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»Viele sehen aus, als ob sie immer lächeln«

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Christa Bader in Marquartstein mit ihren Alpakas. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Marquartstein ist um eine Attraktion reicher, nämlich elf Alpakas, die derzeit auf dem Gelände des Märchenparks in Niedernfels untergebracht sind. Im März hat Christa Bader neun Alpakas gekauft – zwei der Stuten waren trächtig. Seit Jahrzehnten kennt sie einen Züchter in Deutschland, Hartwig Kraft von Wedel, der seit vielen Jahren mit Alpakas arbeitet und ihr im Laufe der Jahre immer wieder Fotos von den besonderen Tieren schickte. »Ich habe mich regelrecht verliebt in die schönen braunen Augen, die lieben Gesichter. Manche sehen aus, als würden sie immer lächeln«, sagt Christa Bader.


Alpakas stammen aus den südamerikanischen Anden, vor allem Peru, und sind eine domestizierte Kamelform. Die Tiere waren schon fast ausgestorben, bis Züchter ihre wertvolle Wolle und ihren ruhigen, friedlichen Charakter wieder entdeckten, weshalb sie heute oft auch zu Therapiezwecken bei Kindern und Erwachsenen eingesetzt werden.

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Christa Bader, die 1955 in Marquartstein als Tochter eines Arztehepaars mit zwei Brüdern aufwuchs, beschäftigt sich seit langem mit Heilkräutern und Naturheilverfahren. Nach der Schulzeit am Staatlichen Landschulheim lernte sie Apothekenhelferin und arbeitete in München als Pharmareferentin. Mit ihrem Mann, der auch als Erzieher am damaligen Haus am Forst in Marquartstein gearbeitet hatte, leitete sie in den 80er Jahren eine Wohngruppe für Jugendliche in Grassau. Nach vielen Fortbildungen hat sie sich nun seit langem als Expertin für Heilkräuter selbstständig gemacht, führt Wanderungen, stellt Parfüms aus Pflanzen und Rinden her und gibt verschiedenste Kurse.

Nach einem sogenannten Sabbatjahr, in dem sie die Arbeit ganz ruhen ließ, wusste sie plötzlich, »ich will nochmal etwas ganz anderes machen«, erzählt sie. Die 60-Jährige beschäftigte sich eingehend mit der Haltung und Zucht von Alpakas, bevor sie im Frühjahr die Tiere kaufte, die sich nur in der Gruppe wohlfühlen. Ihre Alpakas sind sowohl sogenannte Huacayas, die ein gekräuseltes Fell haben, als auch Suris, deren Haare lang bis zum Boden hängen können. Die Suris seien bei den Inkas und Mayas nur den Königen vorbehalten gewesen, erzählt Frau Bader.

Bis jetzt ist es nicht einfach, eine passende Umgebung für die Tiere zu finden. Christa Bader mietete vor Ankunft der Tiere einen Hof mit drei Hektar Grund in Staudach. Es stellte sich aber bald heraus, dass die Weide an einem Nordhang zu feucht war. Kurzfristig erklärte sich Peter Aigner vom Märchenpark in Marquartstein bereit, vorübergehend Grund für die Tiere zur Verfügung zu stellen. »Viele Leute waren sehr hilfsbereit«, erzählt Christa Bader. Zum Beispiel halfen auch afghanische Asylbewerber aus Marquartstein beim Aufstellen des Zaunes. Die Stuten mit ihren Fohlen müssen getrennt von den Hengsten gehalten werden, weil sich andernfalls die Stuten fortwährend gegen »Fortpflanzungsversuche« der Hengste wehren müssen – Alpakas werden nicht zu einer bestimmten Zeit trächtig, sondern ihre Ovulation wird erst durch die Deckung ausgelöst. Sie tragen ein »Baby« bis zur Geburt 340 bis 345 Tage lang.

So sind die vier Alpakahengste unterhalb des Märchenparks in einem Gatter untergebracht, die Stuten und zwei kleine Fohlen gleich hinter dem Gehege für Ziegen und Schafe, gut sichtbar für die Besucher des Märchenparks. Natürlich musste Christa Bader auch ein großes Zelt als Nachtquartier für die Alpakas kaufen, wohin sie sich auch tagsüber gut zurückziehen können. Dennoch ist die Fläche am Märchenpark eigentlich zu klein, weil die Tiere tagsüber permanent Gras, im Winter Heu, fressen. In absehbarer Zeit will Christa Bader deshalb eine passende größere, etwa zwei Hektar große Weidefläche finden.

Seit einigen Wochen bietet Christa Bader Wanderungen mit Alpakas an, die schon gut frequentiert sind. Die Tiere sind eigentlich scheu, mögen nicht gestreichelt werden, sodass man sich nur vorsichtig nähern darf und sie an Wanderungen mit Menschen erst gewöhnt werden müssen. Auf längere Sicht möchte Christa Bader ihre Tiere auch zu Therapiezwecken einsetzen. gi