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Viele alte Obstbäume »angemeldet«

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Projektbearbeiter Georg Loferer aus Rohrdorf ist auf der Suche nach seltenen Obstsorten.

Große Resonanz hat ein Aufruf des Landschaftspflegeverbands Traunstein (wir berichteten) erfahren: Zahlreiche Besitzer von alten Obstbäumen aus dem Landkreis Traunstein haben sich gemeldet. Inzwischen sind die Bäume ausgewählt, die im Rahmen des sogenannten Obstsorten-Kartierungsprojekts des Bayerischen Umweltministeriums untersucht werden sollen.


Ob aber tatsächlich alle gemeldeten Bäume auch »zum Zug« kommen, ist allerdings noch fraglich. Denn dank der zahlreichen Hinweise aus der Bevölkerung konnte der Landschaftspflegeverband deutlich mehr Bäume anmelden, als für die Kartierung aus dem Landkreis Traunstein vorgesehen sind.

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Der Schwerpunkt bei den ausgewählten Bäumen liegt auf alten Streuobstwiesen, weil dort die größte Chance besteht, auf besondere und bisher nicht bekannte Obstsorten zu stoßen. Aber auch einzelne Hausgärten mit über 80 Jahre alten Obstbäumen finden sich auf der Vorschlagsliste.

Ein Obstsorten-Spezialist, ein sogenannter Pomologe, Georg Loferer aus Rohrdorf, hatte die alten Obstbäume, die für das Projekt gemeldet worden waren, aufgesucht – mit dem Ziel, vergessene Apfel- oder Birnensorten wiederzufinden, zu erhalten und vermehren. Loferer sammelte Fruchtproben ein und traf eine Vorauswahl. Ausgewählte Proben brachte der Pomologe zur weiteren Untersuchung in das Kompetenzzentrum für Obstbau am Bodensee. Erste Kartierungsergebnisse werden bis Jahresende erwartet.

Das Obstsorten-Erhaltungsprojekt ist ein Beitrag zum weltweiten Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten. Es wird finanziert über das Biodiversitätsprogramm 2030 des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Geplant ist, in sechs Landkreisen des oberbayerischen Voralpenlands insgesamt rund 1000 Kernobstbäume zu untersuchen: Traunstein, Berchtesgadener Land, Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau. fb