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Viel Lob für die Attraktivität Grassaus

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Der Leerstand einer großen Verkaufsfläche an der Niederfeldstraße wurde von Jan Vorholt kritisiert. (Foto: T. Eder)

Grassau – Viel Lob gab es für die Attraktivität der Grassauer Ortsmitte von Jan Vorholt, Projektleiter bei der CIMA, der im Gemeinderat ein Einzelhandelskonzept vorstellte.


Es soll Aufschluss geben, wie sich das Gewerbegebiet Eichelreuth mit dem Gewerbepark entwickeln kann. So erklärte Bürgermeister Rudi Jantke, das Gutachten beruhe auf einer Studie, die 2002  zur  Ansiedlung des Aldi-Markts in Auftrag gegeben wurde. Seither haben sich die Rahmenbedingungen laut Vorholt geändert. Nun wurde jedes Geschäft angesehen, die Verkaufsfläche notiert und eine Kundenbefragung durchgeführt. Die Bevölkerung wuchs seit der letzten Erhebung 2006 um 7,1 Prozent und werde bis 2034 auf 7100 Bürger weiterwachsen.

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Der Experte verwies auf 58 Betriebe und einen funktionierenden Einzelhandel ohne wesentlichen Leerstand. Allerdings störe der Leerstand an der Niederfeldstraße, obwohl auch diese große Ladenfläche attraktiv sei. Vorholt lobte den gut geführten Einzelhandel mit breitem Angebotsmix und prognostizierte, dass die Kaufkraft weiter stabil bleiben werde. Nach der »Status Quo«-Bewertung habe Grassau viele Stärken, darunter die Lage, die Attraktivität und Aufenthaltsqualität des Ortskerns, das breite Sortiment, viele Dienstleiter und Gaststätten. »Für einen Ort mit nicht einmal 7000 Einwohnern ist das bemerkenswert«, betonte der Experte. Es gebe aber auch Schwächen. Der für das Ortszentrum wichtige Edeka sollte sich zu einem modernen Supermarkt entwickeln können. Eine Angebotslücke gebe es im Bereich Elektroartikel und Multimedia.

Wichtig ist die Sicherung der Ortsmitte

Wichtig sei die Sicherung und Weiterentwicklung der Ortsmitte. Dazu gehöre die Sicherung der fußläufigen Nahversorgung. Der zentrale Versorgungsbereich umfasse Kirchplatz und Bahnhofstraße als Kern mit einem dichten Einzelhandelsbesatz und hoher Angebotsdichte. Auch der Versorgungsstandort Eichelreuth habe seine Berechtigung, dürfe aber der Ortsmitte nicht die »Luft nehmen«.

Laut Analyse wären Läden zur Nahversorgung auch im Gewerbegebiet möglich. Geschäfte für Bekleidung oder Schuhe sollten im Ortszentrum bleiben. Sortimente des sonstigen Bedarfs, die viel Fläche beanspruchen, wie Bau- und Heimwerkerbedarf oder auch Möbelgeschäfte, wären im Gewerbegebiet sinnvoll. Verkaufsflächen im Gewerbegebiet zur Nahversorgung sollten nicht größer als 400 Quadratmeter sein.

Ortskernrelevante Sortimente wurden bislang immer im Gewerbegebiet ausgeschlossen, erklärte Jantke. Schon immer wollte der Gemeinderat hier keine zweite Ortsmitte schaffen. Dies gelte auch jetzt, wo eine Umwandlung des Gewerbegebiets um den Gewerbepark anstehe.

630 Personen wurden befragt

Auf Nachfrage von Hans Genghammer (FW) konkretisierte Vorholt, dass bei der Umfrage 630 Personen, jeweils zur Hälfte im Gewerbegebiet und im Ortszentrum, befragt wurden. Zehn Prozent der Befragten fehle ein Baumarkt. Die anderen vermissen nichts. Dr. August Trimpl (CSU) fragte, ob die Entscheidung für Lidl und Aldi richtig gewesen sei. »Dies hat der Ortsmitte nicht geschadet«, so Vorholt.

Ob ein Baumarkt der angestrebten Größe den Innenbereich beeinträchtige, interessierte Dr. Winfried Drost (UGL). Auch dies verneinte der Experte, zumal der Baumarkt eine andere Zielgruppe habe und es Qualitätsunterschiede zu den Angeboten im Ort gebe.

Der Gemeinderat habe die richtigen Entscheidungen getroffen, so Jantke. Es gebe aber in der Umgebung Entscheidungen, die die Gemeinde beeinflussen. So entstehe in der Nachbargemeinde ein Outlet ums andere und nehme Einfluss auf die Nachfrage in Grassau. Positiv sei, dass das Einzugsgebiet der Gemeinde über 20 000 potenzielle Kunden umfasse. Letztlich entschied das Gremium, das Einzelhandelskonzept anzunehmen. Die Handlungsempfehlungen sind bei der Neuplanung des Areals Gewerbepark zu berücksichtigen. tb

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