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Viele Monate Arbeit und Planung investiert

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Am Hochschloss der Steiner Burg wurde eine gewaltige Kulisse aufgebaut und eine Tribüne, auf der 400 Zuschauer Platz haben. (Foto: Mix)

Traunreut. Die Steiner Spiele, bei denen am Freitag die Uraufführung des Stücks »Saujagd« ist, bedeuten viele Monate Arbeit und Planung für das ganze Team vom Theaterchen »O«. Vorsitzender Robert Schröder ist schon seit vergangenem Jahr damit beschäftigt, alles zu planen und zu organisieren. Viele Mitstreiter unterstützen ihn in seinen Bemühungen seit Monaten. In den letzten Wochen gab es für alle Beteiligten keinen einzigen Tag, an dem sie nicht irgendetwas für die Steiner Spiele zu erledigen haben.


Vor dem Hochschloss der Steiner Burg wurde die Kulisse errichtet, in der die Geschichte »Saujagd« spielt. Ein Hungerturm, wie er auch tatsächlich neben der Felsenburg steht, wurde aufgebaut, der im Laufe des Stückes sogar in Brand geraten wird. Sprengmeister Thomas Knollmann von der Firma ifp aus Weyarn ist dafür verantwortlich, dass im Inneren des Turmes ein Feuer ausbricht, ohne dass die Kulisse dadurch zerstört wird. Unterstützt wird er vom Technischen Hilfswerk, das auch bei den letzten Steiner Spielen schon für pyrotechnische Effekte verantwortlich zeichnete.

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Seit Anfang Mai waren viele Helfer damit beschäftigt, die Bühne und die gesamte Kulisse am Hochschloss aufzubauen. Täglich fuhr Robert Schröder nach seiner Arbeit auf die Burg, um die Arbeiten zu koordinieren und selber Hand anzulegen. Lediglich an seinem Geburtstag machte er mal eine Ausnahme und legte einen Tag Pause ein. Beim Kulissenbau unterstützten ihn Mitglieder des Vereins der Freunde der Burg Stein tatkräftig, die dem Theaterverein auch die Nutzung der Räume im Hochschloss ermöglichen und mit Requisiten aushelfen, wo es nur geht.

Nicht ganz einfach war es laut Schröder, die Tribüne, auf der 400 Besucher Platz finden, zu bekommen. Nach vielen Telefonaten und Mails wurde er schließlich bei einer Verleihfirma aus München fündig.

Für die unterschiedlichen Bereiche, die man für die Aufführung eines solchen Stückes braucht, gibt es auch verschiedene Zuständige. Die Technik besorgt in bewährter Form Klaus Sittmann, der auch bei Aufführungen des »O« im k 1 dafür verantwortlich ist. Die Maske übernimmt wie schon bei früheren Gelegenheiten Margret Ficker, sie wird unterstützt von Maria Mayer und Wibke Schmid. Ganz wichtig sind für so ein historisches Stück die Kostüme, die von Irmi Pichler genäht wurden. Sie hat schon für mehrere Steiner Spiele und zahlreiche Aufführungen die Kostüme geschneidert. Für die Choreographie ist Stefanie Trappe zuständig.

Der Regisseur Dieter Bommer, der für die Proben eigens immer aus seinem österreichischen Wohnort nach Stein anreist, bekommt Hilfe und Unterstützung von seinen Regieassistenten Petrissa Kudielka und Bettina Stadelmann. Auch bei der Suche nach den passenden Requisiten half jedes Ensemble-Mitglied mit, so gut es nur ging. »Jeder hat Ideen und jeder bringt irgendein Trumm mit, das er bei sich zu Hause hat«, erzählt Petrissa Kudielka.

Nun hoffen alle, dass das Wetter während der Spielzeit vom 20. Juni bis 19. Juli mitspielt. »Bei einer Auslastung von 50 Prozent würden wir eine schwarze Null schreiben«, hat Robert Schröder ausgerechnet. Der Traunreuter Stadtrat hat wie schon bei früheren Spielen einen Defizitausgleich in Höhe von 10 000 Euro zugesichert, aber der Vorsitzende meint: »Ich hoffe natürlich, dass wir den nicht brauchen werden.« Zunächst einmal musste der Theaterverein jedoch in Vorleistung gehen, einiges schon vorab finanzieren. Die Rechnungen stapeln sich inzwischen. Ein großer Teil der Kosten fällt auf die Werbung, auch die notwendige Technik und das ganze Equipment rundherum verschlingen große Summen.

Für Robert Schröder sind die Steiner Spiele, die ihn unzählig viele Stunden Arbeit und jede Menge Nerven kosten, schon beinah so etwas wie eine Droge. 1996 spielte er zum ersten Mal selber mit und bekam damals gleich drei kleinere Rollen. Heuer ist er zum fünften Mal bei den Spielen dabei aber zum ersten Mal in der Rolle des verantwortlichen Spielleiters. Viele, viele Gespräche, Mails, Verhandlungen, Behördengänge und auch eine gehörige Portion Diplomatie gehörten in den letzten Monaten zu den täglichen Aufgaben, die der Vorsitzende neben seinen Beruf zu bewältigen hatte. Und trotzdem strahlt er übers ganze Gesicht, wenn er von den Spielen erzählt, und die Begeisterung ist ihm deutlich anzusehen. Ihn freue es auch immer wieder zu sehen, wie die Beteiligten im Laufe der Vorbereitungszeit zusammen wachsen und eine eingeschworene Gemeinschaft werden, erzählt er. Doch nach all den Monaten der Planung und den letzten Wochen des sehr intensiven Probens wird es nun Zeit, dass es endlich losgeht. Der Premierentag wird von den Mitwirkenden herbei gesehnt. mix