Traunwalchen, Matzing, Palling, Trostberg, Nußdorf, die Werksfeuerwehr des Bosch-Siemens-Hausgerätewerks und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) aus Traunstein anrückten. Insgesamt waren mehr als 130 Floriansjünger im Einsatz.

Als die Bewohner alle in Sicherheit waren, drangen die Floriansjünger mit Atemschutzgeräten in den Keller vor. Dort verwehrte jedoch zunächst eine stählerne Brandschutztür den Zugang zum Brandherd im dahinter befindlichen Müllraum. An der Tür wurde eine Temperatur von 300 Grad gemessen. Mit einem Rettungsspreizer ließ sich die bereits stark verformte Tür schließlich öffnen. Die Löschtrupps konnten das Feuer in dem rund zwölf Quadratmeter großen Müllraum dann schnell löschen.

Eine Schnelleinsatzgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes betreute die Bewohner, bis sie kurz nach Mitternacht wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Die Feuerwehr hatte zuvor den Brandrauch mit Belüftungsgeräten aus dem Gebäude geblasen. Von Seiten des Rettungsdiensts standen zudem ein Notarzt und zwei BRK-Rettungswagen sowie der Einsatzleiter Rettungsdienst bereit.

Auch der Traunreuter Bürgermeister Klaus Ritter kam zum Brandort und ließ sich von der Einsatzleitung über den Stand der Rettungs- und Löscharbeiten informieren. Er würdigte die schnelle und professionelle Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst und zeigte sich beruhigt, dass niemand verletzt wurde. Geleitet wurde der Einsatz von den beiden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut, Karl-Heinz Erhard und Konrad Unterstein. Sie wurden von Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein und Kreisbrandrat Hans Gnadl unterstützt.

Warum das Feuer ausgebrochen ist, steht noch nicht eindeutig fest. Die Feuerwehr vermutet, dass über den zentralen Müllabwurfschacht glimmendes Material entsorgt wurde und im Müllraum das Feuer entfachte. Auch Brandstiftung ist aktuell noch nicht auszuschließen. Die Polizei ermittelt. pv