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Viele positive Erfahrungen gemacht

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Traunreut – Beim zweiten Helferstammtisch in der TuS-Gaststätte wurde deutlich, dass die vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in der Stadt den Asylbewerbern nach wie vor positiv gegenüberstehen und sich durch den Vorfall in der Silvesternacht nicht von ihrem Engagement abbringen lassen. Bei allem Entsetzen über die Tat eines Einzelnen sind sie überzeugt davon, dass die Asylbewerber in der Summe freundlich, höflich und dankbar sind.


Inge Ulrich ist eine der eifrigen Helferinnen, die in dezentralen Unterkünften genauso wie am alten Bauhof Deutsch unterrichtet oder sonst hilft, wo es nur geht. Sie betonte beim Stammtisch: »Ich hab überhaupt kein Problem damit, zu den Asylbewerbern in die Wohnungen zu gehen. Von einer Gefahr ist absolut gar nichts zu spüren, der Kontakt ist für mich komplett unproblematisch.«

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Auch Beate und Stefan Hahn, die eine Gruppe von Afghanen in einer dezentralen Wohnung betreuen, griffen das Thema auf und sprachen die von ihnen Betreuten darauf an: »Die waren alle ganz geschockt darüber, dass jemand so etwas tut.« Diese afghanischen Männer hätten ihnen gegenüber deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie Übergriffe auf Frauen ebenfalls verurteilen. Jetzt seien sie total verunsichert und fürchteten, dass sie alle in der Stadt nicht mehr willkommen seien.

Wie Sozialreferentin Helga Zembsch betonte, werden nach wie vor Betreuer für die dezentralen Wohngruppen gesucht, dabei vor allem Männer, da es sich auch in der Mehrzahl um männliche Bewohner handelt. Dies wurde zwar begrüßt, einige Damen, die bereits in die Wohngruppen gehen, betonten jedoch, dass auch Frauen, allein oder zu zweit, so eine Aufgabe übernehmen könnten.

Zu den Aufgaben eines Betreuers gehört es nach Angaben der erfahrenen Helfer, den Gästen die Gegebenheiten in der Stadt zu zeigen, sich um die Schule für Kinder zu kümmern, um die ärztliche Versorgung, eventuell auch um einen Job, möglicherweise fehlenden Hausrat günstig zu besorgen und mehr.

Damit nicht jeder Betreuer ganz von vorne anfangen und sich die notwendigen Kontakte und Auskunftstellen mühselig zusammen suchen muss, sollen die Helfer untereinander noch besser vernetzt werden. Derzeit sind in der Stadt rund 130 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gelistet.

Wer sich ebenfalls engagieren will, kann einen davon bei auftretenden Fragen kontaktieren und sich Hilfe holen. Die Liste gibt es bei Helga Zembsch. Die Asylsozialberaterin der Diakonie, Waltraud Huber, wird außerdem ab 21. Januar jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr im Mehrgenerationenhaus für Fragen zur Verfügung stehen.

Beim Helferstammtisch meldeten sich spontan zwei neue Ehrenamtliche, die die Betreuung einer Wohngruppe übernehmen wollen. Auch waren einige Besucher erstmals beim Stammtisch, die sich informieren und künftig ebenfalls engagieren wollen. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist offenbar nach wie vor groß. Wer sich mit einbringen will, kann sich bei Annett Parthum in der Stadtverwaltung, Telefon 08669/85 71 49, oder bei Helga Zembsch, Telefon 08621/61 737, melden. mix